Letzter Dienst-Tag für Polizist Montag

Dorfsherrif geht in Ruhestand

Auf den Straßen Nordkirchens wird bald ein Gesicht fehlen. Ewald Montag geht in den Ruhestand. Der beliebte Polizist war 2004 in die Schlossgemeinde gewechselt. Ein besonders erwähnenswerter "Fall" hatte mit einem Akkordeon zu tun. Vor Langeweile im Ruhestand hat er keine Sorge, wie er in unserem Video verrät.

NORDKIRCHEN

, 17.12.2015, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die letzten elf Jahre waren die Schönsten für mich im Dienst“, richtete ein gerührter Bezirksbeamter zum Abschluss ein paar Worte an die Adresse der Verwaltungsmitarbeiter. Auch bei vielen Menschen in der Gemeinde hat sich Ewald Montag bereits persönlich verabschiedet.

Insgesamt kann der Polizist auf eine 40-jährige Dienstzeit zurückblicken. Lange hat er im Streifendienst mit Wach- und Wechseldienst auf der Wache in Lüdinghausen gearbeitet, bevor er im Oktober 2004 in Nordkirchen eingesetzt wurde. Direkte Kollegen in Uniform gab es dort zwar nicht mehr, schnell ins Herz geschlossen habe er aber die Mitarbeiter in der Verwaltung.

Er sei im Rathaus von der ersten Stunde von allen Mitarbeitern freundlich aufgenommen worden. „Ihr habt mir immer das Gefühl gegeben, zum Team zu gehören“, sagte Ewald Montag. Dass er jeden Mitarbeiter mit Namen kennt und mit ihm per Du ist, zeugt von dem guten Verhältnis. Stets eingesetzt hat sich Montag für die Anliegen der Nordkirchener Bürger. „Für alle und jeden, auch über das normale Maß hinaus“, beschreibt Ewald Montag. Besondere Freude habe ihm die Arbeit mit Kindern bei der Verkehrserziehung in den Schulen bereitet.

Akkordeon "aus Dienstgründen" beschlagnahmt

„Es geht ihm, wie mir es geht - jeder kennt einen“, beschrieb Bürgermeister Dietmar Bergmann die Rolle des Bezirksbeamten. Mit Ewald Montag habe er eine Menge erlebt, viele schöne Geschichten. Gut sei ihm noch ein Geburtstagsbesuch im Altenhilfezentrum in Erinnerung. Auch Ewald Montag sei durch Zufall im Haus gewesen und bedauerte lautstark, sein Akkordeon bei der Feierstunde nicht zur Hand zu haben.

Montag verließ das Haus - so schilderte Dietmar Bergmann - doch nur Minuten später wäre das Polizeiauto wieder vor dem Haus erschienen. Aus dem Wagen ausgestiegen sei der Bezirksbeamte mit einem Akkordeon in der Hand. Auf die Frage, woher er das so schnell beschafft hat, habe Montag geantwortet, dass er zufällig einen Passanten auf dem Parkplatz mit Akkordeon gesehen und das Musikinstrument kurzerhand aus Dienstgründen beschlagnahmt habe. Eine typische Anekdote für den passionierten Akkordeonspieler und stets gut gelaunten Polizisten.

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