Nordkirchen soll Vorreiter beim nächsten großen Techniksprung werden

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Nordkirchen und das Münsterland sollen eine Vorreiterrolle bei virtueller Realität einnehmen. Das soll mit dem XR-Innovationsforum im Digitalcampus gelingen. Zwei Mitglieder berichten, wie.

Nordkirchen

, 01.11.2020, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist nicht weniger als „das nächste große Ding“, das da technologisch auf uns zukommt, davon sind die Gründer der Start-ups „Scheurer tech“, „We are VR“ und „Augment Labs“ überzeugt. So, wie das Smartphone zu Beginn der 2000er-Jahre - vor allem nach der Vorstellung des ersten iPhones 2007 - eine Technik-Revolution auslöste, seien Geräte für virtuelle Realitäten das, was die nächste Revolution antreibt. Das ist die Überzeugung von Ben Scheurer, Adrian Heer (beide Scheurer tech), David Akopyan (We are VR) und Thomas Gornas (Augment Labs). Und das Münsterland mit der noch Mini-Tech-Zentrale Digitalcampus Nordkirchen soll dabei eine Vorreiterrolle einnehmen.

VR- und AR-Start-ups sollen besser vernetzt werden

Ausgangspunkt soll dabei das von Thomas Gornas und Maximilian Gust ins Leben gerufene XR-Innovationsforum sein. Der Sinn dahinter ist, Start-ups und Unternehmen im Münsterland die sich mit Virtual und Augmented Reality beschäftigen oder sich dafür interessieren, besser zu vernetzen. Während Virtual Reality dabei das komplette Eintauchen in eine virtuelle Umgebung, zum Beispiel mithilfe einer VR-Brille ermöglicht, beschreibt der Begriff Augmented Reality, dass im Computer generierte Bilder, Filme, Grafiken und vieles mehr, in das Sichtfeld des Nutzers eingeblendet werden. Das funktioniert schon jetzt über Smartphone-Apps.

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In Zukunft werde es aber noch viel einfacher und damit auch alltäglicher werden, ist Ben Scheurer überzeugt. Der Windows-Hersteller Microsoft habe bereits eine AR-Brille auf dem Markt, die virtuelle Bilder in das Blickfeld des Nutzers einblendet, die zusätzlich auch manipulierbar sind. Neben der Industrie, die sich so beispielsweise bereits virtuelle Prototypen von Produkten detailliert ansehen kann, könnte das Konzept auch den Schulunterricht revolutionieren.

Scheurer spricht von interaktivem Unterricht, von Experimenten in naturwissenschaftlichen Fächern, die durch die neue Technik so plastisch werden könnten, wie nie zuvor. „Wir wollen junge Menschen, wie Schüler, dafür begeistern“, macht Scheurer deutlich.

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Und auch junge Menschen sollen sich trauen, zu gründen. So, wie er selbst. Mit seinen 19 Jahren hat er nicht nur gemeinsam mit Adrian Heer (23) ein eigenes Start-up gegründet, sondern berät mittlerweile auch andere Start-ups. „Wir sind Problemlöser“, sagt Scheurer. Neben der Gründung selbst gehe es bei vielen Start-ups auch um die Fragen: Wie bleibt man innovativ? Und was ist die zweite große Idee, wenn die erste auf dem Markt ist?

Neben diesem Geschäftszweig sei außerdem eine eigene VR- und AR-Plattform in Arbeit. In dem XR-Innovationsforum in Nordkirchen sehen Scheurer und Heer, die beide in Hamm studieren, viel Potenzial.

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Initiator Thomas Gornas erklärt das XR-Innovationsforum

Diese Ansicht teilt auch David Akopyan (28), Gründer des Start-ups „We are VR“. Akopyan ist Spezialist für das Design, Konzeptionieren und Programmieren von virtuellen Realitäten. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Apokalypse Münsterland“, eine Kooperation von 25 Museen und Ausstellungshäusern aus der Region, dem Münsterland e.V. und der FH Münster, an der Akopyan Architektur studiert hat. Die Idee hinter „Apokalypse Münsterland“: Die Welt und damit auch das Münsterland geht unter und die wichtigsten Ausstellungsstücke der Museen und Ausstellungshäuser sollen virtuell erhalten und erlebbar bleiben - mithilfe von virtueller Realität.

Markt für VR- und AR-Anwendungen ist groß

Nach diesem Projekt habe Akopyan gemerkt, wie groß der Markt für VR- und AR-Anwendungen sei. Durch die vielen Anfragen sei er quasi in die Unternehmensgründung hineingerutscht, sagt er. Mittlerweile setzt sein Start-up mit Sitz im Digitalhub Münster VR- und AR-Anwendungen um, wie ein virtueller Mars-Besuch für das LWL-Naturkundemuseum in Münster, oder eine Zeitreise in den Münsteraner Zoo von 1919.

Es gebe viele kreative Leute, sind sich die Start-up-Gründer und Neu-Mitglieder des XR-Innovationsforums einig. In dem Nordkirchener Netzwerk sehen sie eine vielversprechende Möglichkeit, diese kreativen Köpfe zu finden und zu vernetzen.

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