Missbrauch: Nordkirchener akzeptiert Strafe nicht

Pensionierter Schulleiter und Diakon

Der pensionierte Schulleiter aus Nordkirchen, der sich wegen sexueller Übergriffe vor dem Essener Landgericht verantworten musste, hat gegen das verhängte Urteil Revision eingelegt. Seine Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft wird jetzt vom Bundesgerichtshof geprüft.

NORDKIRCHEN

29.03.2016, 16:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die sexuellen Übergriffe eines pensionierten Lehrers (75) aus Nordkirchen auf einen seiner ehemaligen Schüler beschäftigen demnächst den Bundesgerichtshof (BGH). Der vor zwölf Tagen verurteilte Senior will seine Haftstrafe nicht akzeptieren.

Entscheidung erst in Monaten

Wie das Essener Landgericht am Dienstag bestätigte, hat der Nordkirchener über seinen Verteidiger fristgerecht Revision eingelegt. Damit muss das höchste deutsche Strafgericht in Karlsruhe das Urteil vom 18. März - dreieinhalb Jahre Haft - nun auf Rechtsfehler überprüfen. Mit einer Entscheidung des BGH ist voraussichtlich erst in mehreren Monaten zu rechnen.

Hat die Revision des bis zuletzt in der kirchlichen Seelsorge tätigen Pädagogen Erfolg, müsste der Prozess womöglich noch einmal ganz von vorne verhandelt werden. Weist der BGH die Revision des verheirateten Ruhestandbeamten als unbegründet zurück, ist das Essener Urteil rechtskräftig und nicht mehr anfechtbar.

Opfer war geistig behindert

Wie berichtet hatte der Angeklagte, ein pensionierter Direktor einer Förderschule im Ruhrgebiet, im Prozess vor dem Essener Landgericht eingeräumt, mit einem seiner ehemaligen Schüler (44) mehrfach sexuelle Praktiken ausgeübt zu haben. Der Nordkirchener hatte den Austausch sexueller Handlungen als einvernehmlich dargestellt. Die Richter hatten das geistig behinderte Opfer jedoch im Urteil als besonders schützenswerte („widerstandsunfähige“) Person eingestuft.

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