Südkirchener Grundschule stößt an Kapazitätsgrenze

Übermittagsbetreuung

Die Südkirchener Grundschule an der Hauptstraße Donnerstagmittag: Der Platz ist eng. Insgesamt stehen nur vier Klassenräume zur Verfügung. Einen davon sowie einen Förderraum nutzt die Übermittagsbetreuung (Ümi). Mittlerweile stößt die Schule an ihre Kapazitätsgrenzen.

NORDKIRCHEN

, 27.10.2016 / Lesedauer: 3 min
Südkirchener Grundschule stößt an Kapazitätsgrenze

Die Grundschule in Südkirchen im Oktober 2016.

Auf guten Zuspruch durch die Eltern hatte Elisabeth Högemann durchaus gehofft, als sie zum 1. August 2015 die Übermittagsbetreuung an der Südkirchener Grundschule eröffnete. Was die Bereichsleiterin von der Jugendhilfe Werne und ihre Mitarbeiterinnen danach erlebten, hat sie aber geradezu überwältigt. „Das ist der helle Wahnsinn“, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Statt der ursprünglich erwarteten 20 Kinder blieben inzwischen 48 Mädchen und Jungen über Mittag in der Schule. „Die Tendenz ist weiter steigend“, so Högemann. Das freut die Bereichsleiterin der Jugendhilfe Werne, sie macht sich aber auch Sorgen: „Wir stoßen inzwischen an die Kapazitätsgrenzen.“

Nur vier Klassenräume

„Nein, an einen Aufnahmestopp denken wir nicht“, sagte Mechtild Kammert von der Gemeindeverwaltung auf Anfrage. „Auf keinen Fall.“ Schließlich gelte es ja, mit dem Betreuungsangebot bis maximal 16 Uhr berufstätige Eltern zu unterstützen. „Da werden wir nicht auf die Bremse treten.“ Aber: „Zusätzliche Räumlichkeiten schaffen können wir auch nicht.“ Für eine bauliche Erweiterung fehle der Platz – das Schulgebäude hat nur vier Klassenräume – , und eine Aufstockung der Schule sei „dann doch etwas überzogen“.

„In Personal investieren.“

Das Einzige, das sich Kammert vorstellen kann: „In Personal investieren.“ Je mehr Mitarbeiter zur Verfügung stünden, desto besser ließen sich Kleingruppen bilden für unterschiedliche Aktivitäten von Hausaufgabenbetreuung bis zu Bastel- und Spielangeboten. Das helfe, die Situation zu entzerren. Bürgermeister Dietmar Bergmann hat den Appell gehört: „Anlässlich der Haushaltsplanberatungen werden wir darüber sprechen müssen“, kündigte er während der Sitzung des Familienausschusses am Dienstag im Bürgerhaus an.

Am Anfang hatte Elisabeth Högemann ein dreiköpfiges Team für „Ümi“ in Südkirchen zusammengestellt. Dass das nicht ausreichen würde, war bereits klar, als statt der erwarteten 20 auf Anhieb mehr als 30 Kinder kamen. „Inzwischen sind sieben im Team.“

Vormittags Förderraum - anschließend Essraum

Und die haben alle Hände voll zu tun – im wahrsten Sinne des Wortes, wie Högemann weiß. Die Ümi nutze als Essraum für das gemeinsame Mittagessen einen Raum zwischen zwei Klassen, der vormittags als Förderraum diene. Das Problem: „Manchmal wird er für den Unterricht bis kurz vorm Essen genutzt“, sagt Högemann. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen müssten dann „wie im Flug für das Essen alles eindecken“. Das bedeute Stress. und Lärm: „Wenn alle 48 Kinder zusammen sind, ist das schon eine Menge“, bestätigt Schulleiterin Nicole Zombic.

Keine Verpflichtung
Von 11.30 Uhr bis maximal 16 Uhr dauert die Übermittagsbetreuung.
Die Kosten für die Eltern sind einkommensabhängig und vergleichbar mit den Kita-Gebühren.
Kinder brauchen – anders als bei einer OGS (offenen Ganztagsschule) nicht jeden Tag zur Übermittagsbetreuung zu kommen.
Eine OGS sei von den Eltern in Südkirchen nicht erwünscht, sagt Elisabeth Högemann.

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