Locken statt treiben

Zwerg-Zeburinder sind sehr genügsam: Die richtige Rinderrasse für Nebenerwerbslandwirte, die tagsüber einem normalen Job nachgehen. Kein Wunder, dass sie mittlerweile auch auf Olfener Weiden zu finden sind.

von Theo Wolters

, 15.07.2007, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Kalben allein

Beim Kalben allein

"Wir haben beide einen ganz normalen Job, wollten aber auch noch in der Landwirtschaft aktiv sein," so der Nutzfahrzeugmechaniker, der in Unna beschäftigt ist. Seine Lebensgefährtin arbeitet als Industriekauffrau in Olfen.

Man suchte so eine pflegeleichte Rasse. Ein Vorteil der Zeburinder ist zum Beispiel, das man beim Kalben nicht dabei sein muss. "Sie wollen beim Kalben sogar allein gelassen werden."

Marion Ophaus ergänzt, es sei im Allgemeinen eine sehr genügsame Rasse. "Es sind handzahme Tiere. Sie sollten aber nur gelockt und nicht getrieben werden." Als Weide eignen sich besonders gute Restgrünlandflächen. Und diese werden von den Zebus gründlich abgefressen. Marion Ophaus: "Oft werden die Zeburinder auch gemeinsam mit Pferden gehalten. Denn sie fressen auch die von Pferden vernachlässigten Stellen ab." Da die Zebus auch nicht so viel wie andere Rassen wiegen, werden die Flächen von ihnen auch schonend und nicht zu tief beweidet. Die Zebus sind auch immer draußen. Nur bei starkem Regen ziehen sie sich in den Stall zurück.

Unterstand genügt

Notwendig ist ein Stall noch nicht einmal, denn es reicht eigentlich ein Unterstand, der die Rinder vor Regen schützt. "Die Rinder bereiten uns sehr viel Freude und sind uns ans Herz gewachsen." Zusätzlich gefüttert werden müssen sie auch nicht. "Kraftfutter setzen wir eigentlich nur ein, um sie anzulocken." Kaum hat Peter Osthues einen Eimer mit Kraftfutter in der Hand, kommt die gesamte Herde auch schon angelaufen.

Öko-Rasenmäher

Das Fleisch von Zeburindern gilt als Delikatesse. Es ist sehr feinfaserig und hat einen leichten Wildgeschmack. Peter Ophues schlachtet und vermarktet das Fleisch selbst und hat Stammkunden. Seine Zeburinder stehen aber nicht nur auf der Weide in Nordkirchen.. "Unseren jetzigen Bullen haben wir zwei Jahre. Sein Vorgänger und einige weitere Rinder befinden sich auf einer Weide in Hamm in Pflege." Dort betätigen sie sich als ökologische Rasenmäher, denn da wo Zeburinder grasen, muss nicht mehr nachgemäht werden.

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