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Neue Erkenntnisse der Polizei: Flüchtiger Fahrer womöglich Erfindung der Zurückgelassenen

rnUnfallflucht

Bei einem Unfall am Wochenende in Capelle schien es zunächst so, dass der Fahrer zwei schwer verletzte Beifahrer zurückgelassen hatte – laut Polizei habe es ihn aber womöglich nie gegeben.

Capelle, Ascheberg

, 13.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Polizeihubschrauber zog in der Nacht zu Sonntag, 10. März seine Kreise über Capelle. Auf der Suche war er mit einer Wärmebildkamera nach einem flüchtigen Unfallfahrer – ohne Erfolg. Auf Anfrage dieser Redaktion teilt die Polizei jetzt neue Erkenntnisse zum Unfallhergang mit.

Wie berichtet, war gegen 1.37 Uhr ein Pkw auf der L 671 Höhe Einmündung Sandstraße von der Straße abgekommen, gegen einen Baum geprallt und auf die Fahrbahn zurückgeschleudert worden.

Im schwer beschädigten Fahrzeug fanden die Einsatzkräfte zwei schwer verletzte Personen vor. Zwei alkoholisierte Ascheberger, 26 und 22 Jahre alt, wie die Polizei auf Anfrage dieser Redaktion jetzt mitteilt. Diese gaben an, dass eine dritte Person gefahren sei und sich diese vom Unfallort entfernt hatte. Nach dieser Person war der Hubschrauber auf der Suche.

Erste Vernehmung vor Ort war möglich

„Es stand zunächst im Raum, dass womöglich ein verletztes Unfallopfer durch die Gegend irrt“, erklärt Rolf Werenbeck-Ueding, Sprecher der Kreispolizei Coesfeld, im Gespräch mit der Redaktion am Mittwoch, 13. März. Daraufhin habe man den Hubschrauber angefordert, da die Chance, jemanden mit der Wärmebildkamera zu finden – vor allem im ländlichen Bereich – am erfolgversprechendsten sei, meint er. Das sei ein normaler Vorgang: „Das machen wir möglichst immer so, wenn es um flüchtige oder vermisste Personen geht“, sagt der Polizeisprecher.

„Schwer verletzt“ sind Personen in Polizeiberichten dann, sobald sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. „Das kann vom Verdacht auf Gehirnerschütterung bis zum abgetrennten Bein sein“, gibt Werenbeck-Ueding ein bildliches Beispiel. In diesem Fall ließe sich bei Redaktionsschluss nicht genau sagen, wie schwer verletzt die Personen waren. Zwar seien sie bislang - drei Tage später - noch nicht vernehmungsfähig gewesen, eine erste Vernehmung vor Ort aber war möglich.

Womöglich ein „imaginärer Dritter“

„Wir sind uns nicht sicher, ob es wirklich es einen Dritten gegeben hat“, sagt der Polizeisprecher. „Da könnte es sich womöglich um einen imaginären Dritten handeln“, meint er weiter. Die beiden alkoholisierten Ascheberger, 26 und 22 Jahre alt, konnten etwa nur den Vornamen des vermeintlich Flüchtigen nennen, was das Verdachtsmoment erhärte. Weiterer Knackpunkt: Der Halter des Fahrzeuges ist einer der beiden vorgefundenen Personen – und zwar der 26-Jährige.

Dazu kommt, dass zusätzlich zum Notruf eines vorbeifahrenden Zeugen auch der Halter des Fahrzeugs die Rettungsleitstelle alarmierte.

Aussagen waren „fadenscheinig“

Die Verletzten wurden zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Bei der Gelegenheit wurde ihnen auch Blut abgenommen, um die Alkoholisierung endgültig festzustellen. „Wir sind uns sicher, dass wir den Fahrer zuordnen können. Mit dem Blut was wir auf den jeweiligen Airbags auf Fahrer- und Beifahrerseite gefunden haben“, erklärt Werenbeck-Ueding.

„Die DNA haben wir schon mal und die können wir dann vergleichen.“ Bis eine Auswertung der Spuren vorliege, könnte aber einige Zeit, sprich Wochen, ins Land gehen. „Das geht in der Realität nicht so schnell, wie in der Krimiserie“, sagt Rolf Werenbeck-Ueding.

Das schwer demolierte Fahrzeug der Unfallnacht stellte die Polizei zur Spurensuche sicher. „Das machen wir dann, wenn noch vieles unklar ist. In diesem Fall schienen die Aussagen sehr fadenscheinig zu sein“, sagt Werenbeck-Ueding. „Mal sehen, ob wir vielleicht, wenn erst einmal etwas Zeit vergangen ist seit dem Unfall, eine ganz andere Geschichte zu hören kriegen.“ Beim Unfall von Sonntagnacht gehe es um fahrlässige Körperverletzung, eventuell sogar um eine Trunkenheitsfahrt.

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