Räder stehen still

«Wegen Arbeitskampfmaßnahmen endet der Zug heute hier.» Völlig überrascht wurden Reisende der Regionalbahn von Dortmund nach Münster gestern gegen 8 Uhr auf dem Bahnhof Capelle.

von Theo Wolters

, 10.07.2007, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Informationspolitik

Informationspolitik

Nach den Meldungen im Fernsehen und Hörfunk gestern Abend, es werde keinen Streik geben, habe er sich per Zug auf den Weg nach Münster machen wollen. «Ich bin einfach nur sauer über die Informationspolitik der Bahn.» Den Reisenden hätte man es doch wohl beim Einstieg mitteilen können, dass der Zug in Capelle halten werde. Bereits bei den letzten Warnstreiks war Klaus Gröger, er arbeitet in Münster, betroffen. «Vier Fehlstunden sind bei meiner Arbeitsstelle aufgelaufen, heute kommt wohl eine dazu.» Und wie kommt er nun zur Arbeit? «Ich habe bei meiner Arbeitsstelle angerufen und werde nun von einem Kollegen, der noch unterwegs ist, mitgenommen.»

Sauer war auch eine kleinere Reisegruppe, ebenfalls auf dem Weg von Dortmund nach Münster. Sie bestellte sich ein Sammeltaxi. Überrascht von dem Warnstreiks wurde die Südkirchenerin Iris Ludwig. Sie studiert in Münster Medienwissenschaften. «Da hat man ein Semesterticket, muss nun aber doch mit dem PKW fahren.

Zusätzliche Kosten

Dies sind doch zusätzliche Kosten für uns.» Bei den letzten Warnstreiks seien die Seminare recht leer gewesen. «Doch nun müssen wir nach Münster, es stehen doch Klausuren an.» Iris Ludwig war zum Glück mit ihrem PKW zum Bahnhof gefahren, setzte so ihre Fahrt zur Uni nun auf vier Rädern fort.

Glück hatte eine Nordkirchenerin. Sie erfuhr zwar zunächst, dass ihr Zug um 9.01 nach Münster nicht fahren werde, doch dann die erlösende Nachricht: Der Warnstreik wurde abgebrochen, der Zug hatte lediglich ein paar Minuten Verspätung. Ausfallen musste allerdings der Gegenzug aus Richtung Münster nach Dortmund, damit der Fahrplan wieder in Gang kam. Doch in Capelle wartete auch niemand auf diesen Zug. HTW

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