Neue Sporthalle in Nordkirchen wird teurer

Umbau beschlossen

Nordkirchen bekommt eine neue Sporthalle. So hat der Bauauschuss am Donnerstag entschieden. Bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen wurde den Entwürfen des Planungsbüros Planwerk Münster zugestimmt. Dem Abstimmungsergebnis voraus gingen vor allem lange Diskussionen um die Kosten.

NORDKIRCHEN

, 08.05.2017, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Andreas Noack, Architekt und Mitbegründer von Planwerk, stellte den Ausschussmitgliedern detailliert vor, wie die Sporthalle von außen und von innen aussehen könnte. Wie berichtet, sind das Spielfeld und die umliegenden Räume auf das Nötigste reduziert.

So gibt es um das Spielfeld keine Tribünen oder Auslaufbereiche, dafür sind die Wände mit einem gepolsterten Prallschutz ausgestattet. Die Duschen sind pro Umkleidebereich auf vier statt der üblichen sechs reduziert, um auch an dieser Stelle Geld zu sparen.

240.000 Euro mehr Kosten als zunächst angenommen 

Trotzdem präsentierte Andreas Noack insgesamt eine höhere Summe im Ausschuss als noch im ersten Kostenrahmen abgesteckt war. Die ursprüngliche Berechnung sah eine Summe von 1,45 Millionen Euro für den Bau vor. Die Berechnung von Planwerk hingegen ergibt eine Kostenschätzung von rund 1,69 Millionen – ein Plus also von 240.000 Euro.

Das sei, so Andreas Noack, keine schöne Nachricht. Sie entspreche allerdings schlicht der aktuellen Marktsituation. Die Preise stiegen demnach vor allem bei den technischen Anlagen zurzeit stark. Das zeigt sich auch in der Berechnung des Planungsbüros. Statt wie ursprünglich eingeplant 217.000 Euro rechnet Planwerk mit 370.000 Euro, also plus 153.000 Euro mehr.

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Hinzu kommt ein Anstieg der Kosten für die Baukonstruktion (plus 50.000 auf 910.000 Euro) sowie der Baunebenkosten (plus 88.000 auf 325.000 Euro). An anderer Stelle ist es hingegen gelungen, zu sparen, darunter bei der Erschließung (minus 4000 Euro auf 31.0000) und den Außenanlagen (minus 47.000 auf 53.000 Euro). Das allerdings gleicht den Anstieg der anderen Posten nicht aus.

Weitere Sparmaßnahmen besprochen

Die anwesenden Ausschussmitglieder aller Fraktionen interessierten sich vor allem für weitere Einsparpotenziale. Noack stellte daher den Plan vor, die WC-Anlagen der alten Halle zu nutzen und dadurch neue WC-Anlagen (Besuchertoiletten) zu sparen. Dadurch würden rund 50 Quadratmeter wegfallen, umgerechnet etwa 100.000 Euro.

Zugleich trübte er jedoch die Hoffnungen, darüber hinaus noch weiter einzusparen zu können: „Wir haben die Baukosten mehrfach durchgerechnet – mehr ist in dieser Größenordnung nicht drin.“ Bauamtsleiter Josef Klaas machte dahingehend auch darauf aufmerksam, dass die 1,45 Millionen eine theoretische Rechnung auf Grundlage von Durchschnittswerten gewesen seien. Die Zahlen von Planwerk hingegen seien „die erste saubere Kostenrechnung“ auf Grundlage aktueller Preise.

Wunsch nach einem Architektenwettbewerb

Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP stimmten den Plänen letztlich zu – mit den vorgeschlagenen Einsparungen von 100.000 Euro. Die UWG enthielt sich, und die Fraktion der Grünen stimmte gegen den Beschlussvorschlag. Hinter beiden Entscheidungen liege auf keinen Fall der Beweggrund, dass man den Bau der Halle grundsätzlich ablehne, machten beide Fraktionen deutlich.

Allerdings habe man sich für die Planung einen Architektenwettbewerb gewünscht, um Kosten und Ideen besser vergleichen zu können und eine Auswahl zu haben, machte Uta Spräner (Grüne) deutlich. Am Donnerstag, 11. Mai, wird noch der Städterat in einer Sitzung abschließend entscheiden. Der Entschluss findet ab 17.30 Uhr im Bürgerhaus (Am Gorbach 2) statt.

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