Maxischule in Nordkirchen: Julian Groß übernimmt Leitung in der Corona-Krise

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Seit August hat die Maximilian-Kolbe-Schule mit Julian Groß einen neuen Schulleiter. Der kennt die Schule zwar schon länger, startete die neue Stelle aber direkt in einer Ausnahmesituation.

Nordkirchen

, 25.08.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 1. August hat Julian Groß (39) die Leitung der Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen übernommen. Für Groß, der zuvor schon stellvertretender Schulleiter für die Jahrgangsstufen 1 bis 11 war, ist es zwar kein Sprung ins kalte Wasser gewesen, doch mitten im Corona-Sommer eine Schulleitung zu übernehmen, ist trotzdem eine besondere Herausforderung. Aber, wie der 39-jährige Pädagoge sagt: „Manche Zeiten haben eben besondere Erfordernisse.“

Seit August ist Julian Groß der neue Leiter der Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen.

Seit August ist Julian Groß der neue Leiter der Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen. © Karim Laouari

Aus der Ruhe zu bringen scheint Julian Groß jedenfalls gefühlt kaum etwas. Dabei stellen die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen gerade Förderschulen vor grundlegende Probleme, wie der neue Schulleiter erklärt. „Sonderpädagogik ist Beziehungsarbeit“, sagt er. Das bedeutet, dass der Alltag an einer Einrichtung wie der Maxi-Schule vor allem vom direkten Kontakt zwischen Schülern und Pädagogen lebt.

Kontaktlose Zeit hat die Schule vor große Herausforderung gestellt

Nachdem im Frühjahr die Schulen über Wochen schließen mussten, bedeutete das aber auch, dass der gewohnte Umgang zwischen Schülern und Lehrern in dieser Form nicht aufrecht erhalten konnte. Aber, das Kollegium an der Schule bestehe nicht nur aus Profis der Bereiche Pädagogik und Pflege, sondern habe die kontaktlose Zeit auch mit vielen Ideen überbrücken können, berichtet Groß.

Ein wichtiger Faktor: die Digitalisierung. So habe sich das Kollegium einerseits regelmäßig in Videokonferenzen beraten. Andererseits sei so auch der Kontakt der Schule zu Schülern und Eltern weiter möglich gewesen. Auch wenn der Schulleiter deutlich macht, dass gerade in der Sonderpädagogik ein Videotelefonat nicht den direkten Kontakt zwischen Pädagogen und Schülern ausgleichen könne.

„Es bringt nichts, Schüler mit Arbeitsblättern zuzuwerfen.“
Julian Groß

Oftmals sei es bei den Gesprächen mit den Eltern auch einfach darum gegangen, zuzuhören. Einmal pro Woche habe es mindestens Gespräche mit den Eltern gegeben, auch, um zu hören, wo die Schule unterstützen kann.

Bei der Schule auf Distanz sei es wichtig gewesen, „Unterricht mit Augenmaß“ zu organisieren. „Es bringt nichts, Schüler mit Arbeitsblättern zuzuwerfen“, macht Julian Groß deutlich. Stattdessen hätten sich die Lehrer der Maxi-Kolbe-Schule verschiedene Unterrichtsformen einfallen lassen, wie aufgezeichnete Videobotschaften oder Massage-Anleitungen per E-Mail.

Den Beginn der Corona-Pandemie hat Groß noch als einer der stellvertretenden Schulleiter erlebt - allerdings würde die Corona-Pandemie auch heute immer noch 80 Prozent der Themen in der Förderschule dominieren, macht der 39-Jährige deutlich.

Ein Nebeneffekt dabei ist, dass das Thema Digitalisierung beispielsweise gezwungenermaßen einen massiven Schub erlebt hat - auch an der Maxischule. „Die Digitalisierung treibt uns um“, macht Groß deutlich. Das Thema ist komplex. Es gehe nicht nur um die Ausstattung, sondern auch um die ganze Infrastruktur der Schule und natürlich auch um die Lehre selbst. All das zu einem funktionierenden Werkzeug für den Schulalltag zu entwickeln müsse sein, sagt Groß.

Für den neuen Schulleiter schließt sich ein Kreis

Dass die Maxischule Aufgaben wie diese lösen kann, daran hat der neue Schulleiter keine Zweifel. „Wir haben viele Experten hier, die motiviert und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind“, sagt Groß. Die Schule entwickele sich nicht „von oben“, sprich: von der Schulleitung nach unten, sondern „aus dem Kollegium heraus“. Julian Groß und seine beiden stellvertretenden Schulleiter Dirk Altenbockum (Primarstufe und Sekundarstufe I) und Heinz Kasberg (Berufspraxisstufe - Sekundarstufe II) würden nur den Rahmen vorgeben, in dem sich die Schule weiterentwickelt.

Für Julian Groß persönlich hat sich mit der Stelle als Schulleiter ein Kreis geschlossen. Der gebürtige Lüdinghausener hatte bereits vor seinem Referendariat ein Praktikum in der Maxi-Schule absolviert. Nach beruflichen Stationen in Dorsten und beim Schulamt hatte Groß dann die Möglichkeit, an die Maxischule zurückzukehren.

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