Umbau oder Erweiterung? Rathaus Nordkirchen platzt aus allen Nähten

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Die Anforderungen an die Gemeindeverwaltung sind in den letzten Jahren gestiegen. Mehr Arbeit - mehr Personal. Das Nordkirchener Rathaus ist zu klein geworden. Welche Möglichkeiten gibt es?

Nordkirchen

, 09.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Unter den Ideen, die Bürgermeister Dietmar Bergmann für die nächsten fünf Jahre hat, gehören der Umbau des Rathauses oder die Sanierung oder die Erweiterung zu den besonders wichtigen Bauprojekten der kommenden Legislaturperiode. In seinem Wahlprogramm heißt es dazu: „Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitgemäß arbeiten können und ein guter Bürgerservice möglich ist, müssen wir im Rathaus etwas verändern. Wenn man an die Arbeitssicherheit denkt, an neue Arbeitszeitmodelle, an das digitale Arbeiten und auch an den wichtigen Datenschutz, ist klar, dass das Raumangebot nicht mehr ausreicht. Wir diskutieren schon jetzt über Lösungsmöglichkeiten.“

Wie sehen potenzielle Lösungsmöglichkeiten aus? Kommt möglicherweise ein Abriss des Rathauses und ein Neubau in Frage? Nach Auskunft von Gemeindesprecherin Anne Büscher stößt das Rathaus räumlich an seine Grenzen. deshalb sei ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, um mal die Möglichkeiten zu prüfen, um die Situation für Mitarbeiter und Bürger zu verbessern.

Gutachten soll Raumbedarf ergründen

Das übernehme die „Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement“ (KGST) für die Gemeinde. Dieses Gutachten solle den Raumbedarf ergründen. „Das Rathaus ist ja auch etwas in die Jahre gekommen, und die Ermittlung des Raumbedarfs solle quasi gekoppelt werden mit einer Sanierung „an welchen Stellen es auch immer nötig ist“. Der Raumbedarf ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass neue Stellen geschaffen wurden, etwa für das Klimaschutzmanagement. Auch im Bürgerbüro habe sich einiges getan, sagt Anne Büscher.

Hinter dem Rathaus ist nicht mehr viel Platz für eine denkbare Erweiterung.

Hinter dem Rathaus ist nicht mehr viel Platz für eine denkbare Erweiterung. © Arndt Brede

Es sei eben eine Vielzahl von Aufgaben dazu gekommen, die es nötig machen, die Bürostruktur von vor über 30 Jahren zu überarbeiten, ergänzt Nordkirchens Kämmerer Bernd Tönning. Außerdem habe die Gemeindeverwaltung mittlerweile eine sehr viel höhere Teilzeitquote. Auch damit sei ein erhöhter Raumbedarf verbunden.

Sicherheit der Mitarbeiter gewährleisten

Ein weiterer Aspekt: Im Sozialbereich gibt es viele Einzelgespräche. Auch da muss der Raumplan so sein, dass Diskretion gewahrt bleibt. „Es geht aber auch um die Sicherheit der Mitarbeiter“, erklärt der Kämmerer. „Wenn es denn mal zu ernsteren Diskussionen zwischen Mitarbeitern und Bürgern kommt, muss die Gegebenheit so sein, dass man auch mal ausweichen kann.“

Eine der Folgen der Raumknappheit ist übrigens auch: „Wir werden im nächsten Jahr keinen Auszubildenden einstellen“, sagt Anne Büscher. „Wir haben schlicht keinen Platz, und da würden wir dem oder der Auszubildenden nicht gerecht werden.“

Der Platz hinter dem Rathaus ist knapp bemessen.

Der Platz hinter dem Rathaus ist knapp bemessen. © Arndt Brede

Nun gibt es ja mehrere Varianten zur Verbesserung der Raumsituation, die denkbar sind: Abriss des Rathauses und Neubau; Umbau im Bestand; Erweiterung. Welche der Varianten könnten greifen? Bernd Tönning: „Wir lassen alles prüfen.“ Es gebe auch noch die Option, im Umfeld des Rathauses Räume zu suchen. Der Gutachter habe Gespräche mit allen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung geführt, um deren Bedarf zu erkunden. Jetzt werde er eine Bewertung vornehmen.

Abriss und Neubau eher keine Option

Wie groß ist der Bedarf tatsächlich und was ist geeignet, das zu erfüllen? Das seien die Fragen, die den Gutachter jetzt beschäftigen. Worauf es letztendlich hinauslaufen könnte? Bernd Tönning hat darauf keine Antwort. Der Kämmerer weiß aber zumindest, wo die Reise wohl nicht hin gehen wird. „Abriss ist etwas, das wir nicht so ins Auge fassen.“ Die anderen Optionen seien aber realistisch.

Was einen Anbau ans Rathaus betrifft, wäre noch ein wenig Platz, sagt Tönning. Allerdings seien die Möglichkeiten begrenzt. „Gegebenenfalls müssten wir uns im Umfeld des Rathauses umsehen. Klar sei: Egal, welche Variante gezogen würde, müsse sie eine zentrale Erreichbarkeit für die Bürger bieten.

Was den Zeitplan betrifft, sei die Gemeinde daran interessiert, das Gutachten noch in diesem Jahr abzuschließen. „Wenn es klappt, wollen wir auch mögliche finanzielle Auswirkungen, die ja von den Varianten abhängen, in den Haushalt 2021 zumindest als erste Finanzierung einbringen.“ Und wann könnte es mit den Arbeiten losgehen? „Wenn es leichtere Umbaumaßnahmen sind, kann man sicher 2021 das erste machen“. Wenn es größere Maßnahmen erfordere, werde es sicher länger dauern.

Was aber auf jeden Fall sichergestellt werden soll: „Dass die Verwaltung auch während der möglichen Umbauarbeiten erreichbar ist.“

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