Syrischer Flüchtling ist heute Goldschmied in Werne

Asylbewerber in Südkirchen

Im Frühjahr des Jahres 2015 unterhielten wir uns mit neun Menschen, die als Asylbewerber nach Südkirchen, Olfen und Selm kamen und nun hier leben. Unter ihnen war George Almaher, der seine Frau und die beiden kleinen Kinder in Syrien zurückließ. Was ist inzwischen aus Almaher geworden? Wie lebt er? Wir trafen ihn.

SÜDKIRCHEN

14.10.2015, 10:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Syrischer Flüchtling ist heute Goldschmied in Werne

George Almaher ist Goldschmied, und in diesem Beruf arbeitet er jetzt auch hier in Deutschland. Er ist angekommen in seiner neuen Heimat, doch seine beiden Kinder und die Ehefrau musste Almaher in Syrien zurücklassen. Wann er sie endlich wiedersieht? Unklar.

Knapp ein Jahr alt war sein Sohn Ihab als der Syrer George Almaher seine Familie in Damaskus verließ, um in Deutschland für sich, seine beiden Kinder und seine Frau Mary eine neue Heimat fern vom Krieg zu finden. Wiedersehen wird er Ihab frühestens, wenn er drei Jahre alt ist. Wenn alles gut geht.

Es gibt Hoffnung. George hat seit Juni seine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, er hat Arbeit in seinem Beruf als Goldschmied und eine eigene Wohnung. Ein Antrag auf Familienzusammenführung läuft, Voraussetzung ist ein Interview in einer deutschen Botschaft. In Syrien gibt es keine. Also hat er den Antrag im Libanon in Beirut gestellt. Einen Termin gibt es auch – im Juni 2016.

Hinter Gemüsekisten versteckt

Mary Almaher, die mittlerweile achtjährige Tochter Haia und Ihab wohnen weiterhin im eigenen Haus in Damaskus. Der Krieg ist noch näher gerückt. Die Demarkationslinie ist nur noch einen Kilometer entfernt. Mary, eine Lehrerin, geht nicht mehr arbeiten, Schulbesuche für Haia sind schwieriger. Noch gibt es Geld aus dem Verkauf des Juweliergeschäfts, George schickt zudem einen Teil seines Gehalts in die Heimat.

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Hinter Gemüsekisten versteckt, gegen viel Geld für die Schlepper, war George Almaher über Land von der Türkei aus nach Deutschland gekommen. Er spricht mittlerweile etwas Deutsch, jedoch kein Englisch. Sein Arbeitgeber Tobias Teigelkötter vom gleichnamigen Juweliergeschäft in Werne, ist flexibel, passt Arbeitszeiten an einen intensiven Sprachkurs an, den George ab dem 28. September besuchen kann.

Kontakt via Skype

Vieles läuft für George hier in Deutschland gut. Er hat eine Wohnung. Er wird an seiner Arbeitsstelle von den Kollegen aufgrund seines Könnens und vom Chef respektiert. „Ich bin in die Familien integriert“, sagt er, dort wo er wohnt und dort wo er arbeitet. Selbst die Fahrt zur Arbeit klappt mit Bürgerbus und Bahn.

Regelmäßigen Kontakt zu Frau und Kindern hat er Dank Skype. Dennoch: Die Trennung ist lang – Unverständnis über unterschiedliche Dauer von Asylverfahren und Anhörungsterminen bei der Botschaft.

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Ihm ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen, wie sehr ihm von Menschen in Südkirchen geholfen wurde – wünscht, dass wir es schreiben: „Die Menschen in Südkirchen haben ihre Herzen geöffnet, unser Leid gemildert. Sie werden immer in unseren Herzen bleiben.“

Über die Flucht von George Almaher und die weiterer Flüchtlinge haben wir in dieser Multimedia-Reportage im Frühjahr 2015 berichtet: 

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