So entwickeln sich die Abfall- und die Abwassergebühren in der Gemeinde Nordkirchen 2019

rnAbfall- und Abwassergebühren

Gute und schlechte Nachrichten für Nordkirchener Haushalte: Während die Abwassergebühren 2019 sinken, steigen die Kosten für die Müllentsorgung. Das hat aktuelle und historische Gründe

Nordkirchen

, 15.12.2018, 05:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2019 müssen die Nordkirchener Bürger weniger für die Abwasserentsorgung bezahlen. Dafür steigen die Müllgebühren. In der Sitzung des Rates der Gemeinde Nordkirchen sind am Donnerstag neue Gebührensatzungen für die Abfall- und die Abwasserentsorgung beschlossen worden.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

? Wieviel kostet die Müllentsorgung den Nordkirchener Durchschnittshaushalt ab dem 1. Januar 2019?

Für die kleinste Restabfalltonne (80 Liter) werden ab 2019 191 Euro pro Jahr fällig, 7 Euro mehr als im Jahr 2018. Die 120-Liter-Restmüll-Tonne wird um 11 Euro teurer und kostet dann 274 Euro, die größte schwarze Tonne (240 Liter) um 20 Euro pro Jahr. Sie wird 521 Euro für das Jahr kosten.

? Wie wird der Preisanstieg begründet?

Wie Kämmerer Bernd Tönning bereits im Hauptausschuss am Dienstag erklärte, geht die Preissteigerung zum Einen auf gestiegene Kosten für den Entsorgungsbetrieb Remondis zurück. Grundsätzlich sei in der Gemeinde mehr Müll angefallen. In Zahlen: 96.200 Liter mehr auf 4.096.560 Liter. Das hänge mit den Neubaugebieten zusammen - eine Steigerung um 2,4 Prozent. Das macht aber nur einen Teil der Gesamtkostensteigerung von 90.500 Euro für 2019 aus. So berechnet Remondis für höhere Unternehmerkosten 28.500 Euro mehr. Eine höhere Grundgebühr des Kreises Coesfeld schlägt mit 8300 Euro zu Buche. Der zusätzliche Öffnungstag am Wertstoffhof wurde mit 14.200 Euro berechnet. Hinzu kommt ein einmaliger aber nicht unerheblicher Kostenpunkt: 35.000 Euro koste die Entsorgung einer Jahrzehnte alten Müllkippe am Kreisverkehr an der Ermener Straße (Venneker) die Gemeinde Nordkirchen anteilig, so der Kämmerer. Hinzu kämen gesunkene Erlöse für das Jahr 2019 in Höhe von 18.000 Euro. Statt 126 Euro pro Tonne seien mit Altpapier lediglich 90 Euro pro Tonne eingenommen worden.

? Wäre ein Wechsel des Entsorgers eine Möglichkeit gewesen, die Kosten stabil zu halten?

Nein, weil auf eine europaweite Ausschreibung für alle Kommunen im Kreis Coesfeld sich lediglich ein Entsorgungsunternehmen beworben habe - Remondis. Gedämpft wird die Gebührensteigerung durch rund 56.000 Euro Mehreinnahmen aus den vergangenen Jahren, wie Bernd Tönning erklärte.

? Wie entwickeln sich die Abwassergebühren 2019?

Sie werden für alle, die bereits einen Hausanschluss haben, sinken. Statt 3,03 Euro pro beseitigtem Kubikmeter Schmutzwasser, bezahlen Hausbesitzer ab 1. Januar 2019 nur noch 2,79 Euro für die gleiche Menge. Beim Niederschlagswasser sinkt die Gebühr um 5 Cent für Alt-Anschlüsse auf 61 Cent pro Kubikmeter.
Wer hingegen ab dem 1. Januar 2019 einen Hausanschluss bekommt, zahlt 3,03 Euro für das Schmutzwasser, beziehungsweise 66 Cent für das Niederschlagswasser.

? Warum wird zwischen alten und neuen Anschlüssen unterschieden?

Das hat mit der Übertragung des Abwassernetzes auf den Lippeverband. Weil der Lippeverband nicht berechtigt ist, Hausanschlusskosten an den Grundstücksbesitzer weiterzugeben, wären alle, die ihren Anschluss nach dem Stichtag 1. Januar bekommen, im Vorteil gegenüber den Nordkirchenern, die in der Vergangenheit bereits für einen Anschluss bezahlt haben. Die bereits gezahlten Anschlusskosten sollen jetzt an die Gebührenzahler zurückgehen, wie Bernd Tönning im Haut- und Finanzausschuss erklärte. 4 Millionen Euro seien es insgesamt. Mit sinkender Gesamtsumme würden sich auch die Gebühren bei Alt- und Neuanschlüssen weiter angleichen, kündigt der Kämmerer an.

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