Politiker stimmen für Nordkirchener Handelskonzept

Wirtschaftsausschus

Das geplante Einzelhandelskonzept für die Gemeinde Nordkirchen könnte in der Ratssitzung am Donnerstag die letzte politische Hürde nehmen. Der Wirtschaftsausschuss hat sich bereits einstimmig für die Vorlage der Verwaltung entschieden, es gab aber auch Kritik an dem Konzept. Ein Überblick.

NORDKIRCHEN

, 14.03.2017, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Politiker stimmen für Nordkirchener Handelskonzept

Das Haus Westermann im Ortskern von Nordkirchen von oben: Hier will Investor Thomas Buhl aus Schwerte die alten Gebäude abreißen und neue errichten. Unter anderem sollen hier Seniorenwohnungen, ein Tourismusbüro und möglicherweise ein Dorfkontor entstehen. Doch die Planungen gestalten sich als schwierig, weil die Bürger und die Politik sehr genau darauf achten, was hier geschieht.

Einen Grund, warum die Gemeinde Nordkirchen ein Einzelhandelskonzept braucht, nennt Bürgermeister Dietmar Bergmann (SPD) im Gespräch: „Das Konzept ist Planungsgrundlage für die Entwicklung von großflächigem Einzelhandel ab 800 Quadratmetern.“ 

Ein Beispiel dafür sei die seit einiger Zeit geplante Erweiterung des K+K-Marktes in Südkirchen. Dafür sei eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig, für den die zuständige Bezirksregierung in Münster aber ein Einzelhandelskonzept für die Gemeinde voraussetzt, erklärt Dietmar Bergmann weiter. Das Konzept sei eine Grundlage dafür, wie die Gemeinde ihren Einzelhandel als Ganzes entwickeln will, welche Kerngebiete für den Einzelhandel zum Beispiel festgelegt werden sollen. Dadurch sollen Fehlansiedlungen am Ortsrand, die den Ortskern schwächen könnten, vermieden werden.

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Es gab im Wirtschaftsausschus auch Kritik am Einzelhandelskonzept, die größte davon kam aus der SPD-Fraktion. Auf Anfrage fasste Ausschussmitglied Heiko Theis (SPD) die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen. So kritisierte Theis, dass sich seiner Recherche zufolge Werte, die in das Gutachten eingeflossen sind, von Erhebungen, zum Beispiel der Industrie- und Handelskammer (IHK) Münster unterscheiden.

Theis vermisst im Gutachten Vergleichswerte

Konkret nannte Heiko Theis in der Ausschusssitzung unterschiedliche Werte beim Verhältnis von Umsatz und Kaufkraft in der Gemeinde. Das Büro Junger und Kruse hat dazu einen Wert von 0,6 ermittelt. Der Wert gibt wieder, wie viel von dem möglichen Umsatz in Nordkirchen auch tatsächlich erzielt wird. Je höher die Zahl, desto besser für die Kommune. Die IHK habe für Nordkirchen hingegen nur einen Wert von 0,37 ermittelt, so Heiko Theis. Im Gespräch sagt er, er vermisse im Gutachten solche Vergleichswerte. „Man hätte sich damit auseinandersetzen können“, fügt er hinzu.

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Wichtigster Punkt sei in seinen Augen aber, dass aus dem Konzept deutlich werde, dass für alle Ortsteile eine angemessene Grundversorgung gesichert werde. Eine Anmerkung, über die auch in der Ausschusssitzung fraktionsübergreifender Konsens herrschte. So tauche der Ortsteil Capelle im eigentlichen Einzelhandelskonzept, das einen Teil des Gutachtens ausmacht, textlich nicht auf. Dies sei aber aus Sicht der Politik unbedingt erforderlich.

Wie die Debatte ausging? Die Vorlage wurde um zwei Punkte ergänzt und am Ende in dieser Form abgenickt: Das Einzelhandelskonzept, das Teil des Gutachtens ist, soll in Kraft treten – textlich ergänzt um den Ortsteil Capelle.

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