Los entscheidet über Aufnahme an Gesamtschule

Nach gescheiterter Erweiterung

Die Erweiterung der Nordkirchener Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule um den Teilstandort Ascheberg ist gescheitert, das steht seit Freitag fest. Schulausschussvorsitzender Joachim Seidel spricht von einem "echten Schock" - der steht 94 Eltern noch bevor, sie müssen für ihre Kinder eine neue Schule suchen. Über Aufnahme und Ablehnung entscheidet am Montag das Los.

NORDKIRCHEN

, 12.02.2017, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von einem „echten Schock“ spricht Schulausschussvorsitzender Joachim Seidel (FDP), wenn er an Freitagabend denkt. In einer Sonderratssitzung hatte Bürgermeister Dieter Bergmann mitgeteilt, dass nichts wird aus der geplanten Erweiterung der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule (JCS) um den Teilstandort Ascheberg. „Jetzt müssen wir nach vorne schauen“, so Seidel. Für 94 Eltern steht ein Schock indes noch bevor.

Sie werden sich für ihre Kinder eine andere weiterführende Schule suchen müssen. Denn Platz in der nun weiter vierzügigen Schule ist nur für 112 neue Fünftklässler (vier Plätze sind reserviert für Kinder mit besonderem Förderbedarf). Angemeldet sind aber 210. Ab Dienstag müssen sie mit Absagen in ihrem Briefkasten rechnen. Über Aufnahme und Absage entscheiden dabei nicht Leistung und Wohnort der Kinder oder andere Kriterien, sondern das Los.

Auch Anmeldungen für Ascheberg im Aufnahmetopf

Schulleiter Ulrich Vomhof beschreibt auf der Homepage der Schule das für Montag anstehende Verfahren' type='' href='http://www.gesamtschule-nordkirchen.de/wie-geht-es-nun-weiter/: „Es kommen 112 Plätze in die Vergabe.“ Im ersten Schritt würden die 210 eingegangenen Anmeldungen – also auch die 28 Anmeldungen für den Schulstandort Ascheberg, den es gar nicht geben wird – auf die beiden Aufnahmetöpfe gemäß der Schulformempfehlung verteilt.

Zum Hintergrund: In NRW erhalten die Eltern mit dem Halbjahreszeugnis der Klasse 4 eine Schulformempfehlung. Sie umfasst entweder eine Empfehlung für das Gymnasium oder die Realschule oder die Hauptschule. An der Gesamtschule sind alle Abschlüsse möglich.

116 Kinder bekommen einen Platz

Aus beiden Töpfen werden laut Vomhof per Losverfahren die Namen derjenigen ermittelt, „die leider keinen Platz erhalten werden. Den übrigen 116 Kindern wird ein Platz an unserer Schule angeboten“. Werde der Platz in Nordkirchen nicht gewünscht – etwa weil die Eltern ihr Kind jetzt doch lieber zu der weiter bestehenden Profilschule in Ascheberg schicken wollen – könne sie zurückgegeben werden. „Der so frei gewordene Platz wird dann erneut unter den bisher nicht zum Zuge Gekommenen verlost“, so Vomhof.

Ursprünglich war geplant, dass die Schlaun-Gesamtschule künftig sechszügig geführt wird an den Standorten Ascheberg und Nordkirchen. Zwar hatten sich 70 Eltern dafür entschieden, ihre Kinder zur Gesamtschule Nordkirchen zu schicken, aber nur 28 wählten einen künftigen Teilstandort Ascheberg. Damit dieser Teilstandort zustande käme, wären aber 75 Anmeldungen dafür nötig gewesen. „Der Elternwille ist natürlich zu akzeptieren“, so Joachim Seidel. Dennoch sei das Ergebnis „sehr bedauerlich, insbesondere für alle Kinder, die wir jetzt hier abweisen müssen“. Bildungspolitik, für die Bund und Land die Weichen stellten, erfolge „mal wieder“ nicht zugunsten, sondern „auf dem Rücken unserer Kinder“.

Für Seidel steht fest, „dass bei uns vor Ort Politik und Verwaltung gute Arbeit geleistet haben“. Offenbar sei es aber schwer gewesen, Ascheberger Eltern von der Chance eines eigenen Gesamtschulstandortes zu überzeugen“.

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