So wird über die Bäume in Nordkirchen entschieden

Baumkonzept der Stadt

Rund 9000 Bäume betreut dich Gemeinde Nordkirchen derzeit. Damit keine Pflanze vergessen wird und die Bestände auch über Jahrzehnte hinweg erhalten werden können, hat die Gemeinde ein sogenanntes Baumkonzept. Wir erklären, nach welchen Kriterien Bäume in Nordkirchen gepflanzt werden.

NORDKIRCHEN

, 11.06.2017, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
So wird über die Bäume in Nordkirchen entschieden

Diese jungen Bäume an der Schloßstraße sehen sehr nach Indian Summer aus.

Wenn die Gemeinde darüber entscheidet, welche Baumarten wo gepflanzt werden sollen, dann spielen zahlreiche unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Die Anzahl der Schädlinge, ortsbedingtes Baumsterben - alles müssen die Baumbeauftragten im Blick behalten. Josef Klaas, Bauamtsleiter der Gemeinde Nordkirchen hat uns erklärt, welche Kriterien an welchen Orten eine Rolle spielen.

Der Wald: Natürlich Entwicklung im Fokus

Im Wald setzt der verantwortliche Landesbetrieb Wald und Holz auf natürliche Entwicklung, erklärt Josef Klaas. Und natürlich für die Gemeinde Nordkirchen ist das Vorkommen von Eichen und Hainbuchen wie etwa am Hirschpark. Dazwischen gibt es aber auch Fichten und Pappeln, die als schnell wachsende Bäume nach dem Krieg angepflanzt wurden. Wenn diese Bäume umfallen oder geerntet werden, werden danach wieder die natürlichen Hainbuchen und Eichen angesiedelt.

Der Schlosspark: Alte Pläne, neue Bedingungen

Eine Art Sonderfall ist der Schlosspark. Dort regeln bestimmte Pläne aus der Zeit von etwa 1720/1730, welche Bäume dort stehen sollen. Sie legen zum Beispiel fest, dass Kastanien die meisten Alleen bilden. Aber auch Rotbuchen und Linden wachsen im Schlosspark. Auch heute noch werden die alten Pläne eingehalten. „Das haben wir auch bei den Hochzeitsbäumen beachtet“, sagt Josef Klaas.

Neu diskutieren wird die Gemeinde aber bald über die alten Pläne. Denn derzeit setzen Schädlinge den Kastanien zu. Die Miniermotte etwa sorgt dafür, dass die Kastanien schon früh im Jahr braun werden. „Da gehen die Meinungen aber auseinander, ob man nun weniger Kastanien pflanzen soll“, sagt Klaas. Bislang ersetzten die Mitarbeiter der Fachhochschule für Finanzen, die für das Gelände zuständig sind, die Kastanien. Die veränderten Umweltbedingungen seien der Gemeinde aber bewusst. „Das werden wir uns noch in diesem Jahrzehnt mit beschäftigen müssen“, sagt Klaas.

Die Wohnsiedlungen: Viel Schmuck auf engem Raum

Hier spielen mehrere Überlegungen eine Rolle, etwa wie viel Platz es gibt. Die Straßen würden heute sehr schmal gebaut, um die Kosten zu senken, sagt Josef Klaas. Dann gebe es auch wenig Platz für Bäume. Das erspart der Gemeinde dann auch Arbeit bei der Pflege. An einigen Stellen würden aber ganz bewusst Bäume an die Straßen gepflanzt, so Klaas. Die sollten dann besser nicht zu groß wachsen.

Außerdem achte die Gemeinde dabei auch auf „Schmuckelemente“, die etwa im Frühjahr blühen oder im Herbst buntes Laub haben. Die Schloßstraße sei so ein Beispiel, erzählt Klaas. Der Optik wegen hatten dort heimische Baumarten das Nachsehen. Ein Anlieger habe vorgeschlagen, Amberbäume zu pflanzen. Die stammen eigentlich aus Amerika. Sie sehen aber besonders im Herbst schön aus, dann färben sich die Blätter leuchtend rot.

Die Ausgleichsflächen: Verschiebung der Natur

Für neue Baugebiete muss die Gemeinde Ausgleichsflächen für die Natur schaffen. Dabei setzt die Gemeinde auf Bäume und Sträucher, die in Westfalen heimisch sind, erklärt Klaas. Schließlich findet darin auch die Tierwelt Unterschlupf und Futter. In Südkirchen hat die Gemeinde zudem Platz für alte Obstbaumsorten geschaffen. Gegenüber dem Baugebiet Auf dem Hegekamp stehen Obstbäume auf einer Weide – auch typisch westfälisch.

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