Seit fünf Jahren ist das Hallenbad in Nordkirchen geschlossen. Bis vor drei Jahren war es dann eine Notunterkunft für Geflüchtete. Seitdem steht es leer. © Karim Laouari (A)
Im Schlosspark

Wohnen oder Freizeit: Zwei Investoren interessieren sich für altes Hallenbad

Zwei Investoren interessieren sich für das alte Hallenbad im Nordkirchener Schlosspark. Bevor sie Pläne machen können, müssen sie und die Gemeinde mit der Finanz-Hochschule Verträge aushandeln.

Seit 2015 bereits ist das alte Hallenbad im Schlosspark Nordkirchen stillgelegt. Danach bot es Geflüchteten eine Notunterkunft, wurde unter Denkmalschutz gestellt. Nun gibt es zwei private Investoren, die Interesse haben, dem Gebäude neues Leben einzuhauchen. Doch vorher gibt es noch eine Menge Rechtliches zu klären.

Schon 2019 hat die Gemeinde mit einem Interessensbekundungsverfahren getestet, ob es Investoren gibt, die Geld in die Immobilie stecken wollen. Es meldeten sich mehrere Interessenten. Zwei Investoren sind nun schon seit Monaten interessiert, sagt Nordkirchens Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage der Redaktion.

Wohnungen, Büros oder Freizeitanlage im Gespräch

Die Ideen der Investoren reichen von Wohnungsbau als eine Option über Büroflächen oder einer Mischung von beidem bis zur Einrichtung einer Freizeitanlage, so Klaas. Doch bevor sich die Gemeinde über Vorschläge, Baurecht und ähnliches Gedanken machen kann, müssen erst die Rahmenbedingungen geklärt werden.

Inzwischen hätten sich die beiden Interessente schon bei der Hochschule für Finanzen vorgestellt, so Klaas. Denn der Gemeinde gehört zwar das Gebäude, die Hochschule und das Land NRW verwalten aber das Schloss und den Park. „Wir brauchen mit der Finanzverwaltung einen neuen Grundstücksvertrag“, erklärt Klaas. Geklärt werden müsse dabei die Zuwegung, wer also zum alten Hallenbad fahren darf. Der alte Vertrag beziehe sich noch auf das Hallenbad.

„Planungsrecht haben wir auch noch nicht“, bremst Klaas die Erwartungen weiter. Sollte etwa für Wohnbebauung der Flächennutzungsplan geändert werden müssen, sei dafür nicht nur die Gemeinde zuständig. Schließlich befinde sich die denkmalgeschützte Immobilie in einem denkmalgeschützten Park. Der Kreis Coesfeld und die Bezirksregierung in Münster seien da einzubinden. „Das wird wohl nicht in Nordkirchen entschieden“, so Klaas.

Keine zeitliche Prognose möglich

Gemeindeaufgabe sei es dagegen, eine neue Nutzung für das ehemalige Hallenbad zu finden. Denn dadurch, dass das Gebäude seit Jahren leer stehe, werde die Substanz nicht besser, so Klaas.

Geduld werden die Nordkirchener allerdings noch haben müssen, bevor sie erfahren, welcher Plan umgesetzt werden kann und er dann umgesetzt wird. Wann alle Verträge geschlossen, Pläne geändert und geschmiedet werden könnten oder ein Investor grünes Licht für eine neue Nutzung bekommen könnte, dazu will der Bauamtsleiter lieber keine zeitliche Prognose abgeben.

Über die Autorin
Redaktion Selm
Seit rund zehn Jahren im Lokaljournalismus zu Hause – erst am Niederrhein, dann im Ruhrgebiet und Münsterland. Beschäftigt sich am liebsten mit menschlichen und lokalpolitischen Geschichten.
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