So hat sich Nordkirchen seit 1920 verändert

Historische Fotos

Ein echter Nordkirchener kennt seine Heimat: Aber wie sieht es aus, wenn wir Ihnen Bilder von vor über 70 Jahren zeigen? Für ein Buchprojekt hat Hubert Kersting vom Heimatverein historische Ansichten gefunden, die beispielsweise Capelle um 1920 zeigen. Unsere Vorher-Nachher-Fotos zeigen die Veränderungen.

NORDKIRCHEN

, 15.04.2017 / Lesedauer: 3 min

Hubert Kersting vom Nordkirchener Heimatverein plant im Moment ein Buch mit alten Fotos aus Nordkirchen, Südkirchen und Capelle. Mehr zu der Geschichte lesen Sie weiter unten. Unserem Redakteur hat er vier Bilder mitgegeben, auf denen die Gemeinde zu sehen ist, wie sie früher aussah. Wir stellen diesen Fundstücken aktuelle Fotos gegenüber. Mit dem Schieberegler können Sie zwischen den Jahren hin und her wechseln.

Die Gaststätte Steffens in Capelle um 1920 und heute in ihrer Rolle als Heimathaus.

 

Am Wehrturm in Nordkirchen um 1930 und heute. Den namensgebenden Turm gibt es nicht mehr.

 

Die Schloßstraße Nordkirchen um 1940 und heute. Ähnlichkeiten sind durchaus erkennbar.

 

Auch die Grundschule in Südkirchen (hier 1965) hat heute noch Wiedererkennungswert.

 

Nordkirchener will plant Bildband mit historischen Aufnahmen der Gemeinde

Eine Autozapfsäule an der Schloßstraße, direkt vor dem Gasthaus, in dem heutzutage die Schlossstuben sind: Vor über 70 Jahren war das ein ganz normaler Anblick, wie ein Schwarz-Weiß-Foto aus dem Nordkirchener Ortskern belegt. Nach genau solchen Bildern sucht zurzeit der Vorsitzende des Heimatvereins, Hubert Kersting, für sein neues Buchprojekt.

Er befinde sich noch im Planungsprozess, erklärt Kersting im Gespräch mit unserer Redaktion, während er an seinem Schreibtisch sitzt. Rechts und links seines Laptops liegen Fotos wie das eben beschriebene. Die meisten in Schwarz-Weiß, manche in Sepiatönen, dazwischen auch einige Postkarten, verschickt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ansichten zeigen, wie es in der Schlossgemeinde einmal ausgesehen hat – als Straßen noch gepflastert statt asphaltiert waren und Plätze, wie der Am Wehrturm, noch gerade so befestigt. Und auch der namensgebende Wehrturm noch stand.

Mitmacher gesucht: Wer hat historische Fotos?

Alte Ansichten sammelt Hubert Kersting schon seit Jahren, wie er erzählt. In den vergangenen zwölf Jahren ließ er daraus immer wieder Fotobücher für das eigene Bücherregal drucken. Jetzt möchte der Vorsitzende des Heimatvereins Nordkirchen auch die Öffentlichkeit an den historischen Ansichten teilhaben lassen. Einen Titel für das geplante Buch hat Kersting noch nicht, dafür aber ein fertiges Konzept, wie es am Ende aussehen soll.

Hubert Kersting will darin alte Ansichten aus allen drei Ortsteilen sammeln. Und dafür setzt er jetzt auf die Hilfe der Nordkirchener, Südkirchener und Capeller. Hunderte alte Bilder habe er bereits gesammelt und eingescannt. Darunter sind schon jetzt Ansichten aus den vergangenen 100 bis 120 Jahren. Hubert Kersting hofft darauf, dass noch mehr Menschen aus der Schlossgemeinde historische Bilder in ihrer privaten Fotosammlung haben, die für das neue Buch des Heimatvereins in Frage kommen. Er sagt, das Aufnahmedatum spiele grundsätzlich keine Rolle. In Frage kommen auch historische Postkarten, von denen er ebenfalls einige in seiner Sammlung hat.

Buch soll 220 Seiten dick werden

Es gebe im Grunde nur zwei Vorgaben: Die Fotos oder Postkarten sollten sich auf Straßenzüge oder Gebäude beschränken. Kersting möchte rechtlichen Ärger vermeiden, wenn zum Beispiel Menschen auf den Bildern zu sehen sind, die mit einer Veröffentlichung nicht einverstanden sind. Darüber hinaus sollen die Bilder aktuellen Aufnahmen der Orte gegenübergestellt werden. Deshalb sollten es Fotos sein, auf denen zum heutigen Zustand des jeweiligen Ortes Unterschiede erkennbar werden, sagt Hubert Kersting. Bis zu 500 Fotos und Postkarten sollen am Ende ein detailliertes Gesamtbild der Nordkirchener, Südkirchener und Capeller Ortsgeschichte liefern – auf etwa 220 Seiten. Längere Texte seien abgesehen von einem Vorwort hingegen nicht geplant.

Wer bei dem neuen Buchprojekt des Heimatvereins mitmachen möchte, kann Hubert Kersting entsprechende Bilder in einem Umschlag, auf dem Name und Adresse stehen, in den Briefkasten werfen (Dahlienweg 8 in Nordkirchen). Wichtig seien darüber hinaus natürlich auch Aufnahmedatum und -ort. Kersting scannt die Bilder ein und schickt sie anschließend an die jeweiligen Besitzer zurück. „Das könnte zwei bis drei Wochen dauern“, schätzt Kersting.

Bis Mitte Mai will Hubert Kersting Fotos und Postkarten sammeln. Die Veröffentlichung des neuen Buchs ist für Herbst 2017 geplant.

 

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