Riesenspende für die Kinderheilstätte in Nordkirchen

Stiftung sagt 200.000 Euro zu

Es ist laut eigener Aussage die größte Einzelspende, die die Kinderheilstätte in Nordkirchen bislang bekommen hat. Mit dem Geld werden zwei Intensivwohngruppen gebaut, durch die Familien entlastet und Kinder rund um die Uhr betreut werden können. Für die Bewerbung um die Spende erzählte die Einrichtung eine bewegende Geschichte.

NORDKIRCHEN

, 01.08.2017, 06:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Riesenspende für die Kinderheilstätte in Nordkirchen

Nils und sein Betreuer Sven Hansen

200.000 Euro spendet die RTL-Stiftung „Wir helfen Kindern“ für den Neuaufbau von zwei Intensivwohngruppen. Nicht nur RTL unterstützt den Umbau, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sagt zusätzlich Fördermittel von 223.600 Euro zu. Ohne die finanzielle Hilfe wäre das Projekt nicht möglich gewesen, sagt Gisela Stöver te Kaat vom Sozialmarketing der Nordkirchener Einrichtung ganz deutlich.

Der 17. Mai 2017 wird die Mitarbeiterin aus dem Sozialmarketing so schnell nicht mehr vergessen. Sie erinnert sich an das Herzklopfen bei dem Anruf aus Köln. Die Worte hat sie noch im Ohr: „Sie haben uns mit Ihrer Bewerbung berührt, Sie bekommen die Spende“, erinnert sich Gisela Stöver te Kaat.

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Neueröffnung des Streichelzoos in der Kinderheilstätte

Richtig kuschelig ging es bei der Eröffnung des Streichelzoos in der Kinderheilstätte zu. Zahlreiche Besucher ließen es sich nicht nehmen einen Blick auf das neue behindertengerechte Zooerlebnis zu werfen. Der gesamte Umbau kostete stolze 73 000 Euro. Das Besondere: der gesamte Umbau konnte ausschließlich mit Spendengeldern finanziert werden. Die vier Hauptspender sind die Katholische Landjugend des Bistums Münster, die Stifung help and hope, die Sparkasse Westmünsterland sowie ein privater Spender.
27.01.2017
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Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Kuschel-Alarm in der Kinderheilstätte Nordkichen: Der Streichelzoo wurde neu eröffnet. Viele Besucher schauten sich an, was sich in einem Jahr Umbau verändert hat.© Foto: Anna Knopp
Schlagworte Nordkirchen

Im Dezember hat sie eine umfassende Bewerbung an die Stiftung geschickt. Darin Pläne, Skizzen, Finanzierungspläne und Kostenschätzungen für den Umbau der beiden Intensivgruppen. Sie wollte das Projekt so detailliert wie nur irgend möglich vorstellen. Am Ende noch viel wichtiger war aber der menschliche Aspekt. Denn neue Räume für die Kinderheilstätte sind schön – es musste aber auch deutlich werden, was die Pflegegruppen für die Kinder und Jugendlichen bedeuten, die bald dort leben werden.

Die Geschichte von Nils berührt tief

Mit der Erlaubnis seiner Familie erzählten Gisela Stöver te Kaat, Pressesprecherin Hannah Iserloh und Heimleiter Franz-Josef Baumann die Geschichte des zwölfjährigen Nils (Name geändert). Es ist eine Geschichte die tief berührt, weil sie zeigt, in welcher Ausnahmesituation Familien wie die von Nils stecken.

Franz-Josef Baumann schreibt über Nils in der Bewerbung: „Im April 2005 kommt Nils zur Welt. Schon früh zeichnet sich ab, dass seine Entwicklung verzögert ist. Erst mit 21 Monaten macht Nils erste unsichere Schritte, ist sehr ruhig und in sich gekehrt und nimmt wenig Blickkontakt oder anderen Kontakt zu Menschen auf.

Mit etwa zweieinhalb Jahren wird immer deutlicher, dass etwas nicht stimmt: Nils beginnt, den Kopf auf den Fußboden oder gegen Wände, Tische oder die eigenen Hände zu schlagen. Wenig später beginnt er, auch andere Menschen, besonders seine Mutter, gezielt zu verletzen.“

Kinder wie Nils könnten nun dauerhaft stationär betreut werden

Nils kommt in einen heilpädagogischen Kindergarten. Nach einigen Monaten, die zunächst gut verlaufen, fällt Nils wieder in seine alten Verhaltensweisen. Er verletzt sich und andere, schreit heftig. Den Kindergarten kann er bald nicht mehr besuchen und auch in der Förderschule, die er ab 2011 besucht, wird es für ihn nach und nach immer schwieriger.

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„Ab Anfang 2016 kann Nils nicht mehr in die Schule gehen und ist von da an dauerhaft zu Hause bei seiner Mutter“, schreibt der Heimleiter weiter. Zwar hilft ein Rollstuhl, in dem Nils' Arme und Beine fixiert werden können, doch führt sein unberechenbares Verhalten zunehmend zu Problemen in seinem Umfeld. Nils Mutter ist alleinerziehend, kann bald nicht mehr arbeiten gehen, was zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt.

Seit 2012 ist Nils zweimal im Jahr für circa eine Woche in einer Kurzzeitwohngruppe der Kinderheilstätte zu Gast. Auch hier wird er im Eins-zu-eins-Kontakt betreut. Nils Mutter möchte ihren Sohn gerne zur stationären Dauerbetreuung in der Kinderheilstätte anmelden, in den beiden Intensivwohngruppen ist allerdings kein Platz frei. 

Kinderheilstätten bedeuten eine Entlastung für Familien unter Spannung

Ende 2016 dann ist der damals Elfjährige zu Gast in der Wohngruppe der Kinderheilstätte. Vor allem zu seinem Betreuer Sven Hansen knüpft er in den Wochen einen engen Kontakt. Die beiden etablieren feste Termine in Nils Alltag, wie den Besuch im Streichelzoo der Kinderheilstätte. Vor allem die Esel haben es dem Jungen angetan.

Sein Vertrauen in seinen Betreuer wächst und so macht Nils erste Fortschritte. Er wird zwar nach wie vor aggressiv, „aber nicht mehr durchgängig“, wie Franz-Josef Baumann beschreibt. „Nils Geschichte macht Gänsehaut“, sagt Gisela Stöver te Kaat. Sie macht aber noch viel mehr. Nils ist einer von 14 Jugendlichen und Jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 20 Jahre, die in den beiden neuen Gruppen im Erdgeschoss der Kinderheilstätte betreut werden.

Wer seine Geschichte hört, weiß, welche Entlastung die Betreuung in der Kinderheilstätte für die Bewohner und deren Familien bedeutet. Eltern, die ihre Kinder der Kinderheilstätte anvertrauen, seien keine Rabeneltern, sie seien gute Eltern, sagt Gisela Stöver te Kaat.

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