Viele Jahre haben die Bahnkunden für eine Rampe am Bahnhof Capelle gekämpft, mittlerweile können auch Menschen mit Behinderungen die Gleise gut erreichen. Das noch länger umkämpfte 2. Gleis gibt es hingegen noch nicht. © Goldstein
2. Gleis

Marc Henrichmann erwartet Bundesmittel für Ausbau der Bahnstrecke

Kommt das zweite Bahngleis zwischen Lünen und Münster - oder kommt es doch nicht? Die Beantwortung dieser Frage bleibt seit Jahren unbeantwortet. Neu ist der Streit um eine Finanzierung.

Die Aussage von Joachim Künzel, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), steht im Raum: Er erwartet nach Medieninformationen keine Mittel mehr vom Bund für den Gleisausbau zwischen Lünen und Münster. Der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann (CDU) ist weitaus optimistischer: „Der Bund wird weiterhin einen großen Anteil an den Kosten des zweigleisigen Ausbaus übernehmen, und zwar etwa 60 bis zu 75 Prozent“, sagt Henrichmann auf Anfrage dieser Redaktion.

Richtig sei, dass der Bund von einem Ausbau der Strecke Münster-Lünen eine „mittelbare“ Verbesserung im Fern- und Güterverkehr erwartet. „Das geht auch aus der Vorlage der Verbandsversammlung des ZVM hervor. Das bedeutet lediglich, dass der Bund, der für den Fernverkehr zuständig ist, eine Mitfinanzierung des Landes NRW erwartet. Das ist durchaus positiv, denn auf Landesebene lassen sich Projekte schneller vorantreiben als im Bund, wo dann noch 15 andere Bundesländer mitreden.“

Marc Henrichmann will mit dem Bundesverkehrsminister sprechen

Aus Sicht des heimischen Bundestagsabgeordneten sind als nächstes Bund und Land an der Reihe, eine Planungs- und Finanzierungsvereinbarung abzuschließen. „Darauf werde ich beim Bundesverkehrsminister hinwirken.“ Stellung bezieht Henrichmann auch zu der neuen Argumentation, dass auf der „Strecke überwiegend Regionalverkehr unterwegs ist“. Diese Einschätzung, so Henrichmann, sei nicht von der Hand zu weisen. „Die vielen Pendler zwischen Münster und Dortmund, die von einem Ausbau besonders profitieren werden, sind natürlich im Nah- oder Regionalverkehr unterwegs.

Das schließt nicht aus, dass die Strecke für die Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet sowie Hamburg und Bremen ebenfalls sehr wichtig ist. Wenn die Bahn mit dem Deutschlandtakt optimale Anschlüsse für ihr komplettes Angebot vom ICE bis zur Regionalbahn ermöglichen will, wird die Bedeutung der Strecke noch weiter wachsen.“

Bundestagsabgeordneter ist von der Umsetzung überzeugt

Auch vor diesem Hintergrund ist Marc Henrichmann, der jetzt auch neuer Sprecher der CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Münsterland ist, optimistisch, was die Umsetzung des Projektes angeht. „Der Ausbau hat eine hohe Priorität und wird kommen. Das Projekt steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat bestätigt, dass der zweigleisige Ausbau sowohl für den Deutschlandtakt wichtig als auch wirtschaftlich ist. Jetzt geht es darum, dass die Finanzierung geklärt wird und ein Planungsteam installiert wird, das das Projekt vorantreibt.“ Fest stehe, dass wir „den Druck hier immer hoch gehalten haben, andernfalls hätte die Bahn das Projekt wegen des fehlenden Güterverkehrs wahrscheinlich schon längst beerdigt.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer