Raser auf der Bergstraße: Gemeinde nennt Ergebnis der Tempo-Messung und zieht Konsequenzen

rnTempo-Diskussion

Ob auf der Bergstraße gerast wird, oder nicht, hat zuletzt für Diskussionen gesorgt. Vier Wochen lang hat die Gemeinde dort die Geschwindigkeiten gemessen. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Nordkirchen

, 20.11.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wird auf der Bergstraße zu oft zu schnell gefahren? Die Diskussion über Raser, fehlende Kontrollen, zu laute Motorräder am Wochenende und gefährdete Radfahrer und Fußgänger führte in den vergangenen Wochen dazu, dass die Gemeinde den gefühlten Wahrheiten konkrete Zahlen gegenüberstellen wollte.

Fast vier Wochen lang - vom 17. September bis zum 15. Oktober - hatte sie ihr mobiles Tempomessgerät auf der Bergstraße installiert. Das gibt den Fahrern einerseits ein visuelles Feedback, ob sie sich an die erlaubte Geschwindigkeit halten.

46.000 Fahrzeuge innerhalb von 29 Tagen gemessen

Smileys zeigen, ob der Fahrer sich ans Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde hält, oder zu schnell fährt. Darüber hinaus hat das Gerät auch die Geschwindigkeit aller erfassten Fahrzeuge gespeichert. Rund 46.000 Fahrzeuge wurden in den 29 Tagen erfasst, also etwa 1600 pro Tag, wie Gemeindesprecherin Anne Büscher sagt.

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Das Ergebnis der Messung liegt der Gemeinde jetzt vor. Etwa 77 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer (etwa 35.400) hätten sich demnach an das Tempolimit gehalten, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage dieser Redaktion erklärt. Das heißt, sie sind maximal 32 Kilometer pro Stunde gefahren.

Rund 23 Prozent (etwa 10.600) lagen über dieser Toleranzgrenze. Wiederum 0,8 Prozent der zu schnellen Fahrzeuge (etwa 84) waren deutlich zu schnell unterwegs - mit mehr als 50 Kilometern pro Stunde, so Bergmann.

Parken auf der Bergstraße besser organisieren

Was das Gerät nicht erfasst habe, seien die Zeiten, wann die Fahrzeuge gemessen wurden, sagt Bergmann. Die Frage, ob eher morgens oder abends zu schnell gefahren wird, lässt sich nicht beantworten. Gemessen wurden Fahrzeuge, die von der Mühle Rath kommend in Richtung Ortskern fahren.

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Als eine Konsequenz aus der Messung werde die Gemeinde jetzt prüfen, ob sich das Parken auf der Bergstraße besser gestalten lasse, so Bergmann. Gerade im oberen Teil der Bergstraße würden sich häufiger kritische Situationen ergeben, wenn sich Autos entgegenkommen, zusätzlich aber auf der Straße parkende Autos Platz wegnehmen. „Wir wollen die Parksituation noch mal besser organisieren“, kündigt Bergmann an. Dazu sollen eindeutig erkennbare Parkmarkierungen auf der Fahrbahn aufgetragen werden.

Bitte an Polizei, häufiger zu kontrollieren

Das soll auch verhindern, dass Autofahrer eher beschleunigen, um schnell noch an geparkten Fahrzeugen vorbei zu fahren, bevor sie auf das entgegenkommende Auto warten müssen. Wenn in solchen Situationen noch Fahrradfahrer hinzukommen, werden solche Manöver umso gefährlicher.

Zusätzlich will die Gemeinde die Polizei bitten, ihre Kontrollen an der Bergstraße auszuweiten, kündigt Dietmar Bergmann an.

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„Das ist aber nicht nur ein Problem der Bergstraße, sondern auch an anderen Stellen in der Gemeinde“, macht der Bürgermeister deutlich. Ein Stück weiter klagen Anwohner über rücksichtslose Autofahrer auf der Schloßstraße. Dort gilt zwar Tempo 50, allerdings mutiere die Vorzeige-Straße der Gemeinde in den Abend- und Nachtstunden regelmäßig zur Rennstrecke für Hobby-Raser. Vom Lärm abgesehen seien Geschwindigkeiten jenseits der 80 Kilometer pro Stunde keine Seltenheit, wie Anwohner Michael Bomholt bereits im Gespräch mit dieser Redaktion beklagte.

Gemeinde arbeitet weiter an Banner-Aktion

Beschwerden gebe es zudem auch viele aus den Wohngebieten und damit die Bitte an die Gemeinde, tätig zu werden, sagt Bergmann. Das Problem: Häufig seien es die Anwohner selbst, die zu schnell fahren.

Was die Diskussion um das Tempo im Ortskern angeht, arbeitet die Gemeinde weiter an der für Frühjahr 2020 geplanten Banner-Aktion. Dabei sollen Banner oder Schilder - das genaue Konzept steht noch nicht fest - Autofahrer darauf aufmerksam machen, sich an das Tempolimit zu halten.

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