Ritterliche Disziplin am Schandpfahl

Das Hämmern der wackeren Zimmerleute ist bis ins Dorf zu hören. Auf der Wiese zwischen Kinderheilstätte und Mauritiusschule entsteht etwas ganz Großes: eine stattliche Ritterburg.

von Matthias Münch

, 09.07.2007, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim sechsten Bauspielplatz des JuNo, zum vierten Mal zusammen mit der Kinderheilstätte, wird richtig geklotzt. Bis zu sieben Meter hoch ragt ein halbes Dutzend Türme in den Himmel. In sechs Gruppen wird gebaut. Jedes Team errichtet seinen eigenen Bergfried. Verbunden werden die sechs Wehrtürme mit einer hölzernen Burgmauer. An den Eingang kommt das Prunkstück der Baumeister: eine richtige Zugbrücke. Rund 500 Einweg-Paletten, außerdem etliche Latten und Rundhölzer sowie Tausende von Nägeln haben die mittelalterlichen Baumeister für ihre Burganlage verbraucht. Die Paletten haben Firmen aus der Umgebung gespendet. Der Bauhof der Gemeinde hat sie abgeholt.

Strenges Regiment

Den Oberbefehl über das Bauwerk führt König Dietmar Haarmann. Mit strengem Regiment sorgt er vor allem für die Sicherheit. Größere Blessuren hat es nicht gegeben. Dafür sorgten und sorgen auch die vielen Betreuer: Haarmanns JuNo-Kollegin Klara Döbbelin-Südfeld, Barbara Huesmann und Christina Körwien vom Freizeitbereich der Kinderheilstätte und zwölf jugendliche Helfer. In der Mitte des Burghofes steht ein «Schandpfahl», der ebenfalls für Disziplin sorgt, wie König Dietmar erklärt: «Bisher hat noch niemand einen anderen mit dem Hammer geärgert. Also wurde auch noch niemand an den Pfahl gestellt.»

Schwerter und Helme

Da es in den letzten Tagen oft geregnet hat, fanden die Ritter und Burgdamen schon viel Zeit, um an ihrer Ausrüstung zu basteln. Im nahen Zelt oder in der Turnhalle der Kinderheilstätte wurden Schwerter und Helm, Kronen und Fahnen für die sechs Türme gebastelt. Auch Spiele wie Tauziehen, Ringwerfen, Armbrustschießen oder Würfeln standen auf dem Programm. Anregungen für ihr Mittelalter-Projekt holten die Baumeister am vergangenen Donnerstag bei einem Besuch der Burg Altena an der Lenne. 61 Kinder sind mit von der Partie, 35 aus dem Dorf und 26 aus der Kinderheilstätte. Von den jugendlichen Helfern sind einige schon zum wiederholten Mal dabei. Passend zum Motto des Bauspielplatzes tragen alle ritterliche Namen. So nennt Johanna sich Elisabeth von den Druiden. Dominik heißt Bodo von den Hofnarren. Die Namen zeigen, zu welchem Turmteam man gehört. Neben den Druiden und Hofnarren gibt es die Kreuzritter, die Drachentöter, die Henkerbande und die Schwarzen Ritter. Auch das Bauwerk selbst trägt eine klangvolle Bezeichnung, passend zum Baumaterial. Sie heißt «Burg Bretterhaufen».

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