Tropischer Charme in Nordkirchen: In diesem Garten wachsen Bananen

rnUngewöhnliche Pflanzen

Bananen wachsen normalerweise in Süd- und Mittelamerika. Seit Kurzem auch im Garten von Ehepaar Helmbrecht aus Nordkirchen. Ein Besuch.

von Annika Heuser

Nordkirchen

, 18.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Von der Straße aus kann man die riesigen Bananenstauden - also Bananenpflanzen - von Simone und Uwe Helmbrecht schon sehen. Drei Stück wachsen inzwischen in ihrem Garten. Angefangen hat alles mit zwei Mutterpflanzen vor mehr als fünf Jahren. Dann haben die Pflanzen Ableger hervorgebracht.

„Wir kriegen pro Pflanze im Jahr so fünf bis zehn Ableger“, erzählt Uwe Helmbrecht. Diese können zu neuen Pflanzen herangezogen werden - zur Freude von Freunden und Bekannten des Ehepaars.

Tropischer Charme in Nordkirchen: In diesem Garten wachsen Bananen

Das Ehepaar Helmbrecht begeistert sich für tropische Pflanzen. © Annika Heuser

Aber auch sonst versprüht der Garten von den Helmbrechts Urlaubsflair: Kakteen, Arabischer Jasmin, Palmen. Ihre Tunesien- und Ägyptenurlaube haben sie dazu inspiriert. „Ich könnte da jede Pflanze mitnehmen“, schwärmt Uwe Helmbrecht. Zurück aus dem Urlaub erkundigen sie sich direkt im Internet, wo es die Pflanzen zu kaufen gibt.

Das erste Jahr Bananen

Die große Überraschung haben Uwe und Simone Helmbrecht vor kurzem erlebt. „Wir saßen da und haben gedacht, was hat die denn für einen Bauch am Stamm?“, berichtet Simone Helmbrecht. Dann hat das Paar die noch geschlossene Bananenblüte entdeckt. Dahinter: Bananen. Zum ersten Mal wachsen Früchte an einer der drei Pflanzen.

Tropischer Charme in Nordkirchen: In diesem Garten wachsen Bananen

Die Bananenstaude trägt zum ersten Mal Früchte. Hinter der Bananenblüte kann man die Bananen erkennen. © Annika Heuser

„Die Stauden tragen die Bananen erst nach fünf Jahren“, erklärt der Hobbygärtner. Beide warten darauf, dass sich nun auch die Bananenblüte in ihrer violetten Pracht öffnet.

Uwe Helmbrecht erzählt, dass die Bestäubung der Bananenpflanze in den südlichen Ländern von Kolibris und Fledermäusen übernommen wird. Wie das in ihrem heimischen Garten vonstatten gegangen sei, das wissen die beiden nicht genau. Uwe Helmbrecht tippt auf Bienen.

Schmecken die Bananen überhaupt?

Können sie sich den Weg zum Supermarkt in Zukunft sparen? Eher nicht. Die Helmbrechts gehen nicht davon aus, dass man die Bananen essen kann.

Außerdem seien sie noch nicht reif. „Drei bis vier Monate brauchen die Bananen bis sie reif sind. Jetzt haben wir Anfang Juli. Das wäre dann im November der Fall“, schätzt Uwe Helmbrecht. Genau die Zeit, in der sie die Pflanzen zum Überwintern beschneiden müssten.

Viel Wasser und viel Sonne

Was brauchen die Pflanzen, um so auszusehen wie bei den Helmbrechts? „Die Stauden brauchen unwahrscheinlich viel Wasser. Sie müssen morgens und abends gegossen werden.“ Neben Wasser sei auch ausreichend Sonne wichtig. Und lockerer Boden sei von Vorteil.

„Am besten ist beim Einpflanzen Mutterboden und eine kleine Schicht Hydrosteine“, erklärt er. Seine Frau verrät noch einen Geheimtipp: Pferdemist. Den hätten sie sich ein paar mal von Landwirten in der Umgebung besorgt.

Etwas empfindlich reagieren die Blätter der Pflanzen auf Wind. Die Bananenblätter seien sehr weich und könnten deshalb schnell reißen. Besonders bei Gewitter sorgt sich Simone Helmbrecht um ihre Pflanzen.

Helmbrecht erklärt, dass die Blätter bis zu zwei Meter lang werden können. „Das Blatt ist erst eingerollt, dann wird es trichterförmig und danach öffnet es sich“, beschreibt der Maurer mit dem grünen Daumen die Entwicklung der Blätter.

Tropischer Charme in Nordkirchen: In diesem Garten wachsen Bananen

Die Blätter der Bananenpflanze sind erst eingerollt, bevor sie sich entfalten. © Annika Heuser

Schutzmaßnahmen im Winter

Im November schneidet Uwe Helmbrecht die Bananenstämme kurz über dem Boden ab und umzäunt sie mit Kaninchendraht. Die Stammstücke werden dann mit Laub abdeckt.

Über die Stümpfe kommt ein Eimer und auf den Eimer erneut Laub. „Weil da kein Licht drankommen darf“, erklärt Helmbrecht. Außerdem schützt er die Pflanzen auf diesem Weg vor Feuchtigkeit und Kälte. Anfang April werden die Schutzmaßnahmen entfernt und die Pflanzen können wieder austreiben.

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