Schwestern aus Sambia besuchen Nordkirchen und schauen sich Behinderteneinrichtungen an

Sambia

Zwei Ordensschwestern aus Sambia sind in Nordkirchen zu Besuch und schauen sich die Behinderteneinrichtungen an. Auch, um Erkenntnisse für ihre eigene Arbeit wieder mit nach Hause zu nehmen.

28.03.2019, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwestern aus Sambia besuchen Nordkirchen und schauen sich Behinderteneinrichtungen an

Christine Mwape und Regina Makumba (r.) haben sich die Caritas-Werkstatt in Nordkirchen angesehen. © Marie Rademacher

Eigentlich ist es nur ein ganz kleiner Moment. Eine junge Frau mit Behinderung - beschäftigt in der Caritas-Werkstatt in Nordkirchen - steht unvermittelt von ihrem Platz auf, geht zielstrebig auf Christine Mwape zu, schließt die Frau aus Sambia fest in ihre Arme. Und alle müssen lächeln. Vor allem natürlich die so Geherzte, die gerade zusammen mit Regina Makumba zu Gast in Nordkirchen ist. Beide Frauen sind Ordensschwestern aus der Partnergemeinde der Nordkirchener Pfarrgemeinde St. Mauritius in Sambia: Die 42-jährige Schwester Christine Mwape ist Regionaloberin, Regina Makumba (58) ist die Leiterin der Buyantanshischule, deren Aufbau die Pfarrgemeinde St. Mauritius schon seit vielen Jahren unterstützt.

Dass bei ihrem Nordkirchen-Besuch eine Führung durch die Caritas-Werkstatt auf dem Programm steht, ist kein Zufall. Im Gegenteil, wie Reinhard Niehues von der Nordkirchener Gemeinde am Rande der Führung erklärt. Er erinnert sich selbst noch an einen Besuch in Sambia im Jahr 2015. An einen Raum - vielleicht 30 Quadratmeter groß - in dem 30 Menschen mit Behinderung lagen. „Und wirklich lagen, auf dem Boden“, sagt Reinhard Niehues, der lange auch als Lehrer an der Maximilian-Kolbe-Schule gearbeitet hat. Der Blick auf Menschen mit Behinderung, so erklärt er weiter, sei in Sambia noch ein ganz anderer als in Deutschland. „Viele Menschen dort glauben, da sei Hexerei im Spiel“, sagt er bedauernd.

Nicht die Strukturen wie in Deutschland

Schwester Christine Mwape und Schwester Regina Makumba gehören nicht zu dieser Gruppe Menschen. Ganz und gar nicht. Ihr Orden hat eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung aufgebaut. „Die meisten von ihnen haben keine Familie“, sagt Regina Makumba auf Englisch. „Wir“, ergänzt Christine Mwape mit Blick auf ihr Heimatland, „haben zudem nicht die Strukturen, die es hier in Deutschland gibt.“

Genau für diesen Vergleich von Sambia und Deutschland sind die beiden Schwestern nach Nordkirchen gekommen. Um zu erzählen von Fortschritten in ihrer Heimat - auch durch Spenden aus der Partnergemeinde. Aber auch, um zu „lernen“, wie die beiden sagen. Lernen in Bezug auf den Umgang mit Menschen mit Behinderung.

Nordkirchen ist mit der Caritas-Werkstatt, mit der Maxi-Schule, mit der Kinderheilstätte ein guter Ort dazu. „Die Menschen hier leisten tolle Arbeit“, sagt Christine Mwape zu ihren ersten Eindrücken. Der Respekt und die Freundlichkeit, mit dem sie mit Menschen mit Behinderung zusammenarbeiten, habe sie beeindruckt. Und gerade durch die Besuche in der Maxi-Schule und in der Werkstatt, durch die Caritas-Mitarbeiterin Sandra Hartmann geführt hat, werde sie viel mit nach Hause nehmen. „Zum Beispiel, dass es wichtig ist, auch für Menschen mit Behinderung eine Beschäftigung zu finden“, sagt die Regionaloberin. Und, so sagt es Regina Makumba, dass sie absolut in der Lage sind, mit ihren Händen und mit ihren Köpfen zu arbeiten. Zu lernen.

Rollstuhltanz in der Maxi-Schule

Am Morgen, so erzählt es Reinhard Niehues, waren die beiden Frauen zusammen mit Vertretern der Gemeinde auch schon in der Maxi-Schule und haben bei einem Rollstuhltanz mitgemacht. Die Schule gehört zu den Unterstützern der Einrichtung in Sambia. Auch der Mauritius-Schule, an der die Kinder mit einem Sponsorenlauf den Bau von zwei Klassenzimmern der Buyantanshischule finanziert haben, haben die Schwestern einen Besuch abgestattet. An der Caritas-Werkstatt endete am Donnerstag dann der Besichtigungstag in Nordkirchen.

„Nachdem wir das hier alles gesehen haben“, sagt Regina Makumba mit Blick auf die Caritas-Werkstatt, „können wir ganz viel mit nach Hause nehmen.“ Neben Eindrücken, Ideen und Denkanstößen auch mindestens eine kleine, unvermittelte, herzliche Umarmung.

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