Stadt und Kreis helfen Tierheim Lüdinghausen nicht

Probleme bei der Finanzierung

Aufgeben? Für Maria Eichel keine Option. Die Vorsitzende der Tierfreunde Lüdinghausen kämpft weiter für ein neues Tierheim in der Region. Egal wie heftig der Rückschlag gerade ist. Diese Kraft kann sie derzeit auch gebrauchen - denn für die Finanzierung bekommt sie keine offizielle Unterstützung von der Stadt oder vom Kreis.

LÜDINGHAUSEN

, 08.03.2017, 13:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das ehemalige Gelände der Tierfreunde Lüdinghausen.

Das ehemalige Gelände der Tierfreunde Lüdinghausen.

Große Hoffnungen hatte Maria Eichel (58) in Lüdinghausens fünf Bürgermeister und den Landrat gesetzt: Mit einer Bürgschaft sollten sie den Weg frei machen für den Kauf eines Objektes in Ottmarsbocholt, damit das Tierheim der Tierfreunde Lüdinghausen endlich eine neue Heimat bekommt.

Nach etlichen Gesprächen steht allerdings fest, dass sie von offiziellen Stellen keine Unterstützung bekommt. Die Banken wollen nach Aussage der Vorsitzenden jedoch nicht eine größere Zahl von Bürgen für einen dringend benötigten Kredit akzeptieren. „Es gehen immer wieder neue Türen auf“, sagt Maria Eichel auf Anfrage.

„Wir arbeiten gerade daran, dass es mit dem neuen Tierheim doch noch klappt.“ Auf die Frage nach dem „Wie“ hat die Vorsitzende keine konkrete Antwort. Zumindest keine, die sie bereits öffentlich nennen möchte. Optimismus will sie aber schon vermitteln. „So schnell geben wir nicht auf.“ Das gilt für das Projekt Tierheim und für die praktische Arbeit mit Tieren. „Sie findet derzeit im Kleinen statt.“

Engagierte Mitglieder kümmern sich um gefundene Katzen. Sie stellen sicher, dass die Katzen geimpft, kastriert und medizinisch versorgt werden. Ganz wichtig ist: Die Katzen dürfen so lange bleiben, bis sie vermittelt sind. Eine andere Gruppe aktiver Mitglieder kümmert sich um Werbung, mögliche Infostände und Sponsoring.

Traum lebt weiter, trotz Veränderungen im Vorstand

Der Traum vom Tierheim lebt weiter. Daran ändern auch die Veränderungen im Vorstand nichts. Auf Nachfrage sagt Maria Eichel, dass die zweite Vorsitzende Sandra Grüter aus beruflichen Gründen ausgeschieden ist. Der kommissarische dritte Vorsitzende Dieter Kulla rückte auf ihre Position. Neue dritte Vorsitzende ist kommissarisch Anja Wideburg. „Wir haben nur alle drei Jahre Vorstandswahlen“, sagt Eichel. Die nächsten sind 2018. Dann hofft der Verein auch, eine neue Heimat gefunden zu haben.

Hintergrund
Seit 2002 hatten die Tierfreunde Lüdinghausen einen Bauernhof in der Lüdinghauser Bechtrup gepachtet.  Nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit erhielten sie 2012 die Mitteilung, dass sie bis 2014 den Hof zu räumen haben. Der Vermieter gab als Grund Eigenbedarf an. Zwar gab es dann eine kurze Verlängerung, allerdings stehen die Tierfreunde seit Herbst 2016 „auf der Straße“. Mit einer gewaltigen Kraftanstrengung konnten die Tiere an andere Vereine oder Privatpersonen vermittelt werden. Bei der Suche nach einer neuen Heimat wurde der Verein zunächst in Nordkirchen fündig. Als die Tierfreunde bereits mitten in den Vorbereitungen für den Umzug waren, wurde das Objekt völlig überraschend kurzfristig verkauft. Bei einem anderen Objekt reichen bislang die finanziellen Mittel nicht aus.

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