Tempo-Anzeige auf der Bergstraße: Ob Autos hier rasen, erfasst die Gemeinde mit einem Messgerät

rnGeschwindigkeitsmessung

Mit einer Tempo-Mess-Tafel hat die Gemeinde Nordkirchen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der Bergstraße gemessen. Dabei spielt auch der Lärm auf der Bergstraße eine Rolle.

Nordkirchen

, 20.10.2019, 10:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp drei Wochen lang hat die Gemeinde Nordkirchen das Tempo auf der Bergstraße gemessen. Nicht versteckt, sondern ziemlich offensichtlich. Autofahrer, die von der Mühle Rath kommend in Richtung Ortskern gefahren sind, werden die Anzeige gesehen haben: Einen grünen, lachenden Smiley gab es für alle, die 30 km/h gefahren sind, einen gelben, nicht ganz so glücklichen für alle, die bis 34 km/h unterwegs waren und rot und böse guckte das Gesicht von dem Schild herab, wenn Fahrer schneller als 35 km/h auf dem Tacho hatten.

Tafel stand dort auch wegen Motorradlärm-Diskussion

Dass die Hinweistafel genau an dieser Stelle stand, hatte auch mit einer aktuellen Diskussion zu tun. Nachdem der Nordkirchener André Bock (52) mit Bürgermeister Dietmar Bergmann über den störenden Motorradlärm auf der Bergstraße gesprochen hatte, wollte die Gemeinde den subjektiven Eindruck mit verwertbaren Daten unterfüttern.

„Häufig sind es gefühlte Eindrücke, dass das Tempo an bestimmten Stellen zu hoch ist“, sagt Gemeindesprecherin Anne Büscher im Gespräch mit der Redaktion. Das Schild besteht nicht nur aus der reinen Anzeige, die Autofahrer auf ihr (zu hohes) Tempo aufmerksam macht, sondern speichert auch die Geschwindigkeit jedes gemessenen Fahrzeugs, wie Anne Büscher erklärt.

Messgerät ist kein Blitzer

Angst vor Konsequenzen müssten Auto- oder Motorradfahrer aber nicht haben, wenn sie einen bösen Blick von der Anzeigetafel bekommen haben: „Es ist kein Blitzer“, macht die Gemeindesprecherin deutlich. Die Daten würden auch nicht an die Polizei weitergegeben. „Das dürften wir auch gar nicht“, so Büscher.

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Das Gerät gehört der Gemeinde. Es wurde vor rund eineinhalb Jahren angeschafft und ist seitdem im Wechsel an verschiedenen Stellen der Gemeinde im Einsatz, darunter in Wohngebieten in Capelle und vor der Grundschule in Südkirchen.

Bürger können Standorte vorschlagen

In vielen Fällen stellt die Gemeinde das Schild auf Anregung von Bürgern auf. Hier kommt wieder der gefühlte Eindruck der Geschwindigkeit ins Spiel. Wenn Nordkirchener, Südkirchener oder Capeller den Eindruck haben, dass bei ihnen vor der Haustür zu oft zu schnell gefahren wird, können sie sich an die Gemeinde wenden (Markus Lücke, Tel. 02596 917131, oder Laura Quante, 02596 917130) und vorschlagen, das Messgerät an diesem Ort aufzustellen.

Zwischen drei und vier Wochen messe die Tafel anschließend die Geschwindigkeit. Ist der Akku leer, wird es wieder abgebaut, aufgeladen und die Messdaten ausgelesen.

Das Schild an der Bergstraße ist mittlerweile abgebaut. Die Ergebnisse der erfassten Daten misst die Gemeinde jetzt aus und will die Ergebnisse anschließend bekanntgeben.

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