Nordkirchen braucht einen weiteren Kindergarten

Versorgungsquote sinkt

Die Gemeinde Nordkirchen ist beliebt bei jungen Familien und bringt zugleich die Verwaltung in Zugzwang. Sie muss neue Kita-Plätze schaffen, denn die Versorgungsquote sinkt. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hat sich deshalb auf seiner Sitzung in Nordkirchen mit der Situation beschäftigt - und eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen.

NORDKIRCHEN

, 10.03.2017, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Aufgrund steigender Kinderzahlen ist es notwendig, zur Bedarfsabdeckung im Ortsteil Nordkirchen bis zu 1,5 zusätzliche Gruppen einzuplanen“, so die Feststellung der Kreisverwaltung. Die Gründe liegen auf der Hand, die Versorgungsquote in Nordkirchen dürfte nach Einschätzung des Kreises für das Kindergartenjahr 2017/18 zum Teil deutlich sinken.

Hier die Zahlen im Überblick:

 

Bei den 3- bis 6-jährigen Kindern liegt nach Aussage des Kreises die Versorgungsquote bei 94,07 Prozent – im Vorjahr waren es 98,40 Prozent. Noch schwieriger ist die Situation bei den einjährigen Kindern. Hier geht der Kreis bei einer Versorgungsquote von 36,17 Prozent aus – der Vorjahreswert beträgt 42,36 Prozent.

Um diese Situation zu verbessern, ist nach Auskunft des Kreises ein weiterer zwei- bis drei Gruppen umfassender Kindergarten neu zu bauen oder die bisherige Einrichtung der Kinderheilstätte in gleicher Größenordnung zu erweitern.

Es mangelt nicht nur an Plätzen - auch Personal fehlt

Weil jedoch auch in anderen Städten und Gemeinden des Kreises neue Gruppe eröffnen sollen, sieht der Kreis ein weiteres Problem auf die Träger zukommen. „In allen Fällen wird es aber darüber hinaus eine Herausforderung sein, in ausreichendem Maße geeignetes Personal für diese neuen Kitas und neuen Gruppen in bestehenden Kitas zu finden“, so die Kreisverwaltung und kommt zu dem Schluss: „Der drohende Fachkräftemangel stell wohl das größte Problem für die gesamte Kitalandschaft dar.“

Der Kreis Coesfeld versucht, dieses Problem durch Ausbildungsangebote im Berufsschulbereich zu mildern, ist aber nach eigener Einschätzung „in seinen Möglichkeiten auch beschränkt“.

Mehr Praktika sind deshalb gefordert

Das Kreisjugendamt hat deshalb die Einrichtungen aufgefordert, zur Gewinnung von Fachkräften Schulpraktika in ihren Einrichtungen anzubieten, „damit Interessentinnen und Interessenten möglichst frühzeitig der attraktive Arbeitsplatz als Erzieher/in in einer Kindertagesstätte nahe gebracht werden kann.“

Die dritte Herausforderung ist, dass die Nachfrage nach Plätzen in der Übermittagsbetreuung weiter steigt. Nach Einschätzung des Kreises „stoßen die Einrichtungen an ihre räumlichen Grenzen.“Allerdings seien bei den meisten Kitas keinerlei Ausbaureserven auf den Grundstücken mehr vorhanden.

 

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