Auch kleine Wespennester wie dieses unter einem Dachvorsprung können für Unruhe bei Menschen sorgen. Dann wird oft ein Schädlingsbekämpfer gerufen, der überprüft, was getan werden kann. © picture alliance/dpa
Natur in Nordkirchen

Wespen sorgen in Nordkirchen für gute Auftragslage

Gelb-schwarze Plagegeister sind unterwegs: Bei Wespen gilt es einiges zu beachten, wie Schädlingsbekämpfer Patrick Sonnenburg erklärt. Ein anderer Gefahrenherd ist derzeit nicht aktuell.

Wespen sind momentan Patrick Sonnenburgs täglich Brot. Der Inhaber einer Schädlingsbekämpfungsfirma in Nordkirchen bekommt regelmäßig Anrufe, für die er sich um die Nester der Insekten kümmern soll. Dabei muss er auch immer beachten, dass die Tiere unter Schutz stehen.

Wespen dürfen nicht einfach bekämpft werden

„Wespen sind besonders geschützt“, gibt Sonnenburg zu bedenken. „Ihre Nester dürfen nicht einfach willkürlich entfernt werden, wenn keine Gefahr droht.“ Besser sei es dann, Bereiche abzusperren, auch da die Völker nur einjährig sind. Im Spätherbst kommen nur die Jungköniginnen aus dem Bau und überwintern. Sie bauen dann im nächsten Jahr neue Unterschlüpfe.

Etwas anderes ist es, wenn die Tiere in den Wohnraum eindringen. In so einem Fall sei es geraten, einen Schädlingsbekämpfer zu rufen. Dieser prüft dann, ob die Insekten bekämpft bzw. umgesiedelt werden dürfen. „Manche Arten sind besonders geschützt“, erklärt Sonnenburg. Dann brauche es eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

Wespen sorgen bei vielen Menschen für Unbehagen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

„Der Naturschutz steht hier im Vordergrund“, sagt Sonnenburg. Wespen sind wichtige Insekten, die für uns nützlich sind.“ Daher werde immer individuell entschieden, ob sie abgetötet oder umgesiedelt werden sollen.

Auftragslage ist sehr gut

Nicht nur durch zahlreiche „Wespen-Aufträge“ – generell ist Sonnenburgs Firma in den vergangenen Jahren gut gewachsen. „Wir sind breit aufgestellt und fahren auch nach Norden und Süden zu Einsätzen.“ Auch die Corona-Pandemie hat dem Geschäft nicht geschadet. Etwas umständlich sei es gewesen mit Masketragen, Abstandhalten und anderen Vorsichtsmaßnahmen, aber das sei nicht weiter schlimm gewesen. „Wir haben aber weder profitiert noch Einbußen gehabt. Für uns ging es ganz normal weiter“, beschreibt Sonnenburg.

Daher könnte die Firma noch mehr Platz gebrauchen und würde sich gerne vergrößern. Bereits 2017 hatte man im Südkirchener Gewerbegebiet neu gebaut. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so schnell wachsen“, erklärt der Inhaber. Die Baufläche ist auf dem Grundstück an der Hermann-Schulze-Delitzsch-Straße 6 bereits ausgereizt. „Der Bedarf wäre da, es ist aber leider nichts möglich“, bedauert Sonnenburg.

Die Firma Sonnenburg aus Nordkirchen bekämpft mithilfe von Hubwagen auch den Eichen-Prozessionsspinner.
Die Firma Sonnenburg aus Nordkirchen bekämpft mithilfe von Hubwagen auch den Eichen-Prozessionsspinner. © Sonnenburg © Sonnenburg

Nester des Eichen-Prozessionsspinners sind gefährlich

Der gefürchtete Eichen-Prozessionsspinner ist derzeit kein großes Thema mehr. Die Brennhaare der Raupe können allergische Hautreaktionen auslösen. Seine große Zeit ist eher im Juni. „Es gibt aber bestimmt noch Nester. Bestimmt wurden nicht alle entfernt“, vermutet Sonnenburg. So könne es passieren, dass auch an kühleren Tagen Nester abfallen und auf Gehwegen landen. Spaziergänger sollten dann aufpassen, vor allem, da die Nester manchmal wie verfaulte Äpfel aussehen.

Der Eichen-Prozessionsspinner wird auch prophylaktisch bekämpft. Mit Spritzmitteln kann man im Frühjahr versuchen, gegen ihn vorzugehen. Auch kann man Nistkästen aufhängen, so Sonnenburg. „Das bringt aber meist nicht viel. Meisen und andere Vögel können nur einen Teil der Population fressen“, sagt der Schädlingsbekämpfer.

Von Baumringfallen rät Sonnenburg sogar gänzlich ab. „Sie funktionieren nicht und sorgen stattdessen eher für Probleme.“ Laut Herstellern geraten die Raupen in den schwarzen Beutel, der sich dann durch Sonneneinstrahlung auf 60 Grad aufheize. So würden die Haare der Raupe dekontaminiert. „Wenn die Falle aber zu hoch hängt, kommt nicht genug Sonne darauf.“ Auch muss man die Fallen wegen der Brennhaare als organischen Sonderabfall entsorgen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit über zehn Jahren als freier Journalist tätig und seit einigen Jahren auch für die Ruhr Nachrichten. Ich schreibe gerne über Menschen und ihre Geschichten.
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Tobias Weskamp