Wieder Vandalismus in Südkirchener Kirche

Gefährliche Verwüstungen

Wenn er die Kerze auf dem Boden liegen sieht, weiß er schon: Sie waren wieder da. Seit drei Monaten bemerkt der Küster Markus Hülsmann bei seinen Kontrollgängen immer wieder Vandalismusschäden in der Kirche St. Pankratius in Südkirchen. Am Sonntag erneut.

SÜDKIRCHEN

, 16.05.2017 / Lesedauer: 3 min

Wachsflecken auf dem Boden, eine verkokelte Tischdecke, Kritzeleien im Fürbittenbuch und eine angeschmolzene Osterkerze: Seit Februar treibt jemand Schabernack mit den Gebetskerzen der Pankratiuskirche. Küster Markus Hülsmann glaubt, eine Gruppe Jugendliche oder Kinder aus dem Dorf kommt regelmäßig in die Kirche und spielen mit den Kerzen und Streichhölzern, ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen.

Deutlich sichtbar sind die Spuren an der Osterkerze. Die wächserne Dekoration ist teilweise geschmolzen, zum Glück hat der Kranz aus Buchsbaum darunter nicht Feuer gefangen. Glück hatten die Täter auch, als sie an dem Tischchen mit dem Weihwasser gezündelt haben, erzählt Hülsmann. Eine Tischdecke fing Feuer, die Täter haben wohl mit dem Weihwasser, das direkt darauf stand, gelöscht. An dem Tischchen sind noch die Rußspuren zu sehen.

Kirche hat Anzeige bei der Polizei erstattet

Auch vor dem Fürbittenbuch haben die Täter nicht Halt gemacht. Neben den frommen Wünschen für Angehörige oder um Vergebung hatte jemand „Ich war hier“ gekritzelt. In Kinderschrift, findet Hülsmann. Er hat alle Spuren mit dem Handy fotografiert. Auch krakelige Hakenkreuze, Brüste und Penisse waren in des Fürbittenbuch gemalt. Die Seiten sind inzwischen entfernt.

In dieser Woche hat der Küster nach Absprache mit dem Pfarrer die Taten bei der Polizei angezeigt. „Wir werden sonst nicht Herr der Lage“, sagt Hülsmann. Dabei geht es ihm und dem Pfarrer weniger um materielle Schäden. Einmal sei es das Symbolische, erklärt Markus Hülsmann. „Es ist immer anstoßend für denjenigen, der reinkommt.“

Küster hofft auf Einsehen bei den Tätern

Die Gläubigen, die zum beten in die Kirche kommen, sollen nicht Wachsflecken und Gebetskerzen auf dem Boden vorfinden. Und schon gar nicht Kritzeleien im Fürbittenbuch. Täglich ist die Kirche von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Polizei ist der Vorgang derzeit in Bearbeitung, heißt es auf Anfrage. Der Nordkirchener Bezirksbeamte wollte Kontakt zum Pfarrer aufnehmen, um das Thema zu besprechen.

Küster Hülsmann hofft, dass die Täter einsehen, dass sie mit ihren Zündeleien Schlimmeres anrichten könnten. Gerade in der alten Kirche sei sehr viel Holz verbaut. Hülsmann will sich gar nicht ausmalen, wie schnell dort ein größerer Brand entstehen kann. Er hofft, dass sich dabei niemand verletzt.

 

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