Entlastung für evangelische Kirchengemeinde: Unterstützung soll bis Weihnachten kommen

Kirchengemeinde

Das Ende der Doppelbelastung von Silke Niemeyer ist in Sicht. Zu Weihnachten soll Unterstützung für die evangelische Kirchengemeinde kommen. Und noch mehr ändert sich.

Nordkirchen

von Anne Eckrodt

, 15.10.2018, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pfarrerin Silke Niemeyer und Kirchmeister Andreas Spitzley (Nordkirchen)

Pfarrerin Silke Niemeyer und Kirchmeister Andreas Spitzley (Nordkirchen) © Anne Eckrodt

Fest steht bereits, dass es eine Frau ist, die voraussichtlich im ersten Quartal 2019 in das Nordkirchener Pfarrhaus einziehen wird. Denn aus den sechs Bewerbungen hat das Presbyterium zwei Pfarrerinnen ausgewählt, die sich in Probegottesdiensten an den beiden nächsten Wochenenden vorstellen werden.

Den Auftakt macht Jenny Caiza Andresen am Sonntag (21. Oktober) um 10 Uhr in der Kirche an der Burg in Lüdinghausen. Die 41-Jährige ist verheiratet, Mutter eines kleinen Sohnes und lebt zurzeit mit ihrer Familie im Spreewald. Aufgewachsen ist sie in Westfalen.

Die zweite Kandidatin, Rebecca Basse, stellt sich am 28. Oktober (Sonntag) um 10 Uhr in der Kreuzkirche in Nordkirchen vor. Die 37-Jährige ist mit einem Pfarrer verheiratet, das Paar hat zwei Töchter und lebt zurzeit in Haltern am See. „Im Anschluss an beide Gottesdienste laden wir ein zum Kirchenkaffee, bei dem Gelegenheit für persönliche Gespräche mit den Kandidatinnen ist“, erläutert Andreas Spitzley, Kirchmeister der evangelischen Gemeinde aus Nordkirchen.

Wahl im November

Das Presbyterium, das sich aktuell aus 13 Personen plus Pfarrerin Niemeyer zusammensetzt, wählt dann – voraussichtlich im November – in geheimer Abstimmung die neue Pfarrerin für den Bezirk Nordkirchen.

Apropos: Die strikte Aufteilung in zwei Bezirke soll es künftig nicht mehr in der Form geben, wie sie früher üblich war. „Wir wollen ein Pfarrteam für die ganze Gemeinde“, betont Spitzley. Und Niemeyer fügt hinzu: „Jeder Bezirk soll sein Gesicht bewahren. Die Arbeit wird auch weiter jeweils vor Ort stattfinden, aber eben nicht mehr in der rigiden Trennung, wie es sie bislang gab. Wir werden zusammenwachsen – bei Wahrung der Eigenständigkeit beider Bezirke. Es wird nicht so sein, dass der eine im anderen aufgeht, es wird aber auch nicht so sein, dass der eine losgelöst vom anderen existiert.“

Enger zusammengerückt seien alle ohnehin schon, anders wären die vergangenen Monate auch gar nicht zu bewältigen gewesen, sind sich Niemeyer und Spitzley einig. Aufgrund der über zweijährigen Vakanz der Pfarrstelle in Nordkirchen haben Presbyterium, Prädikanten und weitere Ehrenamtliche bereits wesentlich mehr Aufgaben und Arbeit übernommen als üblich. Niemeyer: „Ohne diese Unterstützung wäre es in den letzten Jahren auch gar nicht gegangen.“

Gleichzeitig macht sie deutlich, dass das derzeitige Verfahren nichts mit dem plötzlichen Tod von Pfarrer Friedrich Greinke Anfang August zu tun hat. Er war der Gemeinde im befristeten Probedienst zugewiesen. Die zweite Pfarrstelle wurde bereits Ende Juni ausgeschrieben, mit dem Ziel, wieder Leben ins Nordkirchener Pfarrhaus zu bringen. Das wird nun zunächst renoviert, ehe die neue Pfarrerin dort einzieht. Etwas Geduld brauchen also alle Beteiligten noch. „Das lässt sich aushalten. Wenn wir wissen, es ist jemand gewählt, kommt es auf ein, zwei Monate nicht mehr an“, sagt Niemeyer. „Ostern und die Konfirmationen im nächsten Jahr werden wir auf jeden Fall mit neuer Kraft feiern.“ Dabei schwingt in ihrer Stimme eine gehörige Portion Erleichterung mit.

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