Viehhandel Venneker startet Neubau in Nordkirchen

An der Ermener Straße

Die Umsiedlung des Viehandels Venneker von Südkirchen nach Nordkirchen sorgte für Kontroversen. Mittlerweile ist der Umzug beschlossene Sache, kommende Woche setzt Venneker in Nordkirchen den ersten Spatenstich. Hier gibt es alle Neuigkeiten und ein Archiv der Argumente und Entwicklungen in der Debatte.

NORDKIRCHEN

, 12.09.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt geht es los mit dem Neubau des Viehandels Albert Venneker am Nordrand von Nordkirchen: Am kommenden Mittwoch, 14. September, erfolgt der erste Spatenstich auf dem Gelände nördlich des Kreisverkehrs an der Ermener Straße.

Zu diesem Termin hat Albert Venneker zusammen mit der Gemeindeverwaltung jetzt die Presse eingeladen. Bürgermeister Dietmar Bergmann und Bauamtsleiter Josef Klaas werden zugegen sein, wenn um 14 Uhr das obligatorische Foto gemacht wird – wie das bei besonderen Bauprojekte üblich ist. Ein solches besonderes Projekt ist der Neubau von Venneker für die Unternehmensgesichte, aber auch für die Gemeinde Nordkirchen definitiv.

Bürger bekannten sich gegen das Neubauprojekt

Schon nach Bekanntwerden der Pläne formierte sich Ende 2014 eine Gruppe von Nordkirchenern, die im Umfeld des Grundstücks wohnen, zu einer Bürgerinitiative. Die anfangs rund 25 Nordkirchener gaben sich den Namen „Lebenswertes Nordkirchen“ und äußerten in diversen Runden und bei Aktionen ihre Sorge vor allem in Bezug auf multiresistente Keime.

Die, so die Mitglieder der Gruppe, könnten sich bei Massentierhaltung und Viehhandel im Umfeld der Betriebe verbreiten. Diese These stützten die Anwohner damals mit Studien, die allerdings in Deutschland zum Teil recht unbekannt sind und von den Behörden auch nicht anerkannt werden. Sie sind also als planungsrechtlich irrelevant anzusehen – aber die Ängste vor Unbekanntem stützten sie. Auch der massenweise Einsatz von Antibiotika in der heutigen Tierhaltung trage zu den Problemen bei, hieß es. 

Im Mai 2015 übergab die BI eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Bergmann: 412 Menschen hatten darauf signiert und so ihren Unwillen zur Ansiedlung des Betriebes an der Ermener Straße deutlich gemacht. Man wolle nicht den Viehhandel Venneker verhindern, hieß es damals, aber hätte Bedenken wegen einer Umsiedlung an diese Stelle. Bürgermeister Bergmann sagte, man nehme die Sorgen der Bürger ernst. Parallel planten Venneker mit dem Achitekturbüro Andreas Bodem aus Coesfeld und die Gemeindeverwaltung weiter, um auch planungsrechtlich den Weg für den Umzug frei zu machen.

Landwirtschaftlicher Ortsverein unterstützte Venneker

Gestützt wurde das Vorhaben von Venneker unter anderem vom Landwirtschaftlichen Ortsverein: „Die Gemeinde muss alles versuchen, um Venneker zu halten“, teilte der im Februar mit. Die beiden Vorsitzenden Alfred Stattmann und Berthold Schulze Pals äußerten ihre Enttäuschung darüber, dass es so viele negative Schlagzeilen über die Haltung der Tiere und den Einsatz von Medikamenten und den daraus erwachsenen Folgen gebe: „In der heutigen Landwirtschaft wird keine vorbeugende Antibiotikabehandlung durchgeführt“, hieß es.

Venneker zieht von Südkirchen nach Nordkirchen um, weil er auf dem angestammten Firmengelände nicht mehr genug Platz zur wirtschaftlich sinnvollen Erweiterung hat. Die Gemeinde hatte Albert Venneker bei der Suche nach einer Fläche Hilfestellung geleistet. Sie ist an der auch künftigen Ansiedlung eines der größten Nordkirchener Unternehmen interessiert, weil davon unter anderem die Gewerbesteuereinnahmen abhängen.

Umsiedlungspläne sind beschlossene Sache

Das Thema ist zumindest im Bezug auf die Umsiedlung Albert Vennekers abgehakt. Er plant im ersten Schritt laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung den Bau eines Bürogebäudes und eines Sozialgebäudes sowie eines Teils der insgesamt benötigten Parkplätze. Das Architektenbüro plante auf dem Grundstück die Plätze für den Umschlag des Viehs von den kleineren auf die großen Lastwagen nach dem Stand von Ende 2015, Anfang 2016 auf dem nördlichen Teil des Grundstücks – zur Straße hin abgeschirmt von den Gebäuden.

Archiv: Die Entwicklungen in der Debatte um die Umsiedlung Vennekers

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