So lief die Ankunft der 72 Flüchtlinge in Nordkirchen

Notunterkunft bezogen

In der Nacht von Freitag auf Samstag zogen die ersten 72 Flüchtlinge in die Turnhalle am Schloss in Nordkirchen. Binnen kurzer Zeit hatten THW, Feuerwehr, Gemeinde und das Deutsche Rote Kreuz die Halle bezugsfertig gemacht. Reporter Theo Wolters war in der Nacht dabei - und befragte am Morgen Bürgermeister Dietmar Bergmann für ein Video-Interview.

NORDKIRCHEN

, 19.09.2015, 10:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zügen erreichten die Menschen über Nacht den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Von dort aus wurden 72 Flüchtlinge* nach Nordkirchen gebracht. Unter ihnen sind Familien und alleinreisende Männer aus Syrien, Afghanistan, Bangladesh und anderen Krisenregionen.

Binnen 48 Stunden  hatten THW, Feuerwehr, Gemeinde Nordkirchen und das Deutsche Rote Kreuz die Halle bezugsfertig gemacht. Der erste Bus mit 40 Flüchtlinge erreichte um 2.45 Uhr das Gelände am Rande des Schlossparks. Gegen 4 Uhr folgte ein zweiter Bus der Bundeswehr mit weiteren 32 Personen Nordkirchen.

Zug kam in der Nacht aus München

Die Menschen waren in der Nacht mit einem Zug aus München in Düsseldorf eingetroffen. Dort wurden sie auf Busse verteilt. Unter den nun vorerst in Nordkirchen untergebrachten Menschen befinden sich viele Familien und alleinreisende Männer aus Syrien, Afghanistan, Bangladesh und Pakistan. Der jüngste Ankömmling ist gerade einmal drei Monate alt.  

Bevor die Menschen ihre Schlagplätze beziehen konnten, wurden sie registriert und ärztlich untersucht. Viele Menschen waren zwar stark geschwächt, aber gesund. Nur ein Mann aus Pakistan musste vorsorglich ins Krankenhaus Lüdinghausen gefahren werden. Bei ihm konnte eine ansteckende Krankheit nicht ausgeschlossen werden. Am Samstagmorgen traf er aber wieder in der Einrichtung ein.

Nicht 6 Uhr, sondern 1 Uhr

DRK-Vorstand Christoph Schlütermann hatte am Freitagabend in einem Gespräch mit unserer Redaktion noch erklärt, er rechne damit, dass Menschen aus dem zweiten Zug aus München, der gegen 2 Uhr in Düsseldorf eintreffen sollte, nach Nordkirchen gebracht werden sollen. So rechnete er mit der Ankunft für 6 Uhr. Gegen 1 Uhr erhielt er aber einen Anruf. Er erfuhr, dass nun schon Menschen aus dem ersten Zug nach Nordkirchen weiterfahren würden. 60 Menschen wurden angekündigt, doch schließlich waren es 72.

Über eine WhatsApp-Gruppe wurden die bereitstehenden Helfer informiert. Und als der erste Bus in Nordkirchen eintraf, war alles vorbereitet: Das DRK war mit Helfern vor Ort, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr unterstützen ebenfalls die Ankunft. Bei der Registrierung halfen Bürgermeister Dietmar Bergmann und seine Mitarbeiter Mechtild Kammert, Josef Klaas und Bernd Tönning. Auch Bergmanns Ehefrau Barbara und die beiden Kinder Felix und Lisa unterstützten die Arbeit des DRK.

FOTOSTRECKE
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Einzug der ersten Asylsuchenden in Notunterkunft Nordkirchen

