Sportlicher Schützenvogel: Willibald weiß Fußballfans zu begeistern - zumindest manche

rnSchützenfest

Was für ein harter Brocken er ist, muss der Nordkircherner Schützenvogel am 3. August erst noch beweisen. Fest steht allerdings, für welchen Fußballverein sein hölzernes Herz schlägt.

Nordkirchen

, 21.07.2019 / Lesedauer: 3 min

König Christoph Rengshausen legte selbst Hand am neuen Schützenvogel an. Ob er sich dabei insgeheim Schwachstellen merken will, ist nicht bekannt. Zusammen mit Wolfgang Hülsbusch bemalte er das hölzerne Federvieh. Doch zuvor wurde es von Werner Wiedenhorst aus der Taufe gehoben.

„Der Korpus besteht aus Weichholz. Die Flügel sind aus 35 Millimeter dicker Tischlerplatte“, erläuterte der Tischlermeister. Sieben Lagen Holz hatte er dafür verleimt. Das schlägt sich im Gewicht nieder: Rund 25 Kilogramm bringt der Holzvogel auf die Waage. Der Rumpf ist rund 80 Zentimeter hoch, mit einer Flügelspannweite von 140 Zentimetern.

Vorbei die Zeiten, als der Vogel noch aus einem Stück Holz war

„Früher wurden die Körper aus einem Stück Holz gefertigt. Aber das war unberechenbar und jetzt auch nicht mehr erlaubt“, sagte Wiedenhorst. Während die Flügel nach einer Schablone ausgesägt werden, bedarf es für den Korpus viel Geschick. Der Chef selbst sägt, leimt und schleift den Holzklotz zusammen, aus dem ein stolzer Vogel entsteht. „Ich brauche dafür rund sieben Stunden“, rechnete Wiedenhorst aus. Für die Malerarbeiten werden noch einmal so viele Stunden benötigt.

Sportlicher Schützenvogel: Willibald weiß Fußballfans zu begeistern - zumindest manche

Vogel Willibald offenbart einige Tricks, wenn man genau hinschaut. © Antje Pflips

Die beginnen mit der Grundierung in einem satten Dunkelbraun. Anschließend erfolgen die Feinarbeiten – dafür hat sich Hülsbusch ein Foto eines vorhergehenden Vogels ausgedruckt. „Die Bemalung erfolgt im Grunde immer gleich“, erzählte er. Nach der Grundierung werden mit feinen Pinselstrichen die Federn und der Ausdruck des Vogels erstellt.

Farbe der Insignien ist für Fußballfan nicht verhandelbar

Worüber er aber gar nicht diskutiert, ist die Farbgebung der Insignien. Als treuer BVB-Anhänger steht für Hülsbusch fest: „Die werden immer in schwarz-gelb gestrichen“. So, wie der Vogel in Rohzustand zu sehen war, enthüllte er auch kleinere Tricks der Vogelbauer. Der Reichsapfel stellt sich als Tennisball heraus und die Krone ist aus stabiler Pappe ausgeschnitten.

Der Vogelbau hat in den Betrieben Wiedenhorst und Hülsbusch schon eine lange Tradition. Seit dem ersten Schützenfest nach dem Krieg, das war im Jahre 1953, wird er in beiden Betrieben angefertigt. In diesem Jahr sind Wolfgang Hülsbusch und Werner Wiedenhorst persönlich für den Schützenvogel zuständig. Beide einigten sich auf den Namen „Willibald“.

Die letzten fünf Tage vor dem Fest wird er in voller Pracht im Schaufenster des ehemaligen Kaufhauses Borgert ausgestellt. „So kann jeder den Vogel aus der Nähe betrachten, bevor er an der Vogelstange in großer Höhe hängen wird“, meinte Elmar Schulte, Geschäftsführer. Die Übergabe erfolgt am Mittwoch, den 24. Juli um 16.30 Uhr im Beisein des Königpaars Christoph und Elke Rengshausen.

Das Festprogramm für das Schützenfest Freitag, 26. Juli
  • 18.30 Uhr Antreten auf der Bohlenstraße mit Löhnungsappell. Anschließend Fahnenausmarsch zur Datscha.
  • Ab 20 Uhr Party für alle Bürger der Gemeinde (Musikalische Begleitung durch Neue Stiegewald-Kapelle)
Freitag, 2. August
  • 17.30 Uhr Antreten der Schützen auf der Schloßstraße
  • 18.15 Uhr Beförderungen verdienter Schützen
  • 18.30 Uhr Empfang des Königspaares im Anschluss Marsch durch das Dorf zum Festzelt „Am Gorbach“ (Musikalische Begleitung durch den Spielmannszug Albersloh)
  • 20 Uhr Königsball mit DJ Rainer Bitter
Samstag, 3. August
  • 6 Uhr Wecken durch die Kanoniere und Pioniere
  • 9 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Mauritius(musikalisch gestaltet vom Blasorchester Sögel)
  • 10 Uhr Antreten an der Schloßstraße,
  • Gefallenenehrung an der Kriegergedächtniskapelle,
  • Festumzug durch das Dorf zur Vogelstange,
  • 11.45 Uhr Ankunft Datscha / Ordensverleihung, Beginn des Vogelschießens, ca. 15 Uhr Königsproklamation
  • ca. 16 Uhr Rückmarsch ins Dorf mit Parade und Fahnenschlag
  • (Musikalische Begleitung durch den Spielmannszug Albersloh und das Blasorchester Sögel)
  • 20 Uhr Großer Festball im Festzelt „Am Gorbach“
  • 20.15 Uhr Einzug des neuen Königs mit Hofstaat, Begrüßung der Gastverein, Musik von der Showband „Motion Livemusic“
Sonntag, 4. August
  • 11 Uhr Antreten auf der Schloßstraße im Anschluss
  • Marsch durch das Dorf zum Festzelt „Am Gorbach“
  • 11.30 Uhr Frühschoppen mit dem Musikverein Höpfingen
  • Begrüßung, Ehrungen und diverse Showeinlagen
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