Uwe Blankenhagen ist von den Ausbuchtungen der Baumumrandungen, die in den Radweg hineinreichen, nicht begeistert. © Günther Goldstein
Radfahren in Nordkirchen

Neuer Radweg in Nordkirchen sorgt für Begeisterung – und das Gegenteil

Den neuen Radweg an der Mühlenstraße in Nordkirchen findet Uwe Blankenhagen toll. Eigentlich. Durch Baumeinfriedungen befürchtet er aber Stolperfallen.

Regelmäßig benutzt Uwe Blankenhagen den neuen Radweg am Mühlenweg in Nordkirchen. Diesen findet er im Grunde genommen auch sehr gut: „Er ist total klasse, Daumen hoch“, lobt er die sanierte Fahrbahn. Allerdings findet er es nicht so gut, dass an den Bäumen die Teerdecke wieder aufgemacht und Betonbögen um die Bäume gepflastert wurden. Damit habe man ziemliche Stolperfallen für Radfahrer geschaffen.

Stolperkanten durch Einfriedungen für Bäume?

Für die Einfriedung der Bäume, die links und rechts des Radwegs stehen, habe man die Teerdecke wieder aufgestemmt. Daraufhin wurden halbrunde Kreise um die Bäume gelegt. „Dadurch entstehen Stolperkanten“, bedauert Blankenhagen. „Vorher konnte man gut nebeneinander her beziehungsweise aneinander vorbeifahren. Dadurch, dass Fahrräder heutzutage öfter etwas breiter sind, etwa durch einen Rückspiegel, ist das jetzt sehr schwierig.“ Man müsse regelrecht im Zickzack fahren. Und wirklich ist es praktisch unmöglich, nicht über die Baumbegrenzungen zu fahren, wenn sich zwei Radfahrer entgegenkommen oder nebeneinander herfahren.

Der Radweg ist an den Einbuchtungen deutlich schmaler.
Der Radweg ist an den Einbuchtungen deutlich schmaler. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Die Lösung vorher sei super gewesen, so Blankenhagen. Er ist viel mit dem Fahrrad unterwegs und fährt häufig diese Strecke. Und nicht nur er: Besonders am Wochenende seien in Nordkirchen viele Radfahrer unterwegs. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was da passieren könnte, wenn einer stolpert.“

Vorheriger Radweg hatte Huckel bekommen

Schon vorher gab es einen normalen Radweg, der aber, wie Blankenhagen beschreibt, etwas in die Jahre gekommen war. „Er war mittlerweile etwas buckelig geworden. Das ist ja ganz normal.“

Der Radweg wurde auf einer Länge von 375 Metern und zwei Metern Breite saniert, wie Karim Laouari von der Pressestelle der Gemeinde Nordkirchen auf Anfrage bestätigt. „Das ‚Problem‘ sind die Bäume, die auf beiden Seiten des Radweges stehen. Breiter können wir ihn nicht machen, da der Weg durch die Bäume begrenzt ist“, erklärt er.

Immer wieder muss man im Slalom fahren.
Immer wieder muss man im Slalom fahren. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Da der Asphalt über die Jahre abgesackt war, wurde er entfernt und etwas höher erneuert. „Wir wollen damit erreichen, dass die Strecke bequemer und ebener zu befahren ist“, erklärt Laouari. Um die Bäume wurden Ringe aus Beton gelegt, damit sie nicht direkt an den Asphalt stoßen, wie der Pressesprecher der Gemeinde erläutert. Die Baumaßnahme wird damit abgeschlossen sein.

Früher waren noch andere Maße üblich

Früher gab es noch andere Maße, die für das Anlegen eines Fahrradweges ausschlaggebend waren. „Wenn man sich jetzt mit Lastenfahrrad oder mit Außenspiegel entgegenkommt, kann es durchaus eng werden“, sagt auch er. Die Bäume geben aber leider die Breite des Weges vor, da man sie nicht fällen wollte.

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Seit über zehn Jahren als freier Journalist tätig und seit einigen Jahren auch für die Ruhr Nachrichten. Ich schreibe gerne über Menschen und ihre Geschichten.
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Tobias Weskamp