Die Einrichtung ist gerade fertig - und nicht einmal eine nach Beginn der eigentlichen Planung sind in der Nacht zu Samstag über 70 Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan und anderen Bürgerkriegsregionen der Welt in die Turnhalle Nordkirchen eingezogen. Dort ist nun eine Notunterkunft des Landes NRW, betrieben vom Deutschen Roten Kreuz NRW, mit 150 Plätzen.
19.09.2015
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Über Nacht kamen die ersten 72 Menschen in Nordkirchen an.© Foto: Theo Wolters
Bei der Aufnahme wurden die Asylsuchenden per Fotos registriert. Die Freude, in Deutschland angekommen zu sein, war bei vielen groß.© Foto: Theo Wolters
Zwei Zelte vor der Turnhalle dienen als Registrierungsstellen. Die Feuerwehr half dem DRK über Nacht beim Erstbezug. © Foto: Theo Wolters
Übermüdet von der langen Reise. © Foto: Theo Wolters
Junge Männer und Familien, meistens mit wenig Habseligkeiten, waren froh, in der Turnhalle unterzukommen.© Foto: Theo Wolters
In Nordkirchen wurden die Menschen mit dem Nötigsten versorgt. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Flüchtlinge in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Getränke standen bereit.© Foto: Theo Wolters
Nach der Registrierung erhielten die Menschen ein Bändchen. Bürgermeister Dietmar Bergmann (l.) half selbst mit - nicht für die Fotos der Presse, sondern die ganze Zeit, wie ein normaler Helfer. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Flüchtlinge in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Jeder wurde namentlich in den beiden Zelten erfasst, sodass man hier weiß, wer in der Turnhalle untergebracht ist. © Foto: Theo Wolters
Für die Asylsuchenden war eine Mahlzeit erst einmal das wichtigste. © Foto: Theo Wolters
Die Flüchtlinge kamen mit dem Bus. Dann bezogen sie die Turnhalle. © Foto: Theo Wolters
Ein Asylbewerber in der neuen Notunterkunft in Nordkirchen: Hier ist noch nicht alles fertig. Einige Lattenroste liegen noch als Reservebetten bereit, auch die Desinfektionsspender kommen in den nächsten Tagen noch zum Einsatz. © Foto: Theo Wolters
Auch viele Kinder kamen in Nordkirchen an - das jüngste war gerade einmal drei Monate alt. Die Menschen sind zum Teil schon mit Kleiderspenden aus Österreich oder München versorgt. © Foto: Theo Wolters
Warten am Aufnahmezelt. © Foto: Theo Wolters
Und dann noch ein Foto für die Kartei mit allen Daten aus dem Bogen.© Foto: Theo Wolters
Achmed ist 23 Jahre alt und stammt aus Syrien© Foto: Theo Wolters
Müde und erschöpfte: Diese Kinder sind nun in Nordkirchen in der Turnhalle untergebracht. © Foto: Theo Wolters
Ein Bus der Bundeswehr brachte die Asylsuchenden nach Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
DRK-Vorstand Christoph Schlütermann begrüßte die Menschen im Bus in der neuen Notunterkunft. © Foto: Theo Wolters
3.30 Uhr nachts: So sehen die Schlafplätze in der Notunterkunft aus. © Foto: Theo Wolters
Kurz vor 4 Uhr: Weitere Flüchtlinge werden in die Registrierungszelte geführt. © Foto: Theo Wolters
Binnen 48 Stunden wurde die Turnhalle hergerichtet.© Foto: Theo Wolters
DRK-Vorstand Christoph Schlütermann macht ein Foto. Jeder Flüchtling wurde mit seinem Registrierungsbogen fotografiert.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Flüchtlinge in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ein Rucksacke, ein paar persönliche Dinge - und viel Hoffnung im Gesicht und im Herzen: So kamen die Menschen in der Notunterkunft in Nordkirchen an.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen - nachts, kurz vor 4 Uhr. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Die Schlafplätze© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Kurz nach 5 Uhr: Die Registrierungszelte sind leer. Die Menschen sind alle einmal hier durch gegangen. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Bürgermeister Dietmar Bergmann half bei der Registrierung.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Bürgermeister Dietmar Bergmann um 3.25 Uhr an der Registrierungstheke in der neuen Notunterkunft in Nordkirchen. Er half wie viele andere Ehrenamtliche. © Foto: Theo Wolters
Das erste Frühstück am Morgen.© Foto: Theo Wolters
Frühstück: Die Menschen können endlich die Sicherheit der Notunterkunft genießen. Sie sind fürs erste angekommen. Was die nächsten Tage und Wochen bringen, ist aber vollkommen ungewiss. © Foto: Theo Wolters
Die Turnhalle in Nordkirchen am Freitag, später Nachmittag: Schon in der Nacht zu Samstag wurden hier 73 Menschen aus aller Welt aufgenommen. © Foto: Feuerwehr Nordkirchen
Schlagworte Nordkirchen

Die Untersuchungen nahm das Nordkirchener Ärzte-Ehepaar Gabriele und Martin Etzold vor. Gegen 5.30 Uhr waren alle Menschen registriert und ärztlich untersucht. Nach einer kleinen Stärkung bezogen die Flüchtlinge ihre Kojen. In den Morgenstunden erkundeten einige bereits das Umfeld in Nordkirchen.

 

Korrektur: In einer vorigen Version dieses Artikels schrieben wir von 73 Flüchtlingen. Es sind 72. 

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