Mascha gefällt «einfach alles»

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - die Menschen in der Region leiden noch heute unter den Folgen. Die kleine Mascha Turik (11) aus Weißrussland erholt bei der Familie Ratte in Nordkirchen.

03.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordkirchen Mascha Turik ist elf Jahre alt und nun schon zum vierten Mal Gast bei der Familie Ratte in Nordkirchen. Auf die Frage, was ihr hier besonders gut gefällt, antwortet sie ohne zu zögern: «Einfach alles!»

Mascha kommt aus Retschiza nahe der Bezirkshauptstadt Gomel in Weißrussland (Republik Belarus). Es ist eine Region, die stark unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der benachbarten Ukraine zu leiden hat.

Mascha ist zurzeit zusammen mit zwölf anderen Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 16 Jahren auf Einladung der «Humanitären Kinderhilfe Tschernobyl e.V.» in Deutschland. Vorsitzender dieses Vereins mit Mitgliedern in Nordkirchen, Selm, Lünen und Werne ist der Nordkirchener Ewald Ratte.

Zusammen mit seiner Frau Ursula beherbergt er schon seit Jahren Gäste aus Belarus.

Schlösser und Burgen

In diesem Jahr wohnt auch die Begleiterin und Dolmetscherin der weißrussischen Kinder bei Ursula und Ewald Ratte. Sie heißt Natalia Maksimenko, ist zum ersten Mal in Deutschland, spricht die Sprache aber hervorragend. Sie ist Lehrerin für Deutsch und Weißrussisch an der Gesamtschule in Retschiza.

Wie ihr junger Schützling Mascha ist auch Natalia Maksimenko vom Aufenthalt in Nordkirchen und Umgebung begeistert: «Wir haben etliche Städte besucht und schon so viel gesehen: Köln mit dem Dom, Münster mit den vielen Kirchen, Nordkirchen und Lüdinghausen mit den Schlössern und Burgen. Es ist sehr interessant.»

Über zwei Wochen sind schon um. Am 18. Juni waren sie nach einer 37 Stunden langen Busfahrt im Münsterland eingetroffen. «Das war für mich schon ganz schön anstrengend», sagt Natalia Maksimenko. Für die Kinder allerdings weniger, denn die hätten im Bus ganz gut geschlafen.

Schon zum zwölften Mal sind Kinder aus Weißrussland zu Gast in der Region. Ihre Gastgeber planen für sie auch immer ein interessantes Programm. So waren sie am 21. Juni zu einem Fest auf dem Gelände der Firma Kanne in Bork eingeladen.

Besuch im Zoo

Am 12. Juli fahren die Gäste zurück nach Hause. Vorher freut sich Mascha Turik noch auf eine Fahrt zum Fort Fun und auf einen Besuch im Dortmunder Zoo. Angefreundet hat sie sich mit Leonie, einem Mädchen aus der Nachbarschaft der Familie Ratte.

Ihre Gastgeber und Freunde in Nordkirchen erfreut Mascha manchmal musikalisch. Sie spielt sehr gut Geige und Klavier und hat mit ihren elf Jahren schon jetzt einen klaren Berufswunsch: «Ich möchte Musiklehrerin werden.» mam

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