Südkirchener misst seit Jahrzehnten den Regen

Josef Quante und seine Station

Es gibt eine Frage, die hat Josef Quante in seinem Leben schon ziemlich oft gehört: „Herr Quante, wie ist denn das Wetter in Südkirchen?“ Quante ist kein Meteorologe, das Wetter ist sein Hobby. Deshalb kam ihm auch vor 30 Jahren die Idee, sich vom Landesamt eine Niederschlagsstation in den Garten bauen zu lassen.

SÜDKIRCHEN

, 19.09.2015, 06:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Südkirchener misst seit Jahrzehnten den Regen

Im Garten von Josef Quante steht eine Wetterstation.

Der Garten der Eheleute Quante ist eine kleine Idylle – statt grüner Rasen, ein kleiner Fischteich mit Seerosen und einer Brücke darüber, zig in voller Blüte stehende Rosen in verschiedenen Farben. Was nicht so recht in dieses Bild passen will: der große weiße Kasten und die beiden aufgestielten Behältnisse mitten auf der Rasenfläche.

Mit ihnen Stelle misst die Niederschlagsstation von Josef Quante seit 30 Jahren, wann genau wie viel Regen oder Schnee in Südkirchen fällt.

Darum steht die Station in Quantes Garten

Lange Zeit arbeitete Quante für die Gemeinde Nordkirchen. Er war unter anderem zuständig für die Kläranlagen der Schlossgemeinde. „An den Kläranlagen stehen meistens diese Niederschlagsstationen“, erzählt Michael Brandenburg vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, der einmal im Monat bei Familie Quante vorbeischaut, um sich die Station anzuschauen.

Als das Kläranlagensystem in Nordkirchen umstrukturiert wurde und die Anlage in Südkirchen den Betrieb einstellte, hatte Josef Quante die Idee, sich die Station in seinen Garten stellen zu lassen. „Die Bedingungen sind hier optimal“, sagt der Südkirchener und deutet auf die frei stehende Station.

„Die Station darf natürlich nicht von Pflanzen beeinflusst werden“, sagt Michael Brandenburg. Auch zu nah am Gebäude dürfte sie nicht stehen, erklärt er.

Die Daten landen automatisch beim Landesamt

All das ist bei Quantes im Garten der Fall. Hier steht zum einen die Niederschlagsstation, die rund um die Uhr genaue Messungen vornimmt. Den gefallenen Regen ermittelt sie durch das Gewicht der Flüssigkeit, die sich im Behälter befindet.

Sie zeichnet so auch die Daten auf, von wann bis wann wie viel Regen gefallen ist. Elektronisch und automatisch werden diese Daten an das Landesamt übertragen. Neben der Niederschlagstation steht bei Josef Quante auch noch ein Regenmesser.

Diesen Behälter leert Josef Quante einmal am Tag aus und ermittelt so, wie viel Niederschlag in den vergangenen 24 Stunden in Südkirchen runtergekommen ist. Er schreibt außerdem auch auf, wie das Wetter ist: ob es regnet, die Sonne scheint, bedeckt ist oder schneit.

Und wozu das alles? Niederschlagsstationen wie die von Josef Quante, so Michael Brandenburg, sind wichtig etwa für Kanalnetzbelegungen, für Niederschlagabfluss-Langzeitstatistiken oder aber auch für Warnungen gegen Hochwasser oder dergleichen.

Und wie war nun das Wetter?

Josef Quante gibt die Antwort auf diese Frage gleich doppelt - zunächst auf Plattdeutsch und dann auf Hochdeutsch.

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