Reparatur des Schloss-Löwen wird noch dauern

Zerstörte Skulptur

Zwei Gutachten sind erstellt, die Haftungsfrage geklärt, der Auftrag vergeben. Doch bis zur Wiederherstellung des Löwentores am Schloss Nordkirchen, das im Februar von einem LKW gerammt worden war, werden noch einige Monate ins Land ziehen. Auf ein genaues Datum lassen sich Fachhochschul-Verwaltungsleiter Wilhelm Schulte und Restaurator Werner Schlüter nicht festlegen. Aus gutem Grund.

NORDKIRCHEN

, 09.04.2015, 17:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Es ist nicht so einfach“, sagt Werner Schlüter. Der erfahrene Restaurator spricht aus Erfahrung. Er hat bereits einmal einen Löwen der besonderen Nordkirchener Schloss-Skulptur restauriert. Auch vor rund zehn Jahren hatte ein LKW-Fahrer die Maße seines Fahrzeug oder die des Löwentors falsch eingeschätzt. Wie beim Unfall Anfang des Jahres fiel der Löwe in viele kleine Stücke. Damit beginnt die Sisyphusarbeit des Restaurators.

Mindestens Hochsommer

In einem aufwendigen Prozess müssen zunächst die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, eine neue Form zu erstellen. Erst dann kann aus Kunststein eine neue Figur gegossen werden. Neben dem eigentlichen Arbeitsaufwand sind es die Abbindungs- und Härtungsprozesse, die die Wiederherstellung des Löwen in die Länge ziehen.

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„Es dauert bestimmt drei bis vier Monate“, sagt Werner Schlüter. Die Schlossbesucher müssen sich darauf einstellen, das es mindestens Hochsommer sein wird, bis das Löwentor wieder komplett ist.

385 Skulpturen

Dass der Löwe kein Original ist, dürfte den meisten Besuchern dann kaum auffallen. Es handelt sich auch nicht um eine Ausnahme. „Die meisten Skulpturen sind Abgüsse“, sagt auf Anfrage unserer Redaktion Verwaltungsleiter Wilhelm Schulte.

Rund 385 Skulpturen sind im Park von Schloss Nordkirchen aufgestellt, nicht einmal zehn davon sind Originale. Der Austausch durch Abgüsse ist aber nur in Ausnahmefällen wie beim Löwentor eine Folge von Unfällen. Vielmehr setzt die Witterung den Skulpturen erheblich zu.

 

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