Verwaltung will massiv in Sportstätten investieren

In Nordkirchen, Südkirchen und Capelle

Kunstrasenplätze in Capelle und Südkirchen, ein neues Umkleidegebäude in Nordkirchen: Das sieht ein von der Verwaltung entwickeltes Sportstättenprogramm vor. Fast eineinhalb Millionen Euro will sich die Gemeinde das kosten lassen. Wir stellen die Pläne vor und tragen die Reaktionen von den Vereinen zusammen.

NORDKIRCHEN

, 11.07.2017, 13:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verwaltung will massiv in Sportstätten investieren

Der Aschenplatz in Südkirchen soll durch einen Kunstrasenplatz ersetzt werden – zumindest schlägt das die Verwaltung vor.

„Wir möchten die Sportanlagen in allen drei Ortsteilen für die nächsten zehn bis 20 Jahre zukunftsfähig machen“, erklärte Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Ende April hatte die Verwaltung zunächst der Politik das Programm in einer nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt, Anfang Mai informierten Dietmar Bergmann und Bauamtsleiter Josef Klaas dann die Vereine. 

Asche und Rasen sollen Naturrasen weichen

So sollen die alten Pläne für einen Kunstrasenplatz in Südkirchen verwirklicht werden. Der Ascheplatz würde wegfallen, der Naturrasen durch Kunstrasen ersetzt. Die Pläne konnten bisher nicht realisiert werden, da der SV Südkirchen den Eigenanteil nicht aufbringen konnte. Ein Eigenanteil würde nun entfallen.

In Capelle soll ein Platz durch Kunstrasen ersetzt werden. Bergmann: „Dort müsste aber erst eine Lärmschutzuntersuchung durchgeführt werden.“ Denn bei der Änderung in einen Kunstrasen müssen die heutigen Richtlinien erfüllt werden. Aber auch auf dem Sportplatz des FC Nordkirchen sind Investitionen vorgesehen. Der FC hatte sich beim Bau des Kunstrasens mit Eigenhilfe und auch finanziell beteiligt.

Vereine sind nun an der Reihe

„Aufgrund der Gleichbehandlung aller Vereine sehen wir den Bau eines Umkleidegebäudes auf der Anlage vor“, so Dietmar Bergmann. Rund 300.000 Euro würde es kosten. Abgebaut würden die jetzigen Container. „Wir wollen auch für die Leichtathletik etwas tun“, so der Bürgermeister. Bei der Sanierung der Kunststoffbahn vor einigen Jahren hatte man noch den Bereich in der Kurve, dort ist die Hochsprunganlage, ausgeklammert. Klaas: „Dort würden wir einen neuen Kunststoffbelag aufbringen.“

Das Sportstättenprogramm liegt auf dem Tisch. Wunsch der Verwaltung sei, dass die drei Vereine eine gemeinsame Erklärung abgeben und diese der Politik vorlegen. Bergmann: „Ich denke, im September könnten wir dann über das Programm entscheiden.“ Die gesamte Investitionssumme würde sich auf 1,3 bis 1,4 Millionen Euro in den nächsten zwei bis drei Jahren belaufen. Die Verwaltung erwartet aber auch eine Beteiligung der Vereine. So sollen sie die Kosten für Gas, Wasser und Strom übernehmen. „Wir werden für die Kosten einen Zuschuss zahlen“, so der Bürgermeister.

Reaktionen der betroffenen Vereine auf die Pläne der Verwaltung. Wir haben nachgefragt:

Sebastian Mischke, Geschäftsführer Fußball SV Südkirchen

„Wenn das alles so kommt, wie geplant, dann wären wir die Letzten, die das schlecht fänden. Wir stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. Dann hätten wir endlich einen Platz, der ganzjährig bespielbar wäre. Wir freuen uns über die dezentrale Lösung und wollen auch weiterhin eng und gut mit den Nachbarvereinen zusammenarbeiten.“

Michael Jung, 1. Vorsitzender FC Nordkirchen

„Wir begrüßen das Vorhaben. Der Winterbetrieb war ja auf den alten Anlagen kaum möglich. Dann hätten unsere drei Gemeindeteile auch drei vernünftige Anlagen. Wir müssen nur zusehen, dass wir als FC Nordkirchen nicht zu kurz kommen – schließlich haben wir damals aus eigener Tasche einen großen sechsstelligen Betrag in unseren Kunstrasen investiert.“

Josef Mertens, 1. Vorsitzender SC Capelle

„Die Tendenz, auf dezentrale Anlagen zu setzen, halte ich für gut. Dadurch bleiben die Vereine eigenständig. Alleine hätten wir das als Verein ja niemals stemmen können. Schön wäre es noch, wenn wir unseren Rasenplatz oben zusätzlich weiter nutzen können – ich bin ein Fan von Naturrasen und da fehlt sowieso Flutlicht.“

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