Markus Patschke zieht Bilanz

Woche der Sonne

NORDKIRCHEN Die zweite Woche der Sonne ging am Sonntag in Nordkirchen zu Ende. Matthias Münch sprach darüber mit Organisator Markus Patschke.

19.05.2009, 12:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
In diesem Büro hat Energieberater Markus Patschke die Woche der Sonne geplant.

In diesem Büro hat Energieberater Markus Patschke die Woche der Sonne geplant.

Herr Patschke, ist Nordkirchen auf dem Weg zu kommunaler Energie-Autonomie? Patschke: Der erste Schritt ist die Übernahme der Netze. Ein zweiter Schritt wäre die Gründung einer Versorgungsgesellschaft, die bestimmen kann, welche Energie eingekauft wird.

Könnte es noch weiter gehen von der Autonomie hin zur Selbstversorgung mit erneuerbarer Energie? Patschke: Eine Energie-Autarkie ist in Nordkirchen möglich, wenn alle Potentiale genutzt werden: Einsparungen an Gebäuden und im Gewerbebereich, Windkraft, Solaranlagen und Blockheizkraftwerke, die mit Biomasse, also Holz, Energiepflanzen und Abfallstoffen, betrieben werden. Dazu kommt noch die Vernetzung und effiziente Nutzung der Energieträger. Dafür braucht es eine angepasste Infrastruktur. Dieser Umbau ist nicht von heute auf morgen zu erreichen. Er wäre jedoch perspektivisch eine wichtige Aufgabe der gegründeten Netzgesellschaften.

Was muss getan werden, um diese Potentiale zu nutzen? Patschke: Es muss der politische Wille vorhanden sein, alle Potentiale zu erkunden, um daraus eine realistische politische Zielsetzung zu definieren. In diesem Sinne hat der Bauausschuss jetzt einen einstimmigen Beschluss gefasst, um Bedarf und Einsparungsmöglichkeiten festzustellen. Die Bevölkerung wird in einem Werkstattgespräch eingebunden. Das Thema muss auch in die Diskussion über die Dorferneuerung integriert werden. Bürgermeister Friedhard Drebing war wieder Schirmherr der Woche der Sonne. Das zeigt, wie wichtig er die Sache nimmt.

Aber die Bevölkerung hat sich an den Veranstaltungen in der Woche der Sonne nur wenig beteiligt. Patschke: Das ist leider so, aber man spricht darüber, zu Hause, mit Nachbarn. Das habe ich von verschiedenen Seiten gehört. Dies ist ein Anfang. Die Leute machen sich Gedanken über Wärmedämmung im Haus oder die Erzeugung eigener regenerativer Energie. Da haben die beiden Wochen der Sonne sicher etwas bewirkt.

Wird es auch 2010 wieder eine Woche der Sonne in Nordkirchen geben? Patschke: Wir werden sie wieder machen. Aber dann muss unter anderem auch über die Organisationsform nachgedacht werden. Wir wollen zum Beispiel die künftigen Generationen in die Organisation mit einbeziehen. Das heißt, wir werden frühzeitig das JuNo, die Schulen und Kindergärten ansprechen, um die Woche der Sonne mit ihnen gemeinsam durchzuführen.

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