Venneker-Neubau: Drohen multiresistente Keime?

Nordkirchener alarmiert

Wie groß ist die Gefahr für die Nordkirchener, wenn der Viehandel Venneker an den geplanten neuen Standort kommt? Sehr groß, urteilte Dr. Hans Peter Ammann. Warum das so ist - das erklärte der ehemalige Krankenhaushygieniker auf einer Info-Veranstaltung am Mittwoch. Und anschließend auch für uns im Video.

NORDKIRCHEN

, 05.03.2015, 11:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für Ammann aus Billerbeck ist es ganz klar. Der ausgewählte Standort für die Umsiedlung des Viehhandels Venneker in Nordkirchen ist ein falscher. "Ein solcher Betrieb so nah an einer Wohnbebauung  ist eindeutig eine Gefährdung für die Bewohner", so der praktizierende Gynägologe und ehemaliger Krankenhaushygieniker.

Denn Studien in Holland hätten ergeben, dass selbst noch einen Kilometer entfernt von einem Schweinebetrieb der gefährliche MRSA-Keim die Luft um 200 bis 300 Prozent mehr belastet. "Solche Betriebe gehören nicht in naher Entfernung."

Gefahr schon durch vorbeifahrende Lastwagen?

Hans Peter Ammann erklärte den rund 300 Teilnehmern an einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative "Lebenswertes Nordkirchen", dass bei einem Betrieb  wie Venneker die Gefahr besonders groß sei, da bei der Zusammenführung von Schweinen aus verschiedenen Ställen auch viele unterschiedliche Keime aufeinandertreffen.

Der Fachmann erklärte zudem, auch bei Tiertransporten würden die Keime freigesetzt. „Wenn sie in einer Eisdiele unter freiem Himmel sitzen, und ein Tiertransporter vorbeifährt, kann ein Keim sich schon bei ihnen festsetzen.“  Dies sei zwar noch nicht gefährlich. Wenn man dann aber später eine offene Wunde haben und der Keim in den Blutkreislauf gelange, könne dies schon gefährlich sein. Denn einige Antibiotika würden dann nicht mehr wirken.

Vertreter des NRW-Umweltministeriums widerspricht

"Lebenswertes Nordkirchen" hatte auch Jörg Friedrich vom NRW-Umweltministerium eingeladen. „Wir müssen etwas gegen den zu hohen Einsatz von Antibiotikas bei der Tierhaltung tun“, so Jörg Friedrich. Was das Vorhaben in Nordkirchen angehe, könne er als Jurist sagen, es gebe keine Gründe, die gegen eine Ansiedlung an dieser Stelle sprechen.

Friedrich weiter: "Man kann eine Baugenehmigung verweigern, wenn von dem Betrieb eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht . Dies trifft auf das Vorhaben in Nordkirchen nicht zu."  Es gebe auch keine Studie, die eine Belastung der Anwohner einer Fahrtstrecke der LKW belegen würden.  Friedrich: "Wenn eine Gemeinde aber der Meinung ist, so ein Vorhaben aus Vorsorge-Gründen nicht zu genehmigen, kann sie dies tun."

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