So klingt die Musikfreizeit auf Schloss Nordkirchen

Audios von den Proben

Seit gestandenen 41 Jahren gibt es die Musikfreizeit auf Schloss Nordkirchen, und jedes Jahr fasziniert sie alle Beteiligten aufs Neue. Dieses Jahr ist sogar eine 12-jährige Römerin mit dabei, die extra für die Freizeit aus Italien angereist ist. Wir haben die Teilnehmer besucht und einige Audios von den Proben mitgebracht.

NORDKIRCHEN

, 17.08.2017 / Lesedauer: 3 min

Wer kann an der Musikfreizeit teilnehmen? In seiner Ausschreibung nennt der Kreis Coesfeld ein Mindestalter von 10 und ein Höchstalter von 19 Jahren. In diesem Jahr haben sich, so Leiter Ulrich Meyering, besonders viele junge Musiker angemeldet. Die meisten kommen aus dem Kreis Coesfeld, aber auch Musiker aus den Nachbarkreisen und der Stadt Münster sind dabei.

Wie kommt es, dass mit Anna Cilli eine Römerin teilnimmt? Die zwölfjährige Schülerin sagt, dass ihre Mutter nach einem interessanten Angebot für sie gesucht habe. Im Internet fand sie die Ausschreibung für die 1500 Kilometer entfernte Musifreizeit. Am vergangenen Wochenende ist sie von Rom aus nach Deutschland geflogen. In Münster wurde sie von Freunden der Mutter abgeholt und nach Nordkirchen gebracht.

Wie findet sie Nordkirchen und die Freizeit? Bislang war Cilli vor allem auf dem Schlossgelände. Die Anlage mit dem riesigen Park und der Gräfte findet sie toll. Von den Angeboten der Musikfreizeit ist sie so begeistert, dass sie 2018 wieder teilnehmen möchte.

Was sagen die Teilnehmer der Region zu den Rahmenbedingungen? Dazu eine Vorbemerkung: Auf Wunsch von Teilnehmern nennen wir nur die Vornamen und ihren Wohnort. Nike aus Münster sagt: „Ein großes Plus der Freizeit ist, dass wir eine Woche auf dem Schloss wohnen.“ Zudem seien alle Teilnehmer „nett“. Sie nimmt deshalb bereits zum sechsten Mal an der Freizeit teil. Michel aus Lüdinghausen ist auch schon zum sechsten oder siebten Mal dabei. Er betont, dass „das Abschlusskonzert das große Ziel ist.“

Während andere Kinder und Jugendlichen in die Ferien fahren oder einfach mal entspannen, sind die Teilnehmer hier von morgens bis abends gefordert. Wie gehen sie damit um? „Es ist schon anstrengend“, räumt Nike ein. Michel sagt, dass man jeden Tag etwas dazu lernt. Einig sind sich die beiden aber mit anderen Teilnehmern wie Anna aus Lüdinghausen oder Cilli aus Rom, dass es „sehr viel Spaß macht“. Dazu trägt aus Sicht der Teilnehmer auch das Freizeitprogramm teil. „Wir haben dafür extra drei Betreuer im Dozententeam“, ergänzt Leiter Ulrich Meyering.

Müssen die jungen Musiker eigentlich im Vorfeld einen Leistungsnachweis erbringen, um an der Freizeit teilnehmen zu können? Nein! „Wir wissen im Vorfeld nicht, auf welchem Niveau die Kinder sind“, sagt Ulrich Meyering. Allerdings geben sie ihr Instrument an. Daran orientiert sich das Angebot. So gibt es in diesem Jahr keine Big Band. Überraschen lassen müssen sich auch die Kinder, die 82 Teilnehmer in diesem Jahr haben erst im Schloss erfahren, welche Stücke sie einstudieren.

Warum engagiert sich der Kreis Coesfeld bei der Freizeit finanziell? Bei seinem Besuch am Mittwoch nannte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr zwar keine konkreten Zahlen, äußerte sich jedoch zur Motivation des Kreises. „Es geht darum, möglichst allen interessierten Kindern die Teilnahme zu ermöglichen.“ So bezahlen Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Coesfeld 180 Euro für Unterkunft, Verpflegung und alle musikalischen und anderen Aktivitäten auf dem Schloss. Teilnehmer außerhalb des Kreises bezahlen 200 Euro.

Kommt dieses Konzept bei den Musikern an? Offensichtlich. Obwohl etliche ältere Teilnehmer der vergangenen Jahre nicht dabei sind, ist die Teilnehmerzahl diesmal gestiegen.

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