Warum ein Nordkirchener Start-up Umschülern eine Jobchance geben will

rnArbeit in Nordkirchen

Ein Nordkirchener Start-up-Unternehmen sucht neue Mitarbeiter und will vor allem denen eine Chance geben, die sich beruflich neu orientieren wollen. Und bietet vor allem viel Flexibilität.

Nordkirchen

, 19.09.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 200 Umschulungen hat die Agentur für Arbeit Coesfeld im Jahr 2018 gefördert und begleitet. Das teilt die Pressestelle der Arbeitsagentur auf Anfrage dieser Redaktion mit. „Für das aktuelle Jahr dürften die Zahlen nach aktuellem Stand ähnlich sein“, erklärt Pressesprecher Matthias Pöpping.

Die Gründe für Umschulungen oder berufliche Neuorientierungen seien dabei sehr unterschiedlich. Für diejenigen, die ihrem alten Beruf den Rücken kehren und etwas Neues ausprobieren wollen oder müssen geht es dabei auch immer um Chancen.

Start-up will Chance bieten

Das Nordkirchener Start-up-Unternehmen Goldmountains möchte Umschülern genau das geben: eine Chance auf einen beruflichen Neuanfang. Das Start-up will vier bis fünf Umschüler beschäftigen und ihnen eine neue berufliche Ausbildung ermöglichen.

Oliver Türpe (36) sitzt im Besprechungsraum des Start-ups, das erst im Januar in den Nordkirchener Digitalcampus gezogen und mittlerweile auf zwei Etagen Büroräume angemietet hat. Fünf Stühle, zwei Glastische, ein großer, gelber Sitzsack stehen in dem Raum. Bald soll hier Platz für die neuen Kolleginnen und Kollegen entstehen. Der Umgang in dem Start-up ist locker und so sollen auch die Umschüler möglichst viel von der modernen Firmenkultur mit flexiblen Arbeitszeiten profitieren.

Viel Flexibilität geboten

Oliver Türpe, als Expansionsmanager für Goldmountains zuständig, erklärt, dass die Neuen sich beispielsweise innerhalb der Kernarbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr frei organisieren können. „Wenn zum Beispiel die alleinerziehende Mutter am besten von 8 bis 11 Uhr arbeiten kann“, beschreibt Türpe, dann könne sie das tun.

Das Start-up wolle ein Zeichen dafür setzen, dass ein Unternehmen gleichzeitig produktiv und flexibel sein könne.

Konkreten Bedarf hat Goldmountains für einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin im Multimedia-Bereich, einen im Mediendesign und für drei bis vier Kräfte im Büromanagement. Dahinter steckt natürlich auch die Suche nach Verstärkung: „Wir brauchen jetzt Leute“, macht Oliver Türpe deutlich. Das Start-up-Unternehmen will weiter expandieren, feilt an neuen Ideen. Ein Bereich ist zum Beispiel Goldmountains Multimedia, eine Produktionsfirma für verschiedenste Video- und Multimediaprojekte. Dort wird neben Firmenvideos unter anderem auch gerade ein Werbefilm für Hochzeiten in der Gemeinde Nordkirchen produziert.

„Das soll auf keinen Fall im Sande verlaufen.“
Bürgermeister Dietmar Bergmann

Unterstützung bekommt das Start-up bei seinen Plänen, Umschüler einzustellen, unter anderem von der Gemeinde Nordkirchen. Das erste Gespräch sei gut verlaufen, sagt Oliver Türpe. Auch Bürgermeister Dietmar Bergmann, der an dem Gespräch teilgenommen hat, sagt, dass die Verwaltung den Vorschlag „mit großem Interesse zur Kenntnis genommen“ habe.

Nicht nur das, die Gemeinde wolle dem Start-up bei seiner Suche helfen und weitere Kontakte vermitteln, unter anderem zur Arbeitsagentur und auch selbst mögliche Kandidaten an Goldmountains weiterleiten. „Das soll auf keinen Fall im Sande verlaufen“, macht Dietmar Bergmann deutlich.

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Wer kommt für eine Umschulung in Frage? Die Arbeitsagentur Coesfeld schreibt auf Anfrage, dass es sich bei Umschülern nicht um eine bestimmte Alters- oder Bevölkerungsgruppe handele. „Wir beraten in diesem Zusammenhang Personen jeden Alters und jeder Bevölkerungsgruppe“, so Matthias Pöpping.

Wichtig sei die persönliche Beratung, denn „eine Umschulung bringt auch Herausforderungen mit sich die man kennen sollte.“

Kontakt

So ist das Start-up Goldmountains erreichbar

Ansprechpartner: Oliver Türpe Tel.: (02596) 6148881 (Erreichbarkeit von 10-16 Uhr) E-Mail für Bewerber: bewerbung@goldmountains.eu

Oliver Türpe erklärt, dass eine Herausforderung gerade die große Flexibilität in dem Start-up sein könnte. Was paradox klingt, erläutert er so: Den flexiblen Arbeitszeiten liege zugrunde, dass die Mitarbeiter nicht nur ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitbringen, sondern auch Absprachen mit den Kollegen wichtig seien. Wer das mitbringt, könne sich sofort bei ihm melden.

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