Organspende rettete Nordkirchenerin das Leben

Claudia Krogul erzählt

Aktuell warten in Deutschland rund 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Organtransplantation. Auch die Nordkirchenerin Claudia Krogul, die an Mukoviszidose leidet, wartete lange auf eine Lunge.

NORDKIRCHEN

von Von Vera Hemker

, 28.05.2013, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Organspende rettete Nordkirchenerin das Leben

Claudia Krogul erhielt eine Spenderlunge.

Ihr Leben lang leidet Claudia Krogul schon unter der Erbkrankheit Mukoviszidose. Ein Gendefekt führt zur Produktion von zähem Schleim. Dieser fördert die Ansiedlung von Keimen, die verschiedene Organe angreifen, aber vor allem das Lungenvolumen drastisch verringert. Nach der Diagnose in der Kindheit, prognostizierten ihr die Ärzte, dass sie nicht viel älter als 18 Jahre werden würde. Entgegen der düsteren Prognose der Ärzte, ist Claudia Krogul heute 34 Jahre und genießt ihr Leben. Eine Lungentransplantation im März vergangenen Jahres ermöglichte ihr dies.  2009 entschied sich die verheiratete Nordkirchenerin für die Lungentransplantation. Fast zweieinhalb Jahre stand sie auf der Warteliste. Nachts um vier Uhr kam dann der lang ersehnte Anruf: „Frau Krogul, wir haben eine Lunge für sie!“ In der medizinischen Hochschule Hannover – der europaweit führenden Klinik für Lungentransplantationen – erhielt sie in einer fünfeinhalbstündigen Operation (OP) ihre neue Lunge. Die Transplantation wurde mit dem neuen Verfahren des Organ Care Systems (OCS) durchgeführt

Für Claudia Krogul begann ein neues Leben. „Der erste Luftzug war einfach genial. Ich habe eingeatmet, weiter eingeatmet und es passte immer noch mehr rein. Es war für mich wirklich unglaublich. Für einen gesunden Menschen ist das Gefühl wahrscheinlich nicht vorstellbar“, schwärmt sie von diesem unvergesslichen ersten Atemzug nach der OP. Ihr Lungenvolumen verbesserte sich von 16 auf über 100 Prozent. Vor der OP benötigte sie durchgängig künstliche Sauerstoffzufuhr, um am Leben zu bleiben. Laufen, Treppensteigen oder den Haushalt erledigen waren kaum denkbar. Heute liebt sie es, lange Spaziergänge mit ihrem Hund und Ausritte mit ihrem Pferd zu unternehmen.

Mit einem Flyer möchte Claudia Krogul nun ihre Geschichte teilen. Es liegt ihr am Herzen, über die Leben ermöglichende Organspende zu informieren und ebenfalls Erkrankten das OCS näher zu bringen. Ihre Flyer liegen in Arztpraxen und Apotheken in Nordkirchen aus. Für ihren Spender empfindet Claudia Krogul „eine unbeschreibliche Dankbarkeit“.

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