Was macht eigentlich ein Ortslandwirt?

Ortslandwirt in Nordkirchen

Seit 24 Jahren ist Herbert Lütke Holz Ortslandwirt in Nordkirchen. Gerade wurde er für die nächste Amtszeit bestätigt. Bei seiner Arbeit geht es oft um Vermittlung zwischen den Landwirten und der Landwirtschaftskammer. Doch seine Aufgaben sind noch vielfältiger.

Nordkirchen

, 21.02.2018, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herbert Lütke Holz auf einem Archivbild aus dem Jahr 2014. Ortslandwirt ist er schon seit 24 Jahren. Damals wurden die Ortsvereine Nordkirchen, Südkirchen und Capelle zusammengeschlossen.

Herbert Lütke Holz auf einem Archivbild aus dem Jahr 2014. Ortslandwirt ist er schon seit 24 Jahren. Damals wurden die Ortsvereine Nordkirchen, Südkirchen und Capelle zusammengeschlossen. © Foto: Angela Wiese

Etwa 150 Mitglieder hat der Landwirtschaftsverband Nordkirchen. Ihr Vorsitzender Alfred Stattmann schätzt, dass etwa 80 von ihnen hauptberuflich als Landwirte tätig sind.

Ihr Ansprechpartner für verschiedene Belange ist der Ortslandwirt. Doch wieso braucht es diese Funktion überhaupt und welche Themen sind in Sachen Landwirtschaft aktuell besonders wichtig? Das klären wir in Fragen und Antworten.


Was macht eigentlich ein Ortslandwirt?

„Er ist das Verbindungsglied zwischen der Landwirtschaftskammer und den Landwirten vor Ort“, erklärt Alfred Stattmann. Das bedeutet, er tritt als Vermittler auf, wenn Landwirte Kritik an der Landwirtschaftskammer äußern oder sie Fragen dazu haben, wie Vorgaben umgesetzt werden sollen. Ebenfalls eine wichtige Aufgabe: Der Ortslandwirt wird als Experte vor Ort befragt, wenn Grundstücke verkauft werden oder neue Baugebiete entstehen und die Landwirtschaftskammer um Stellungnahme gebeten wird. „Es geht darum, ob landwirtschaftlichen Betrieben ein Nachteil entsteht, wenn landwirtschaftliche Flächen wegfallen oder die neuen Gebiete zu nah an Betriebe heranragen“, erklärt Nordkirchens Ortslandwirt Herbert Lütke Holz.


Für welchen Zeitraum wird ein Ortslandwirt gewählt?

„Er wird für sechs Jahre gewählt“, erklärt Stattmann. In der Winterversammlung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands am Dienstag wurde Herbert Lütke Holz erneut in diesem Amt bestätigt. Er ist bereits seit 24 Jahren Ortslandwirt für die Ortsstelle Nordkirchen. An seiner Arbeit mag er besonders den fachlichen Austausch mit Kollegen, wie er sagt. Alfred Stattmann freut sich auch mit Lütke Holz jemanden mit so viel Kompetenz und Fachwissen erneut gewinnen zu können. Bei der Sitzung wurde zudem Stattmann als Ortsverbandsvorsitzender bestätigt, ebenso wie sein Stellvertreter Fanz-Josef Wittkamp.


Wie viele Stunden beansprucht die Arbeit als Ortslandwirt?

„Das ist schwer in Stunden zu beziffern“, sagt Lütke Holz. Er ist stets mit der Landwirtschaftskammer im Kontakt, ob telefonisch, schriftlich oder persönlich vor Ort. Mal fällt mehr an, mal weniger. Manchmal ist er auch für Schulungen bei der Kammer.


Welche Themen sind für die Landwirte aktuell besonders wichtig?

Zum einen, die Düngeverordnung, die 2017 beschlossen wurde. Für die Landwirte bedeute das mehr Dokumentation und außerdem eine Rückrechnung ihres Ertrags im Zusammenhang mit den Düngemengen, damit es nicht zu Überdüngung kommt.

Ein weiteres Thema ist die Afrikanische Schweinepest. Dabei gehe es darum, welche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen und ob zusätzliche Versicherungen für die Landwirte Sinn machen, so Alfred Stattmann.

Ebenfalls Thema: „Wir wollen Dinge auch weiterhin ökologisch vorantreiben“, so Herbert Lütke Holz. Das heißt zum Beispiel, dass nach Absprache mit der Wasserwirtschaft sogenannte Sicherheitsstreifen an Gewässern angelegt werden, also Flächen wo nicht intensiv gewirtschaftet wird, um Wasserverschmutzung vorzubeugen. Zudem werden auch wieder Blühstreifen am Wegesrand angebracht werden, um das Landschaftsbild aufzulockern und Insekten zusätzlichen Lebensraum zu bieten.


Apropos ökologisch. Wie sieht es in Nordkirchen mit Bio-Landwirtschaft aus?

Die meisten der etwa 80 hauptberuflichen Landwirte aus Nordkirchen betreiben konventionelle Landwirtschaft.

„Es gibt einzelne Landwirte, die ökologisch wirtschaften“, erklärt Herbert Lütke Holz, aber ein breites Interesse daran bestehe nicht. Er selbst betreibt einen Hof mit Kühen, Mastschweinen und einer eigenen Biogasanlage.

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