Wertstofftonne für Nordkirchen und Olfen: Kreis-Ausschuss hat erste Entscheidung getroffen

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Die Nordkirchener Politik hat zuletzt über den Nutzen einer Wertstofftonne für Haushalte gesprochen. Die Entscheidung liegt aber beim Kreis. Der hat das Thema jetzt aufgegriffen.

Nordkirchen, Olfen

, 23.11.2019, 14:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wertstofftonne für private Haushalte könnte im Kreis Coesfeld an den Start gehen. Zumindest ist die erste Hürde genommen. Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, öffentliche Sicherheit und Ordnung des Kreises Coesfeld hat am Donnerstag (21. November) auf Initiative der UWG-Fraktion über das Thema beraten.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft hatte vorgeschlagen zu prüfen, ob die Wertstofftonne im Kreis Coesfeld eingeführt werden sollte. Zum Hintergrund: Anders als in die gelbe Tonne dürfen in die Wertstofftonne unter anderem auch Kunststoffe, zum Beispiel Eimer und Gießkannen oder Metalle, wie Töpfe, Pfannen und Werkzeuge geworfen werden.

Idee: Fahrten zu den Wertstoffhöfen im Kreis sparen

Aktuell müssen solche Abfälle zum jeweiligen Wertstoffhof der Kommune gebracht werden. Diese Wege mit dem Auto zum Wertstoffhof, so die Überlegung, könnten mit einer Wertstofftonne wegfallen. Für das Modell sprächen aus UWG-Sicht also auch Umweltschutz-Gründe. Mit einer ähnlichen Argumentation wurde das Thema zuletzt auch in Nordkirchen diskutiert.

Am Donnerstag äußerten sich auch die Wirtschaftsbetriebe des Kreises Coesfeld (WBC) zu dem Thema, wie aus dem Ausschuss-Unterlagen hervorgeht. Daraus geht hervor, dass die WBC kein großes Potenzial in der Wertstofftonne für die Kreis-Coesfeld-Kommunen sieht.

Vor über zehn Jahren wurde die gelbe Tonne im Kreis eingeführt. Seitdem seien die erfassten Wertstoffmengen „kontinuierlich gesteigert werden“, so die WBC in ihrer Begründung. „So wurden im Jahr 2018 insgesamt sehr gute 54 kg pro Einwohner und Jahr über die Gelbe Tonne erfasst.“

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Laut einer Studie des Umweltbundesamtes hätte die Wertstofftonne ein zusätzliches Potenzial pro Einwohner und Jahr, argumentieren die WBC weiter. Und sie verweisen auf die Stadt Münster, die die Wertstofftonne zum 1. Januar 2020 einführt. Dort stiegen die Entsorgungsgebühren durchschnittlich um zwölf Euro pro Jahr bei einem Vier-Personen-Haushalt.

Die WBC schätzen daher das mögliche Potenzial als sehr gering an, was in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Kosten und dem ökologischen Effekt stehe.

Gebühren in Nordkirchen steigen 2020

Höhere Gebühren für die Abfallentsorgung entstehen für Nordkirchener Haushalte auch ohne Wertstofftonne im kommenden Jahr. So steigt der Preis für die 80-Liter-Restmülltonne ab dem 1. Januar 2020 auf 197 Euro statt zuletzt 191 Euro. Die 120-Liter-Restmülltonne steigt von 274 Euro auf 282 Euro und die 240-Liter-Tonne kostet im kommenden Jahr 539 statt 521 Euro.

Trotz der Bedenken der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld hat der Kreisausschuss die Verwaltung beauftragt, das Thema weiter zu prüfen, wie Jürgen Lunemann, UWG-Kreistagsmitglied aus Nordkirchen der Redaktion mitteilt.

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