Wohnen auf kleinem Raum liegt im Trend. In Südkirchen ist eine Tiny-House-Siedlung geplant. Der Gemeinderat in Nordkirchen hat jetzt entschieden, welches Architekturbüro die Gestaltung der Siedlung übernehmen soll. © Photo by Clay Banks on Unsplash
Neubaugebiet

Tiny-House-Siedlung in Südkirchen: Frage nach der Gestaltung ist geklärt

Jetzt steht fest, welches Architekturbüro die Gestaltung der in Südkirchen geplanten Tiny-House-Siedlung übernehmen soll. Der Entscheidung ging allerdings eine größere Diskussion voraus.

Die in Südkirchen geplante Tiny-House-Siedlung sorgt weiter für einige Diskussionen in der Gemeinde. Vor allem in den politischen Gremien Nordkirchens zeigte sich das zuletzt. Waren sich die Fraktionen ursprünglich, als das Thema frisch auf die Themenliste kam, noch einig, dass eine solche Siedlung ein gutes Projekt für den Ort wäre, so schieden sich die Geister zuletzt daran, wie sie umgesetzt werden soll. Der Rat der Gemeinde hat jetzt eine Mehrheit für einen Gestaltungsvorschlag gefunden.

Ein Blick zurück: Mit einem denkbar knappen Abstimmungsergebnis von elf zu neun Stimmen hatte sich der Nordkirchener Bauausschuss in seiner letzten Sitzung am 4. März für den Entwurf des Capeller Architekturbüros Steinhoff entschieden. In der geheimen Abstimmung unterlag das Nordkirchener Architekturbüro Leistungsphase. Dabei handelte es sich allerdings noch nicht um eine finale Entscheidung, sondern um eine Empfehlung an den Rat, diesem Vorschlag zu folgen. In der anschließenden Ratssitzung entwickelte sich allerdings eine grundsätzliche Diskussion um das Verfahren.

In der Fragestunde für die Einwohner fragte Architektin Tanja Werner vom Büro Leistungsphase die Verwaltung, ob es für die Ausschussmitglieder Kriterien oder andere Handreichungen gebe, die bei Entscheidungen, wie über die Gestaltung der Tiny-House-Siedlung als Hilfe herangezogen werden könnten. Werner bezog ihre Anfrage dabei auch auf zukünftige ähnliche Entscheidungen.

Die Reaktion der Verwaltung fiel kühl aus. Bürgermeister Dietmar Bergmann stellte in Frage, ob die Gemeinde noch einmal ein Planungsverfahren auf diese Weise durchführen werde. Im Gespräch mit der Redaktion sagte Bergmann nach der Sitzung, dass ein klassischer Architektenwettbewerb, den Tanja Werner ebenfalls angesprochen hatte, Kosten im fünfstelligen Bereich bedeute. Weil im Vorfeld beide Nordkirchener Architekturbüros Interesse an der Mini-Haus-Siedlung signalisiert hatten, habe die Gemeinde den Weg gewählt, die Politik über die Vorschläge entscheiden zu lassen.

Kritik am Ablauf kam allerdings nicht nur vonseiten der Grünen. Auch Christian Lübbert sah Schwächen in dem Verfahren. Viele offene Fragen seien bis zur Ratsentscheidung noch nicht geklärt, argumentierte Lübbert. Dazu zählte er die Vergaberichtlinien für die einzelnen Grundstücke. Die UWG beantragte deshalb, die Entscheidung über die Siedlung zu verschieben, bis diese Fragen geklärt sind.

Dieser Ansicht konnte sich allerdings keine Mehrheit im Rat anschließen: Bei nur vier Ja-Stimmen wurde der Antrag der UWG mehrheitlich abgelehnt.

Erneut in geheimer Wahl entschied mit 13 Stimmen hingegen eine Mehrheit der Ratsmitglieder, die Tiny-House-Siedlung nach den Vorschlägen des Architekturbüros Steinhoff umzusetzen. Nur drei Ratsmitglieder stimmten dagegen, bei einer Enthaltung.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari

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