Menschen aus Nordkirchen zieht es für den Job oft in Großstädte

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Das Statistische Landesamt hat den Pendleratlas für 2019 veröffentlicht. Auffällig in Nordkirchen: Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pendeln für den Job in weiter entfernte Großstädte.

Nordkirchen

, 08.11.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als das Statistische Landesamt (IT NRW) den Pendleratlas 2019 für NRW (Stichtag 30. Juni) erstellt hat, zählte Nordkirchen offiziell 10.059 Einwohner. Bei der so genannten Tagesbevölkerung kommt die Gemeinde allerdings „nur“ auf 9413 Menschen - was daran liegt, dass für diese Statistik nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezählt werden. Und zwar auch die, die nicht in Nordkirchen wohnen, sondern tagtäglich zur Arbeit in die Gemeinde einpendeln.

Das sind laut IT NRW 3446 Menschen, was einer Einpendlerquote von knapp 68 Prozent entspricht. Dabei legen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchaus lange Strecken zurück. Rekordhalter sind ein Pendler und zwei Pendlerinnen, die alle täglich fast 80 Kilometer aus Meerbusch zur Arbeit nach Nordkirchen zurücklegen - einfacher Weg, wohlgemerkt. Drei Männer und zwei Frauen reisen für ihre Jobs in der Gemeinde aus dem 76 Kilometer entfernten Düsseldorf an.

Die Mehrheit der Pendler steigt allerdings nicht ganz so weit entfernt jeden Morgen ins Auto, in den Bus oder möglicherweise auch aufs Rad. 471 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommen aus Lünen - Spitzenwert in dieser Statistik, gefolgt von den direkten Nachbarstädten Lüdinghausen (451), Selm (430), Ascheberg (348) und Werne (329). Größere Pendlergruppen aus weiter entfernten Städten gibt es kaum - die meisten bewegen sich in den Größenordnungen wie aus dem knapp 37 Kilometer entfernten Witten (3 Pendler, 2 Pendlerinnen) oder dem 40 Kilometer entfernten Iserlohn (4 Pendlerinnen).

Hauptziele Münster und Dortmund

Deutlich mehr Nordkirchenerinnen und Nordkirchener verlassen jeden Morgen die Gemeinde, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Einige nehmen dafür lange Strecken in Kauf. Gleich 23 Männer und sechs Frauen pendeln laut IT NRW täglich die 76 Kilometer aus Düsseldorf, ein Arbeitnehmer fährt knapp drei Kilometer weiter bis Hilden. Die weiteste Strecke legt ein Nordkirchener zurück, der seinen Arbeitsplatz im 78 Kilometer entfernten Gummersbach hat. Für drei Nordkirchener geht es immerhin noch jeden Morgen 70 Kilometer bis nach Osnabrück.

Viele Nordkirchener arbeiten ohnehin nicht direkt in der Nachbarschaft. Hauptziel der Auspendler - insgesamt sind es 4092, was einer Quote von rund 72 Prozent entspricht - ist Münster, 533 Männer und Frauen arbeiten gemäß der Statistik dort. 396 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Dortmund zum Ziel, dazwischen platziert sich mit Lüdinghausen (414) eine direkte Nachbarstadt. Weitere „beliebte“ Arbeitsziele sind Werne (348) und Lünen (249).

Und der Rest der Tagesbevölkerung arbeitet laut IT NRW vor Ort. Die Zahl der „innergemeindlichen Pendler“ liegt für Nordkirchen bei 1609 Menschen.

Die Karte zeigt die größten Pendlerströme von und nach Nordkirchen im Jahr 2019.

Die Karte zeigt die größten Pendlerströme von und nach Nordkirchen im Jahr 2019. © Grafik Klose

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