So werden Hunde zu wichtigen Helfern ausgebildet

Hundeschule in Nordkirchen

"Canis Fidus" - der treue Hund - heißt die Hundeschule von Dagmar Tennhoff in Nordkirchen. Doch die Tiere, die sie dort ausbildet, sind mehr als nur treue Begleiter. Sie sind Assistenzhunde, Helfer auf vier Pfoten und in vielen Fällen lebensnotwendig für ihre Halter.

NORDKIRCHEN

, 24.03.2016, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vierbeiner in der Hundeschule sind aufgeregt, wollen gestreichelt werden, spielen, kebbeln sich. Heute ist viel los in den Räumen an der Aspastraße. Sechs Teams sind da. Teams aus Hund und Halter.

Doch es geht nicht nur darum, dem Hund beizubringen, wie er Stöckchen holt. Es geht um mehr. Viel mehr. Susanne kommt aus Essen. Manuela aus Münster. Familie Gormanns aus Wuppertal. Warum legen sie alle den weiten Weg zur Hundeschule von Dagmar Tennhoff in Nordkirchen zurück? Hier werden Assistenzhunde ausgebildet:

 

 

Die 49-jährige Assistenzhunde-Trainerin hat im Juli 2015 den Verein "Assistenzhunde e.V." gegründet. "Wir sind ein gemeinnütziger Verein und alle, die heute hier sind, auch Mitglieder." Ziel sei es, Spenden zu sammeln für Betroffene, die sich die Ausbildung ihres Tieres sonst nicht leisten können. "Und das geht nun mal nur über den Vereinsweg."

Betroffene - das sind Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, die durch einen Hund an ihrer Seite wieder zurück ins Leben finden wollen, Menschen mit einer Behinderung oder einer unheilbaren Krankheit. Die bekannteste Form von Assistenzhunden sind wohl Blindenhunde.

Gegenstände aufheben und anreichen

Vereinsmitglied Bärbel Lasczkowski geht mit den anderen in den Garten der Hundeschule. Ein kleiner Kraftakt für die 50-Jährige. Sie leide an "spinozerebellärer Ataxie", sagt sie. Einer Erkrankung des Nervensystems. "Es fällt mir zunehmend schwer zu laufen, zu sprechen." Assistenzhund Findus kann ihr die Kommunikation nicht abnehmen - ihr das Leben aber trotzdem um so vieles erleichtern. Findus hebt Gegenstände auf, reicht sie seinem Frauchen mit der Schnauze.

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In Nordkirchen werden Hunde zu Helfern ausgebildet

