Nordkirchener Alfa-Landeschef fordert Welke heraus

Beitrag in "heute Show"

Oliver Welke hat in der ZDF-Satiresendung "heute Show" die neue Partei von Ex-AfD-Chef Bernd Lucke, Alfa, aufs Korn genommen. Das sah der Nordkirchener Ulrich van Suntum nicht so gerne. Van Suntum ist Alfa-Landesvorsitzender in NRW und forderte Welke heraus - zu einem kuriosen Duell.

NORDKIRCHEN

, 07.03.2016, 14:03 Uhr / Lesedauer: 3 min
Nordkirchener Alfa-Landeschef fordert Welke heraus

Die "heute Show" hat sich über die neue Lucke-Partei Alfa lustig gemacht.

„Ich fordere den Leiter der ‚heute Show‘ und gelernten Sportmoderator Oliver Welke zu einem sportlichen Duell auf.“ Fettgedruckte Worte in einem offenen Brief von Ulrich van Suntum aus Nordkirchen. Gerichtet an die Redaktion der ZDF-Satiresendung und diverse andere Redaktionen. Warum? Es geht um einen seiner Ansicht nach „niederträchtigen“ Beitrag, in dem Alfa als Rentnerpartei verspottet worden war.

Im letzten Beitrag der Satiresendung  am Freitagabend (4. März) war die Alfa Thema. Das ist die „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“, gegründet von Ex-AfD-Chef Bernd Lucke, der aufgrund eines Rechtsrucks der „Alternative für Deutschland“ diese neue Partei gründete. Bei einem Parteitag in Ludwigshafen Ende Februar.

"Glauben Sie, dass Sie den Erfolg der Partei noch erleben werden?“

ZDF-Reporter Carsten van Ryssen stellte Alfa-Chef Lucke, aber auch den Besuchern Fragen. „Viele ausrangierte AfD-ler haben sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammengetan“, so van Ryssen in der Anmoderation. „ALFA“ stehe für „Alte Leute für Alte“, so die These. Er fragte einen Gast, der erzählte, er hätte im Wahlkampf 8000 Flugblätter verteilt: „Kriegen Sie die Fahrten bezahlt oder holt Sie ein Zivildienstleistender ab?“

 

Endlich ein Wiedersehen mit Bernd Lucke! Carsten van Ryssen war beim Parteitag seiner neuen Partei Alfa.Die ganze heute-show vom Freitag: : http://ly.zdf.de/zZlS/

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Eine andere Frage: „Glauben Sie, dass Sie den Erfolg der Partei noch erleben werden?“ Einen weiteren Mann fragte van Ryssen, warum die Leute hier seien: „Ist das politisches Interesse oder senile Bettflucht?“ Antwort des Übertölpelten: „Das ist halb und halb, würde ich sagen.“

ZDF-Sendung war "eine einzige Beleidigung" für Alfa

Laut Ulrich van Suntum (62) (Hier erklärt er bei uns, was die Alfa ist und was sie will) hat der „Alfa diese Sendung nicht geschadet, zumal alle interviewten Mitglieder sympathisch rüberkamen“. Aber gegenüber den Eingeblendeten und älteren Menschen insgesamt sei die Sendung „eine einzige Beleidigung“ gewesen. Die Show habe damit „einen neuen Tiefpunkt ihres Niveaus erreicht“. „Niederträchtig“ nennt er sie in seinem offenen Brief auch. Der Alters-Durchschnitt der Alfa sei übrigens geringer als in anderen Parteien.

Und nun? Der Nordkirchener Landesvorsitzende spielt mit der Öffentlichkeit, die für seine Partei gerade so wichtig ist, weil am kommenden Wochenende Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt anstehen. Er bietet Welke (49) einen öffentlichen Wettlauf über eine beliebige Strecke zwischen 50 Metern und 10 Kilometern an. „Der Verlierer muss 1000 Euro an das Büro gegen Altersdiskriminierung in Köln bezahlen“, so van Suntums Angebot.

Mediale Aufmerksamkeit für eine unbekannte Partei

Die Alfa braucht schnell eine Bühne, um bekannter zu werden. Die „heute Show“ bot ihnen so eine. Eine satirische, die sich über die Gäste des Bundesparteitags lustig macht. Also keine schöne. Aber immerhin eine. Das weidet Uni-Professor van Suntum nun aus. Im „Wikipedia“-Eintrag steht bei Alfa „Kleinpartei“, laut einem Bericht des Nachrichtenportals N-TV.de aus dem Februar kennen die knapp 3000 Mitglieder starke neue Partei viele Wähler noch gar nicht. Und Bernd Lucke sagte gegenüber dem Handelsblatt kürzlich: „Noch ist unser Bekanntheitsgrad unzureichend. Aber der Wahlkampf ist ja dafür da, dass sich das ändert.“ 

Schreiben auch beim ZDF eingegangen

Stefan Unglaube, Pressesprecher des ZDF, bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass das Schreiben eingegangen sei und nun auch in der Redaktion der „heute Show“  vorliege. Er selbst sagte, dass zu den Beiträgen der Sendung viele Zuschauerreaktionen beim ZDF eingingen. „Es handelt sich ja um eine Satire-Sendung. Da kommen Reaktionen vor, und zwar auf verschiedenen Wegen“, so Unglaube im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir ignorieren keine Anfragen und Kommentare, sondern nehmen alle zur Kenntnis.“ Ob man auf so eine Einladung wie in diesem Fall gezielt reagiere, dazu wollte er sich aus der ZDF-Pressestelle zunächst nicht äußern und verwies vorläufig auf die Redaktion der „heute Show“. 

Unser Vorschlag: Vielleicht wäre ja der Nordkirchener Schlosspark ein guter Austragungsort für ein Wettrennen. Um eine Spende. Aber eigentlich vielmehr um die mediale Aufmerksamkeit.   

So reagierte Oliver Welke dann auf die Herausforderung

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