Südkirchener nutzte Bauernhof als Drogenlager

Prozessbeginn am Mittwoch

Kokain, Marihuana, Haschisch, Amphetamine: Eine breite Drogen-Palette hatten ein 36-jähriger Mann aus Südkirchen und sein 34-jähriger „Geschäftspartner“ aus Lüdinghausen im Angebot. Dafür müssen sich die beiden Männer ab Mittwoch (12.8.) vor der 11. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster verantworten.

SÜDKIRCHEN/LÜDINGHAUSEN/MÜNSTER

10.08.2015 / Lesedauer: 3 min
Südkirchener nutzte Bauernhof als Drogenlager

2000 Pillen Ecstasy wurden gefunden.

Laut Staatsanwaltschaft sollen sie im Zeitraum vom 1. Juli 2012 bis zum 20. Februar 2015 in Lüdinghausen und Umgebung in mehr als 100 Fällen unerlaubt mit Betäubungsmitteln gehandelt haben. Dabei gilt der Südkirchener als Haupttäter. Er hatte eine Garage und einen weiteren Raum auf einem Bauernhof in Ottmarsbocholt als Lager für das Rauschgift angemietet. Von hier gingen teilweise mehrere Lieferungen pro Woche ein und aus. Allein bei einer Durchsuchung am 20. Februar dieses Jahres fand die Polizei auf dem Bauernhof Betäubungsmittel im Wert von 155.000 Euro.

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Polizei Coesfeld stellt Drogen im Wert von 160.000 Euro sicher

Die Polizei hat einen großen Fahndunserfolg zu vermelden: Bei einer Pressekonferenz zeigten die Ermittler Berge von Rauschgift, die bei einem Drogendealer sichergestellt wurden.
24.02.2015
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Landrat Konrad Püning (r.) und Bernd Loeffler, Direktionsleiter Kriminalität schauen sich den Drogenfund an.© Foto: Theo Wolters
2000 Pillen Ecstasy wurden gefunden.© Foto: Theo Wolters
Gefunden wuden auch 45 Kilogramm Streckmittel.© Foto: Theo Wolters
Die Drogen wurden auch mit Koffein gestreckt.© Foto: Theo Wolters
Die gefunden Drogen, im Vordergrund acht Kilogramm Marihuana.© Foto: Theo Wolters
Acht Kilogramm Marihuana.© Foto: Theo Wolters
In diesem umgebauten Schreibtisch wurden Drogen gefunden.© Foto: Theo Wolters
Vier Kilogramm Amphitamine wurden sichergestellt.© Foto: Theo Wolters
Auch ein kleine Waage wurde gefunden.© Foto: Theo Wolters
Zwei Kilogramm Haschisch wurden gefunden.© Foto: Theo Wolters
Acht Kilogramm Marihuana und zwei Kilogramm Haschisch wurden sichergestellt.© Foto: Theo Wolters
Schlagworte Nordkirchen

Landrat Konrad Püning sprach vom größten Drogenfund im Kreis Coesfeld seit neun Jahren, als er den Fahndungserfolg am 24. Februar auf einer Pressekonferenz vorstellte. Bei der Razzia in Ottmarsbocholt fanden die Beamten acht Kilogramm Marihuana, zwei Kilogramm Haschisch, vier Kilogramm Amphetamine, 2000 Ecstasy-Pillen, 130 Gramm Kokain und 45 Kilogramm Streckpulver. Die beiden Verdächtigen wurden festgenommen.

Verkauf an bis zu 50 Konsumenten

Der Südkirchener soll die Drogen aus den Niederlanden beschafft haben. Sein Komplize aus Lüdinghausen, so die Vorwürfe in der Anklageschrift, sei für den Verkauf an bis zu 50 Konsumenten zuständig gewesen. Beide Männer sind einschlägig vorbestraft. Der Südkirchener hatte vor seiner Verhaftung im Februar bereits dreieinhalb Jahre im Gefängnis gesessen. Der Lüdinghausener war zu 21 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der Besitzer des Bauernhofes hatte nach den Erkenntnissen der Polizei mit den Drogengeschäften nichts zu tun. Aufgeflogen war der Südkirchener, weil Bekannte aus seinem Umfeld der Polizei Tipps gegeben hatten. Daraufhin wurde er ab August 2014 observiert, sein Telefon wurde überwacht. Die Polizei stellte fest, dass er zwei- bis dreimal täglich zu dem Bauernhof in Ottmarsbocholt fuhr. Mehrmals wurde er auch bei Fahrten nach Enschede beobachtet. Als er am 19. Februar 2015 am Grenzübergang Gronau einreisen wollte, nahm ihn die Polizei fest.

Griff unter die Theke

Im Zuge der Observierungen des Südkircheners kam die Polizei auf die Spur eines Kleinunternehmers in Lüdinghausen. In seinen Geschäften soll er die Drogenkunden per Griff unter die Ladentheke versorgt haben. Bei ihm fanden die Beamten 460 Gramm Amphetamine, 416 Gramm Marihuana und fünf Gramm Kokain. Er legte ein umfangreiches Geständnis ab und nannte dabei auch die ihm bekannten Namen von Konsumenten.

Die Strafkammer hat zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Beginn der öffentlichen Verhandlung ist Mittwoch, 12. August, um 9 Uhr im Saal A 14 des Landgerichts.   

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