Wichtigster Mieter für ehemaliges Haus Westermann ist an Bord

Bauprojekt

Der künftige Neubau, der auf dem Gelände des jetzigen Haus Westermann entstehen soll, hat mit der Caritas seinen wichtigsten Mieter. Damit steht jetzt auch der konkrete Plan für das Bauprojekt.

Nordkirchen

, 30.01.2018, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wichtigster Mieter für ehemaliges Haus Westermann ist an Bord

Der Caritasverband und Investor Thomas Buhl (vorne r.) haben sich geeinigt und eine Absichtserklärung für das Wohnangebot im zukünftigen Neubau an der Schloßstraße unterzeichnet. Die zweite Unterschrift kam von Johannes Böcker (vorne l.), Vorstand Caritasverband. © Foto: Karim Laouari

Die Unterschrift ist getrocknet, Investor Thomas Buhl und der Caritasverband für den Kreis Coesfeld haben sich geeinigt. Das bedeutet, dass seit Dienstagnachmittag der Fahrplan für den Abriss von Haus Westermann und den anschließenden Neubau an selber Stelle steht.

Ein jahrelanger Planungsprozess ist diesem wichtigen Schritt vorausgegangen, der mögliche Abrisstermin für das ehemalige Gasthaus an der Schloßstraße immer wieder nach hinten korrigiert worden. Investor und Architekt Thomas Buhl erklärte im Gespräch mit der Redaktion, dass die Planung für ein solches Projekt deutlich umfangreicher sei, als beispielsweise bei einem Einfamilienhaus. „Als großer Sonderbau mit über 400 Quadratmetern in einzelnen Nutzungsbereichen sind die gesetzlichen Vorgaben strenger“, erklärte Thomas Buhl.

Darüber hinaus sei die gesamte Planung in enger Absprache mit dem Caritasverband abgelaufen. Auf das, was am Dienstag unterschrieben wurde, hat diese gemeinsame Planung hinausgearbeitet: Der Caritasverband wird mit zwei besonderen Wohnformen in der neuen Immobilie Ankermieter. Auf zwei Etagen wird die Gesamtfläche bei rund 800 Quadratmetern liegen. Johannes Böcker, Vorstand des Caritasverbandes, erklärte, dass Nordkirchen damit eine Vorreiterposition bei den betreuten Wohnformen einnehme. Böcker: „Nordkirchen ist ein Idealfall, den ich in dieser Form noch nicht erlebt habe.“ Die Gemeinde verfolge das Ziel Inklusion konsequent, was im Fall des Neubaus an der Schloßstraße bedeute, dass ein Wohnprojekt für Senioren und für Menschen mit Behinderung in den Ortskern einziehe.

Betreute Wohngruppen

Die Caritas wird im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss ambulant betreute Wohngruppen einrichten. Im Erdgeschoss wird eine entsprechende Wohngruppe für Senioren entstehen. In dieser Pflegewohngruppe werden elf Menschen einziehen, in der jeder rund 28 Quadratmeter individuellen Wohnraum mit Bad bekommen wird. Hinzu kommen gemeinschaftlich genutzte Flächen, wie ein Gemeinschaftsraum und eine Küche. Dort soll täglich gemeinsam frisch gekocht werden, erklärt Doris Hinkelmann, Ressortleiterin Pflege und Begleitung beim Caritasverband.

Im ersten Obergeschoss hingegen werden acht Menschen mit Behinderung in einer Wohngemeinschaft leben, ebenfalls mit privaten- und Gemeinschaftsräumen. Erstere werden mit rund 42 Quadratmetern etwas größer als die Räume im Erdgeschoss sein. Die Zimmer sollen mehr Wohnungscharakter bekommen; sie sollen ein „selbstständiges Leben in der Gemeinschaft“ ermöglichen, beschreibt André Bußkamp, Ressortleiter Beratung und Wohnen beim Caritasverband.

Bei der Umsetzung ist jetzt trotzdem noch Geduld gefragt. Investor Thomas Buhl und die Gemeinde Nordkirchen wollen Haus Westermann in den Sommerferien abreißen, um den Schulbusverkehr nicht massiv zu beeinträchtigen. 80 Prozent der Gewerkeaufträge will der Investor noch vor Baubeginn ausschreiben. Diese Phase soll im November dieses Jahres abgeschlossen sein. Mit dem Baustart rechnet er im Januar 2019. Im Dezember 2019 könnte das neue Gebäude dann bezugsfertig sein.

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