"Canis Fidus" - der treue Hund - heißt die Hundeschule von Dagmar Tennhoff in Nordkirchen. Doch die Tiere, die sie dort ausbildet, sind mehr als nur treue Begleiter. Sie sind Assistenzhunde, Helfer auf vier Pfoten und in vielen Fällen lebensnotwendig für ihre Halter. Ein Besuch in der Hundeschule an der Aspastraße.
24.03.2016
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Findus hat seine Prüfung zum Assistenzhund längst hinter sich. Er begleitet Frauchen Bärbel Lasczkowski auf Schritt und Tritt. Sie leidet an "spinozerebellärer Ataxie", einer neurodegenerativen Erkrankung, und ist auf seine Hilfe angewiesen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Hundedame Doro steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung zum Assistenzhund. Sie soll den neunjährigen Max begleiten. Der Junge sitzt im Rollstuhl und ist auf Unterstützung angewiesen, wenn er zu Hause in Reken unterwegs ist.© Foto: Vanessa Trinkwald
Dagmar Tennhoff betreibt die Canis-Fidus-Hundeschule an der Aspastraße in Nordkirchen. Im Juli 2015 gründete sie den Verein Assistenzhunde e.V., mit dem sie Spenden sammeln möchte für Betroffene, die sich einen Assistenzhund nicht leisten können. Hund Tamu befindet sich gerade in der Ausbildung. "Danach soll er ein neues zu Hause finden", sagt Tennhoff. "Bei einer Familie, die auf die Hilfe eines Assistenzhundes angewiesen ist."© Foto: Vanessa Trinkwald
Dagmar Tennhoff betreibt die Canis-Fidus-Hundeschule an der Aspastraße in Nordkirchen. "Canis fidus" ist Latein und bedeutet "der treue Hund", erklärt die 49-Jährige.© Foto: Vanessa Trinkwald
Die acht Monate alte Hundedame Nelly wird gerade zum Diabetikerwarnhund ausgebildet. Für das Training mit Nelly kommt Familie Gormanns aus Wuppertal regelmäßig nach Nordkirchen. In der Assistenzhundeschule von Dagmar Tennhoff an der Aspastraße lernt die Hundedame, gefährliche Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Lilly Gormanns zu erkennen. Die Neunjährige ist vor drei Jahren an Diabetes erkrankt.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der neunjährige Max freut sich darauf, in Zukunft von Hundedame Doro begleitet zu werden. Sie steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung zum Assistenzhund.© Foto: Vanessa Trinkwald
Findus hat seine Prüfung zum Assistenzhund längst hinter sich. Er begleitet Frauchen Bärbel Lasczkowski auf Schritt und Tritt. Sie leidet an "spinozerebellärer Ataxie", einer neurodegenerativen Erkrankung, und ist auf seine Hilfe angewiesen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Die acht Monate alte Hundedame Nelly wird gerade zum Diabetikerwarnhund ausgebildet. Für das Training mit Nelly kommt Familie Gormanns aus Wuppertal regelmäßig nach Nordkirchen. In der Assistenzhundeschule von Dagmar Tennhoff an der Aspastraße lernt die Hundedame, gefährliche Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Lilly Gormanns zu erkennen. Die Neunjährige ist vor drei Jahren an Diabetes erkrankt.© Foto: Vanessa Trinkwald
Findus hat seine Prüfung zum Assistenzhund längst hinter sich. Er begleitet Frauchen Bärbel Lasczkowski auf Schritt und Tritt. Sie leidet an "spinozerebellärer Ataxie", einer neurodegenerativen Erkrankung, und ist auf seine Hilfe angewiesen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Findus hat seine Prüfung zum Assistenzhund längst hinter sich. Er begleitet Frauchen Bärbel Lasczkowski auf Schritt und Tritt. Sie leidet an "spinozerebellärer Ataxie", einer neurodegenerativen Erkrankung, und ist auf seine Hilfe angewiesen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Dagmar Tennhoff betreibt die Canis-Fidus-Hundeschule an der Aspastraße in Nordkirchen. Im Juli 2015 gründete sie den Assistenzhunde-Verein.© Foto: Vanessa Trinkwald
Seka unterstützt ihre Halterin, indem sie ihr zum Beispiel den Reißverschluss der Jacke aufmacht. Frauchen Susanne aus Essen ist contergangeschädigt und auf die Hilfe ihrer Hundedame angewiesen. "Es geht aber nicht nur darum", sagt sie. "Der Wunsch nach einem Hund war schon lange da."© Foto: Vanessa Trinkwald
Die acht Monate alte Hundedame Nelly wird gerade zum Diabetikerwarnhund ausgebildet. Für das Training mit Nelly kommt Familie Gormanns aus Wuppertal regelmäßig nach Nordkirchen. In der Assistenzhundeschule von Dagmar Tennhoff an der Aspastraße lernt die Hundedame, gefährliche Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Lilly Gormanns zu erkennen. Die Neunjährige ist vor drei Jahren an Diabetes erkrankt.© Foto: Vanessa Trinkwald
Die Ausbildung endet mit einer Prüfung für Halter und Hund im Team. Nach deren Bestehen erhält der Halter einen Ausweis, der Hund eine Art Warnweste.© Foto: Vanessa Trinkwald
Die Ausbildung endet mit einer Prüfung für Halter und Hund im Team. Nach deren Bestehen erhält der Halter einen Ausweis, der Hund eine Art Warnweste.© Foto: Vanessa Trinkwald
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Hunde, die zum Assistenzhund ausgebildet werden sollen, müssen spezielle charakterliche Eigenschaften aufweisen, insbesondere einen Mangel an Aggressivität.

Zwei Jahre dauert die Ausbildung - sie endet mit einer Prüfung für Hund und Halter im Team. "Jedes Team folgt einem systematischen Trainingsaufbau", erklärt Dagmar Tennhoff. Einmal im Monat gebe es theoretische Seminare, zwischendurch praktische Schulungen. "Es geht darum, dem Hund ein gewisses Grundgehorsam beizubringen", sagt Tennhoff. "Schließlich darf er sich nicht ablenken lassen, muss sich in allen Lebenslagen benehmen."

Mehr als nur zum Streicheln

Die meisten Hunde sind in der Selbstausbildung, trainieren mit der Familie, in der sie leben und bleiben werden. Bei dem kleinen Tamu, der durch den Garten von Dagmar Tennhoff flitzt, wird es einmal anders sein. "Tamu ist bei mir in der Fremdausbildung", sagt sie. "Danach möchte ich ihn weitergeben." In treue Hände, die ihn für mehr brauchen, als einfach nur zum Streicheln.

Weitere Informationen
Wer mehr über den Verein und das Spendenkonto erfahren möchte, kann sich unter Tel. (02596) 3337 melden oder die besuchen.

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